Ausgehen in Rom: Alles was ihr braucht ist ein Motorino!

(c) freni e frizioni, Trastevere: Start in die römische Nacht!

Wer fremd in Rom ist, lernt zuerst das historische Stadtzentrum kennen. Wer sich dann über den Tiber begibt, gelangt über den Campo die Fiori nach Trastevere. Das sind schon mal zwei gute Adressen für einen Einstieg ins römische Nachtleben.

Ausgehen in Rom beginnt mit Essen

Restaurants und Pizzerien gibt es in Rom an jeder Ecke. Es gibt teure für Touristen und teure Restaurants in denen man wirklich gut ist. Es gibt günstige Osterie, in denen sich die Einheimischen treffen und Pizza a Taglio: Das ist Meterpizza zum Mitnehmen. Die Imbisslokale haben mehrere Sorten und jeder sucht sich aus, was und wie viel er essen will. Der römische Klassiker ist für ganze Nachtschwärmer Generationen ein beliebter Imbiss für alle, die keine Lust haben richtig essen zu gehen. Die in Karton verpackten, noch warmen Pizzastücke begleiten die römische Jugend, und alle die sich noch dazu zählen, dann auf ihren Motorini – einer fährt, einer balanciert die Pizza – zu einem der zahlreichen Aussichtspunkte der Stadt. Auf den Marmorballustraden am Pincio, einem Aussichtspunkt oberhalb der Spanischen Treppe oder unterm Faro, dem „Leuchtturm“ am Gianicolo schmeckt es am besten.
Wer stilvoll essen und ausgehen möchte, startet in einer der zahlreichen Trattorie in Trastevere. In dem Gewirr aus Gassen, die meisten mit Kopfsteinpflaster, warten zahlreiche (Irish) Pubs und Birrerie auf Gäste. Ein Szene-Lokal in der Nähe der berühmten Birreria Trilussa auf dem gleichnamigen Platz heißt Freni e Frizioni, von denen das tolle Foto stammt. Das italienische Bier ist vielleicht nicht jedermanns Fall, aber hier schmeckt es. Für alle, die anderer Meinung sind, bekommen in einer Birreria eine große Selektion an internationalen Bierspezialitäten.
Von hier aus ist es auch nicht weit zum Monte Testaccio, der eine Partymeile aus Clubs, Restaurants und Bars bereithält. Am besten ein Taxi nehmen, denn die Öffentlichen lassen auf sich warten und der Autokorso am Testaccio-Hügel nimmt kein Ende, denn die Römer bewegen sich in ihrer großen Stadt gerade nachts so gut wie alle motorisiert fort. Die Distanzen sind sehr groß, um von einem Hotspot zum anderen zu gelangen.

Subkultur

Black Market S.Lorenzo ist ein Bistro mit hausgemachten Speisen römischer bis alternativ veganer Küche und zugleich Weinbar und Kunstgalerie. Auf dem Weg nach S. Lorenzo kommt man durch das afrikanische Viertel. Wer vom um die Häuser ziehen Hunger bekommen hat, kriegt bis 2 Uhr nachts im Mr. Doyle richtig tolles BBQ Food. So gestärkt kann es dann weitergehen zum Austoben im Circolo degli Artisti, einer Kult-Adresse für die alternative Subkultur. Dort finden seit über 30 Jahren Konzerte und DJ-Abende statt. Wer mehr vom römischen Untergrund kennen lernen will, findet in Rom ein reiches Kulturprogramm in den zahlreichen besetzten Häusern, die es in jedem Viertel gibt.
Ausgehen in Rom gelingt an diesen Orten in einer völlig anderen Dimension: In Italien hat die Hausbesetzerszene keinen so negativen Beigeschmack wie in Deutschland. Die in 1980er und 1990er Jahren leerstehenden Gebäude, darunter alte Kinos, Fabriken Villen und der ehemalige städtische Schlachthof, in dem sich das Villaggio Globale, Roms wohl berühmteste Adresse dieser Art, befindet, sind heute Institutionen nicht nur für das römische Nachtleben. Sie heißen auf italienisch „Centro Sociale“, was soviel bedeutet wie Soziales Zentrum… für Kultur, Jugend(arbeit), Musik und Film, Kunst(-handwerk) und Raum für Werkstätten sowie oftmals einer Volksküche. Die basisdemokratisch Organisierten Häuser sind Anlaufstelle für junge Künstler, die dort einen Arbeitsraum erhalten ebenso wie für Römer aller Coleur, die dort bei Musik und Tanz einen ausgelassenen Abend verbringen wollen.
Nachdem die Drogenproblematik für viele der selbst verwalteten Centri Sociali in den Neunziger Jahren zum Problem wurde, positionierten sich manche von ihnen klar dagegen und verboten den Drogenkonsum im Inneren der Zentren.
C.S.O.A. heißt Centro Sociale Occupato (Besetzt) Autogestito (Selbstverwaltet). Neben dem Villaggio (am Testaccio) ist das La Strada (Garbatella), das Intifada (Casal Bruciato), das Auro e Marco (Spinaceto), das Ex Snia Viscosa (Pigneto) und das Forte Prenestino  (Centocelle) die Centri, die ich in meiner römischen Teenie-Zeit am meisten geliebt habe. Es gibt aber fast in jedem Viertel Roms ein C.S.O.A. Hier gibt es dazu eine Liste mit über 50 Häusern – es scheinen auch viele neue dazugekommen zu sein!

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