Avaaz: Kampagnennetzwerk funktioniert

Kampagnennetzwerk
Kampagnennetzwerk

Das Kampagnennetzwerk funktioniert bei Avaaz, Campact oder change.org

 

Diese Bewegung ist außer Rand und Band — im positiven Sinne. Weiter so! Mehr zur jüngsten Erfolgsgeschichten von Avaaz.org, einem weltweiten Kampagnennetzwerk mit 44 Millionen Mitgliedern, lest ihr in diesem Text. Die US-amerikanische Bewegung hat sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. („Avaaz“ bedeutet „Stimme“ oder „Lied“ in vielen Sprachen).

Mitglieder gibt es in jedem Land dieser Erde. Das Team verteilt sich über 18 Länder und 6 Kontinente. Es arbeitet in 17 verschiedenen Sprachen. Wer mehr wissen möchte oder selbst eine Petition starten will, guckt hier, oder auf Facebook bzw. Twitter. Change.org ist ein weiteres Kampagnennetzwerk dieser Art. Auch die deutsche Bürgerbewegung Campact ist in diesem Umfeld zu nennen. Doch jetzt widmen wir uns den spektakulären Erfolgen von Avaaz in diesem Herbst. Inmitten der vielen dunklen Momente dieser Welt leuchtet das Licht von Avaaz hell:

 

30 Prozent der Ozeane schützen!

Alle hielten die Forderung nach 30 % verrückt — nur die Wissenschaft nicht. Doch mit den Stimmen von einer Million Mitgliedern im Gepäck hat sich Avaaz in die Verhandlungen eingebracht. Dabei gelang es, Länder wie Japan auszubremsen, die sich quer stellten. Die Aktivisten haben Palau Rückenwind gegeben, sich mit Regierungen getroffen, die auf der Kippe standen, und die Presse ins Boot geholt. Ein eindeutiger Sieg mit 89 % der Stimmen, zeigt, dass digitale Demokratie von der Basis aus funktioniert.
Die Leiterin der palauischen Delegation sagte dem Kampagnennetzwerk: „Es hat uns ermutigt, eine Million Avaaz-Mitglieder aus aller Welt an unserer Seite zu haben.“

Brasiliens Korruptions-König

Insider und sogar Journalisten hatten die Avaazer gewarnt, dass Eduardo Cunha, der Präsident des brasilianischen Kongresses, zu mächtig sei, um aus dem Amt vertrieben zu werden. Doch mit über 1,3 Mio. Stimmen der Online-Petition forderten die Aktivisten eine Abstimmung im nationalen Ethik-Ausschuss.

„Als seine Verbündeten die Abstimmung blockieren wollten, haben wir zurückgeschlagen: Wir haben eine Petition direkt im Kongress überreicht und die wichtigsten Politiker mit Anrufen, direkten Nachrichten und Botschaften in den sozialen Medien überflutet. Außerdem haben wir die Beamten ins Visier genommen, die Cunha Rückendeckung gaben. Er musste zurücktreten und darf acht Jahre lang nicht für ein Amt kandidieren! Und vor einigen Tagen wurde er verhaftet“, berichten die Avaazer frohlockend.

Der Abgeordnete Chico Alencar, der sich gegen Korruption einsetzt, sagte zu den Aktivisten: „Ohne den öffentlichen Druck hätten wir nicht gewonnen. Ich möchte mich bei Ihnen bedanken und Ihnen meinen Glückwunsch aussprechen.“

Weltgrößtes Schutzgebiet zur Rettung der Ozeane

Die Ozeane sind in großer Not. Als Präsident Obama noch überlegte, ein gigantisches Meeresschutzgebiet in Hawaii zu schaffen, haben eine Million eine Petition unterzeichnet und tausende  Nachrichten gesendet. Um Obamas Entscheidung den entscheidenden Anstoß zu geben, haben wir Nachrichten in die wichtigsten Sitzungen getragen. Dazu farbenfrohe Proteste mit Kindern veranstaltet, welche die Presse begeistert haben. Außerdem half Avaaz, dass andere Widersacher Obama nicht in die Quere kommen. Innerhalb weniger Tage hat Obama das Reservat zum Gesetz gemacht.

Der Leiter des Global Ocean Legacy Projekts, Matt Rand, sagte: „1,3 Millionen Menschen, die unterzeichnet haben, und zehntausende, die Nachrichten gesendet haben, sind vom Weißen Haus gehört worden und haben einen großen Teil zu diesem Ergebnis beigetragen.“

Adios, Monsanto!

Der Chemieriese Monsanto hatte sich einen hochkarätigen Deal gesichert, um eine Mega-Fabrik in Argentinien zu bauen. Doch die Bürger vor Ort wollten dagegen ankämpfen. Gemeinsam mit Netzwerkern von Avaaz sind sie von Tür zu Tür gegangen, haben mit Meinungsumfragen den massiven Widerstand der Bevölkerung dargelegt und mitgeholfen, einen Stadtrat zu wählen, der gegen den Deal ist. Die Aktino gipfelte in der Gerichtsverhandlung gegen Monsanto. Da Avaaz die lokale Bewegung  mit einer Million Stimmen aus der ganzen Welt unterstütze und stärkte, sah Monsanto sich gezwungen, das Projekt aufzugeben.

Celina Molina, eine Organisatorin vor Ort, sagte: „Nach unserem langen Einsatz zusammen mit der globalen Bewegung Avaaz feiern wir heute einen Erfolg. Monsanto bleibt nur noch eines übrig: nach Hause zu gehen.“

 

Kampagnennetzwerk für Eine Welt!

In diesem Sinne verabschiede ich mich heute mit diesem Schlusswort von Avaaz: „Zusammen stehen wir nicht nur gegen diejenigen auf, die Hass und Spaltung auf der Welt schüren wollen. Wir treiben darüber hinaus eine Vision der Hoffnung voran. So schaffen wir Schritt für Schritt die Welt, die sich die meisten Menschen überall wünschen. Denn am Ende kann man Hass nur mit Hoffnung und Liebe besiegen.“ Auch ich hege unglaublich viel Wertschätzung für diese tolle Bewegung und alle Graswurzel-Organisationen und jedes Kampagnennetzwerk ähnlicher Art.

1 Comment

  • Verena sagt:

    Gerade habe ich folgende Nachricht erhalten: „wie ein großer Teil des Internets sind unsere Server, Daten, E-Mail-Listen und Webseiten allesamt in den USA untergebracht. „Präsident Trump“ könnte Avaaz im Handumdrehen das Aus erklären.
    Würde er das tun? Avaaz hat ihn mit harten Kampagnen anvisiert — wir haben sogar Strafanzeige wegen Wahlbetrugs gegen seinen höchsten Berater erstattet. Und wenn wir eines über Trump gelernt haben, dann das: Er ist nachtragend.

    Wir müssen also aus den USA raus. Und zwar schnell.

    Leicht wird das nicht, denn unsere gesamte Technologie zu verlagern ist teuer. Doch wenn nur 0,1 % von uns bis zum 1. Januar einen kleinen Betrag spenden, können wir Avaaz sichern, bevor Trump sein Amt antritt.

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