Berlin Friedrichshain mit Kind von Jana Patschehand

Friedrichshain mit Kind: Insider Tipps von Jana Patschehand
Auf einem Spaziergang in Friedrichshain entdeckt man mitunter ganz unverhofft auch große Kunst.

Friedrichshain mit Kind? Wer kriegt jetzt einen Hustanfall? Ich nicht, denn es gibt dort erstaunlich viele kinderfreundliche Einrichtungen – von wegen nur Partyviertel. Ich finde Friedrichshain sowieso absolut spitze, habe mich direkt verliebt und nichts sehnlicher vor, als dieses Berlin mit meinen Kindern zu entdecken.

Umso mehr habe ich mich gefreut übr den Gastbeitrag von Jana, die auf Patschehand aus Berlin Friedrichshain bloggt. Da sie so einen ausführlichen und detaillierten Reisebericht über Friedrichshain mit Kind für uns geschrieben hat, möchte ich diesen in mehreren Teilen präsentieren, damit er auch richtig gewürdigt wird. Heute kommt Teil 1:

 

Friedrichshain mit Kind rockt! Patschehands Heimat im Porträt: Was cool ist, was nervt und wohin sich ein Ausflug lohnt

Ach, wie ich mich freue! Bei diesem Artikel handelt es sich nicht nur um eine Liebeserklärung an den wunderbaren Bezirk Friedrichshain in meiner Heimat Berlin. Nein, ich bin hiermit auch erstmals Gastautorin auf einem anderen Blog. Über „Pinterest“ entstand ein netter E-Mail-Kontakt zu Verena von „Mami rocks – dem Mama Blog aus Tirol“. Sie schlug mir vor, dass ich doch mal einen Beitrag über „meinen“ Bezirk machen könnte. Die Idee fand ich klasse – und so habe ich dann überlegt:

Wo bin ich gern mit Junior unterwegs? Was hat der Partybezirk für Eltern und Kinder zu bieten? Was macht den Alltag hier für uns lebenswert? Und was nervt gewaltig?

Und nun viel Spaß beim (für alle die schon hier waren: besseren) Kennenlernen von Friedrichshain mit Kind – des Bezirks, der unser zu Hause ist.

Friedrichshain mit Kind: Insider Tipps von Jana Patschehand

Neben der Oberbaumbrücke sind die Türme am Frankfurter Tor für mich das Symbol Friedrichshains. Wenn ich sie sehe, weiß ich: Ich bin zu Hause!

 

 

Zwischen Party- und veganem Öko-Hipster-Kiffer-Klischee

 

Friedrichshain ist wohl, wie so viele Berliner Bezirke, einer der Stadtteile bei denen die Menschen auch weit über die Hauptstadtgrenzen hinaus sofort verschiedene Bilder und Schlagworte im Kopf haben. Während Marzahn-Hellersdorf wohl für viele in der Schublade „arm – rechtsradikal – arbeitslos“ feststeckt und Neukölln eben noch immer „Rütli-Schule“ ist (die sich in den letzten Jahren übrigens zur Vorzeigeschule gemausert hat), gilt Friedrichshain als der „Party-Bezirk“. Mit allem was dazu gehört: Drogen, Dreck, laute Touristen.

Außerdem hat sich das kleine Fleckchen den Ruf erarbeitet, Kifferhochburg und Heimat von veganen Möchtegern-Umweltschützern zu sein. Im krassen Widerspruch dazu hetzen diese Öko-Hipster (ich sage nur Man-Bun und Drei-Tage-Bart als Bezirksuniform für ihn sowie „Fjällräven Kånken“-Rucksack und Birkenstock-Sandalen für sie) mit Coffee-to-Go bewaffnet morgens um halb zehn zum Morning Huddle ihres Start-ups. Das haben sie übrigens vor zwei Monaten mit ihren ehemaligen Kommilitoninnen / Kommilitonen gegründet. Und so sitzen sie also an ihren ethisch und ökologisch so überhaupt nicht korrekten Smartphones und Notebooks …

Tja, was soll ich sagen? So ganz aus der Luft gegriffen sind die Klischees über Friedrichshain und seine Bewohner*innen wohl nicht. Doch wie das mit Schubladen nun mal so ist: Sie engen ein und erlauben keinen Blick über das Vorurteil hinaus. So wie Marzahn-Hellersdorf also sicherlich mehr zu bieten hat als Armut und Arbeitslosigkeit und Neukölln nicht auf einen Ort reduziert werden sollte, bietet auch Friedrichshain spannende Facetten abseits des Klischees rund um Party und Cannabis.

 

Ein Paradies für Familien

 

Nun bin ich seit fast 11 Monaten Mutter in Berlin Friedrichshain. Und stelle freudig fest in einem ausgesprochen familienfreundlichen Stadtteil zu leben. Friedrichshain wird eben nicht nur von vegan lebenden Öko-Hipstern und Kiffern bewohnt. Hier haben auch viele junge Familien ihr zu Hause gefunden (wenn auch leider immer seltener ein bezahlbares, da die Mieten in den vergangenen Jahren auch hier kräftig gestiegen sind).

Ich denke, dass der Hauptgrund in der Vielseitigkeit des Stadtteils liegt. So kann man hier alle Vorteile eines Innenstadtbezirks genießen: Viele kulturelle Angebote, tolle Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, eine ausgezeichnete Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie Kindergärten, Schulen und Spielplätze direkt um die Ecke zählen mit Sicherheit zu den positiven Seiten des innerstädtischen Großstadtlebens. (Anmerkung: Es sind zwar noch immer viel zu wenige für die hohe Anzahl an Kindern im Bezirk, jedoch gibt es hier viele Kitas und Kinderläden mit unterschiedlichsten pädagogischen Konzepten und Ansätzen. Warum die Suche nach liebevoller Betreuung sich trotz der – zumindest theoretisch – riesigen Auswahl schwierig gestaltet, erfahrt ihr übrigens in diesem Artikel zum Thema Kitaplatz gesucht.)

 

Warum der Bezirk ein Magnet für Familien ist?

Doch Friedrichshain bietet eben nicht nur das. Der Bezirk ist beispielsweise ziemlich grün – und nein, das mag zwar auch für die Politik hier gelten, doch auf diese war meine Aussage nun nicht bezogen. So kann ich jeden Tag überlegen, in welche der vielen Grünanlagen und Parks in der Nähe ich mit Junior spazieren gehen möchte. Die Auswahl an fußläufig erreichbaren Spielplätzen von unserem zu Hause aus ist beeindruckend. Die vermeintliche Großstadtanonymität ist für uns, seit Junior geboren wurde, ebenso ein Fremdwort.

Andere nette Familien kennenzulernen ist hier nicht schwer. Und die Zeiten in denen wir mit unseren Nachbarn nicht mehr als ein leise gemurmeltes „Tach!“ bei der zufälligen Begegnung im Hausflur austauschten (ja, das ist wohl in vielen Berliner Ecken der Normalfall) sind mit Einzug in unseren kinderreichen Wohnblock vorbei.

Neben schönen Grünflächen, tollen Spielplätzen und vielen anderen Familien bietet Friedrichshain noch etwas, dass wohl ziemlich einzigartig ist. Zumindest gibt es in Berlin keinen anderen Bezirk, der in diesem Punkt mit unserer Heimat mithalten kann. So glänzt der kleine Stadtteil mit einer Vielzahl an Familienzentren.

Sechs fallen mir sofort ein und vielleicht gibt es noch mehr, die ich nur noch nicht kenne. Diese Zahl ist allerdings schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass es in anderen Bezirken gar kein oder nur ein einziges Familienzentrum gibt. Ich muss zugeben, dass mir meine priviligierte Lage vor Juniors Geburt überhaupt nicht bewusst war. Doch kaum war das Wochenbett vorüber, lernte ich die Vorzüge dieser Zentren sehr schnell zu schätzen.

Mehr noch: Ich halte sie für sehr bedeutsame Orte der Begegnung. Mit ihren oftmals kostenlosen oder sehr günstigen Angeboten ermöglichen die Zentren allen Familien den Austausch mit anderen Eltern und tolle Erfahrungen für die Kleinen. Das vielfältige Angebot im Bezirk umfasst hier unter anderem das Eltern-Kind-Frühstück, Musikkurse für die Kleinsten oder Sport mit Baby / Kind.

Familien erhalten in den Familienzentren jedoch auch fundierte Beratung und professionelle Hilfe. Die Bandbreite reicht von Workshops mit Expertinnen / Experten rund um den Jobeinstieg nach der Elternzeit über die Burnout-Prävention im stressigen Familienalltag bis hin zum Beikost-Seminar und der Sprechstunde mit einer Hebamme bei verschiedensten Themen rund um das Leben mit Baby und Kind. Klingt toll? Ja, das ist es definitiv auch.

Im 2. Teil Friedrichshain mit Kind meiner hiermit beschlossenen Reihe #kiezmitkind stellt euch Jana nächste Woche ihre liebsten Familienzentren, Spielplätze, Parks, Restaurants und Cafes sowie einige Shopping-Tipps. im Bezirk übrigens noch etwas detaillierter und mit Adressen vor. Ich denke, ihr ahnt jetzt schon, warum Friedrichshain ziemlich knorke für Familien ist, wa?

Friedrichshain mit Kind: Insider Tipps von Jana Patschehand

Ein kleiner Eindruck vom schönen Friedrichshain: Links im Bild ist die Kirche im Samariterkiez. Rechts oben seht ihr den Brunnen am Petersburger Platz. Und unten links zeigt sich der Bezirk nochmal von seiner schönsten Seite.

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten oder: Das nervt mich an unserem Heimatbezirk

Aber natürlich ist auch hier nicht alles perfekt. Einige Dinge nerven mich an Friedrichshain. Beispiele gefällig? Dann fange ich mal mit dem, wohl nicht nur für mich, größtem Ärgernis an: Dem Müll. Wo ich mit Junior auch entlang spaziere, ist der Müll unsere unschöne Begleitung. Insbesondere morgens an Sonn- und Montagen erinnern Friedrichshains Grünanlagen eher an eine Mischung aus Outdoor-Filiale eines schlecht sortierten Spätis und Müllhalde. Keinen Unterschied hinsichtlich der Wochentage gibt es hingegen bei ausrangierten Möbeln und Elektronikgeräten. Die stellt der Friedrichshainer an jedem Tag gern einfach auf die Straße. Da mutet manche Installation fast wie Kunst an …

Laut grölende und alkoholisierte Menschen (aus In- und Ausland, denn Friedrichshain ist ein multikultureller und bei Touristen aus aller Welt sehr beliebter Bezirk), die im Zweifel dann noch überall ihr Geschäft verrichten, trifft man hier übrigens zu jeder Tages- und Nachtzeit an. Wobei ich vor allem gegen vier Uhr morgens (ich meine, dass das bevorzugte Zeitfenster für diese Spezies von Mitternacht bis etwa vier Uhr geht) besonders wenig Verständnis für das Mitteilungsbedürfnis der Pöbel-Piesler habe.

Mindestens genauso schrecklich sind auch die immer weiter steigenden Mieten im Bezirk. Hinzu kommen noch die vielen Baustellen. Ich könnte mich mit diesen anfreunden, wenn hier bezahlbarer Wohnraum entstehen würde. Denn der wird ja nun mal dringend in der Berliner Innenstadt gebraucht. Doch was wird hier ohne Ende gebaut? Klar, Luxus-Eigentumswohnungen und Shopping-Malls. Insbesondere der Bau von weiteren Einkaufstempeln regt mich auf. Denn ist es nun nicht so, dass es hier einen Mangel gäbe. Egal in welche Richtung man von Friedrichshain aus man auch fährt: In wenigen Minuten ist man bei der nächsten Mall. Die Geschäfte sind stets die gleichen. Man kann also nicht mal eine tolle riesige Auswahl für die Berliner*innen als Vorteil der unzähligen Einkaufscenter anführen.

Was mir manchmal ebenfalls gehörig auf den Wecker geht, ist wohl unter normalem Großstadtwahnsinn zu verbuchen. So empfinde ich die Lautstärke des Verkehrs an einigen Orten Friedrichshains mitunter als unerträglich. Die besten Beispiele für wirklich laute Orte sind wohl die Kreuzung am U-Bahnhof Frankfurter Tor, die Petersburger Straße und die Warschauer Straße.

Das war es dann aber auch schon mit den negativen Facetten unseres Heimatbezirks. Und damit ihr wisst, sollte es euch eines Tages einmal hierher verschlagen, wie man hier mit Baby und / oder Kind(ern) eine tolle Zeit erlebt, stelle ich euch nun meine Lieblingsorte vor.

Nette Parks und Grünflächen

Wie heißt es doch so schön? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Ich denke die Bilder vermitteln einen guten Eindruck von meinen Lielingsparks / Grünflächen. Wenn ihr Lust auf einen Besuch während Eurer Tour durch Friedrichshain mit Kind habt, dann folgt einfach den Links. Hier erfahrt ihr dann, wo genau sich die schönen grünen Fleckchen befinden.

 

Friedrichshain mit Kind: Insider Tipps

Park an der Auerstraße

Der Park an der Auerstraße ist von Häusern umgeben. Vielleicht ist er deshalb nicht so überlaufen?

Friedrichshain mit Kind: Insider Tipps von Jana Patschehand

Als Mama finde ich dieses Denkmal im Auerstraßenpark natürlich sehr schön. Es strahlt so viel Liebe und Geborgenheit aus.

 

Friedrichshain mit Kind: Insider Tipps von Jana Patschehand

Weberwiesenpark

Der Weberwiesenpark ist ein kleiner Park, der auch bei bestem Wetter nie überlaufen ist. Der kleine Teich wird von den Enten sehr geschätzt. Wer Friedrichshain mit Kind erkundet und eine Pause dringend benötigt, kann hier vom Großstadtrummel abschalten.

 

Der Tipp für kleine Notfälle

Und fast zum Abschluss unserer Tour Friedrichshain mit Kind möchte ich euch noch einen kleinen Notfalltipp mitgeben: Solltet ihr mal in Friedrichshain mit Kind oder Baby unterwegs sein und feststellen, dass ihr einen sauberen Platz zum Wickeln benötigt, eine Bank zum Ausruhen und / oder vielleicht etwas zu trinken, dann sucht einen dieser „dm“-Drogeriemärkte auf. So verfügen sowohl die Filialen in der Revaler Str. als auch auf der Frankfurter Allee über einen tollen Wickelbereich mit allem Zubehör. Hier gibt es außerdem kostenloses Wasser und eine Bank zum Ausruhen oder Stillen. Ich kann ehrlich gesagt kaum noch zählen, wie oft ein „dm“ mich in den letzten Monaten gerettet hat. Und wenn man schon mal da ist … Klar, dass ich nie ohne mindestens drei Produkte eine Filiale verlassen habe, oder?

Darum Friedrichshain mit Kind – eine kurze Liebeserklärung

Und am Ende dieses Artikels hoffe ich, dass ihr einen guten Eindruck von unserem Heimatbezirk Friedrichshain gewonnen habt. Trotz der Schattenseiten liebe ich es, hier zu leben. Friedrichshain ist jung, dynamisch und familienfreundlich (und ja, eben auch laut und dreckig). Ich kann allen Berlin-Besuchern*innen einen Besuch nur wärmstens empfehlen.

Meine Empfehlungen und Tipps sind natürlich sehr subjektiv. Es gibt auch noch jede Menge mehr zu entdecken hier. Doch ich wollte euch einfach mal mitnehmen zu meinen liebsten Orten in unserer Heimat. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich riesig über euren Klick auf meinen Blog patschehand.de. Hier berichte ich ehrlich, aber gut gelaunt, über meinen Alltag als Mama mitsamt seiner Tücken. Auf „Facebook“ und „Instagram“ zeige ich übrigens regelmäßig Impressionen unserer Spaziergänge und Ausflüge quer durch den Bezirk und Berlin 😉

Herzliche Grüße aus Berlin-Friedrichshain,

eure Jana

 

Wer mehr Insider Tipps von Jana zu ihren liebsten kinderfreundlichen Orten in Friedrichshain bekommen möchte, erfährt hier im zweiten Teil zu Friedrichshain mit Kind – erster urbaner Stadtteil und Insiderbericht meiner neuen Serie #kiezmitkind. Wer hier seinen Kiez vorstellen möchte und wie er ihn mit Kind erlebt, ist herzlich willkommen! Bitte schreibt mir in den Kommentaren oder per mail an contact@mamirocks.

Friedrichshain mit Kind: Insider Tipps von Jana Patschehand

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