Einkaufen ohne Plastik im Praxistest: Was funktioniert?

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

Einkaufen ohne Plastik ist gar nicht so schwer, wie ich es mir vorgestellt habe! Zumindest einige Bereiche klappen recht gut. Ich werde wohl auch nicht auf Zero Waste umstellen, aber das hatte ich auch nicht wirklich vor. Mir geht es darum ein Bewusstsein zu schaffen für Müll, Verpackung und wie es möglich ist, eine ganze Menge einzusparen, ohne viel an den Alltagsgewohnheiten zu ändern. Einfach durch Bewusstsein und einen achtsamen Umgang! Da wir dieses Wochenende immer noch mit einem hartnäckigen Husten, Schnupfen, Kopfweh, Gliederschmerzen, eben die ganze Palette zu kämpfen haben, zeige ich euch erst einmal meine Teedose von innen.

Diesen Tee trinken wir gerade alle, denn bei immer noch bzw. wieder 3 von 5 Kranken habe ich ganz schön zu tun. Damit ich keinen Rückfall erleide, trinke ich fleißig mit. In der Dose seht ihr Salbei, Thymian, Minze, Melisse, Schafgarbe, Johanniskraut, Gänseblümchen, Spitzwegerich, Breitwegerich, Huflattich, Quendel, Dost, Malven, Schlüsselblumen, Calendula. Immer wenn ich Kräuter finde beim Spazierengehen, trockne ich sie für die Mischteedose.

Mir gehen nämlich auch die Teebeutel (Hersteller) richtig auf die Nerven. Wieso müssen sie jeden einzelnen Beutel in Plastik verpacken? War Papier nicht gut genug? Ich werde darauf achten und mir aufschreiben, welche Tees noch nicht Plastik beschichtete Hüllen haben. Meistens sind es die billigen Tees. Die kommen zum Teil auch weiterhin ohne Einzelverpackung der Teebeutel aus. Die Teebeutel entsorge ich auf dem Kompost. aber die Hüllen nerven mich schon lange.

 

Kinderkleider und Kuchen

Doch wir haben dieses Wochenende auch noch mehr gemacht, außer nur krank zu sein. Dennoch, dieses Wochenende haben wir mit keinen spektakulären Urlaubsfotos aufzuwarten. Ich habe mal unseren Alltag abgelichtet, der gerade sehr viel mit Einkaufen ohne Plastik – wen möglich – zu tun hat.

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

Am Samstag Vormittag war ich mit den Zwillingen auf einem Basar für Kinderkleidung. Das war toll und ich habe so ziemlich alles bekommen, was wir gebraucht haben. Ich weiß  nicht wie es bei euch ist, aber bei uns gibt es auf diesen Kinderbasaren auch immer sehr viel neue und neuwertige Sachen. Diese haben nicht immer Flohmarktpreise, aber so ist für jeden was dabei. Für Leute, die auf neuwertige Sachen WErt legen, lohnt sich ein Besuch ebenso wie für Leute, die einfach günstig einkaufen wollen. Und all das ganz ohne Plastik – vorausgesetzt man denkt an die Taschen daheim.

Das hatte ich wieder einmal vergessen (obwohl ich sie im Auto hatte, nein!) und habe für 2 Euro diese bekannte Tragetasche erstanden. Fand ich ein super Angebot – bisher wurde alles in Mülltüten verpackt. Auf dem Basar selber sind die Helferinnen herum gelaufen und haben den Leuten Tragetaschen nur für drinnen angeboten. Auch super.

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

Dass es auf solchen Veranstaltungen immer leckeren, selbst gebackenen Kuchen gibt, wusste ich schon. Deshalb habe ich meine alte Dose mitgenommen und mir randvoll mit Kuchen machen lassen. Die Damen hatten übrigens Papiertüten zum Verpacken da. Auf was ich plötzlich nicht alles achte, ey!

 

Einkaufen ohne Plastik: Was leicht funktioniert!

Dann sind wir zum Einkaufen ohne Plastik gefahren. Mein neues Bewusstsein wollte es jetzt mal wissen. Nachdem ich diese Woche schon zwei österreichische Supermärkte (Spar und Mpreis) ausprobiert hatte, um zu sehen, was es wo unter diesem Aspekt gibt, sind wir in einen deutschen Supermarkt gefahren. Zuerst habe ich aber beim Getränkemarkt das Leergut abgegeben und neben Wasser und Bier diesmal auch je einen Kasten Apfelsaft und Orangensaft mitgenommen. Erstaunlich, aber diese sind auch nicht teuer als die Tetrapacks, die wir bisher kauften. Also schon mal ca. den halben Tetrapackberg im Gelben Sack reduziert.  (Bitte niemand schimpfen, dass ich das bisher nicht gemacht habe).

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

Rewe hat mich überrascht

Als erstes fand ich schon mal gut, dass eine Kartonbox am Eingang des Rewe-Marktes auf Kunden wartet. So konnte ich die Oktoberfest-Brezn gleich mal in einen flachen Karton legen. Ich habe natürlich auch wieder die Stofftaschen vergessen für das Gemüse. Da ging dann auch ein Karton.

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

All dieses Gemüse habe ich somit ohne diese Plastiktütchen nach Hause befördert. Der an der Kasse hat ein bisschen gemurmelt, weil alles einzeln war, aber hat schön brav gewogen. Sonst hätte ich ihm schon erzählt von meinem Selbstversuch Einkaufen ohne Plastik, logisch.

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

Was mich aber wirklich überrascht hatte beim Einkaufen ohne Plastik war die Menge der Produkte, die ich vergessen hatte, dass es sie auch in Glas gibt. Früher war es doch normal, dass wir Ketchup im Glas hatten. Als ich ein Kind war, hatten wir immer Ketchup im Glas. Auch vor einigen Jahren gab es das noch viel öfter. Ich glaube, es ist diese schleichende Plastifizierung, die es so schlimm macht. Man hat lange Zeit gar nicht gemerkt, wie das Plastik als Verpackung so rapide zu nimmt.

Es gibt aber auch noch Wiener im Glas (naja, die Kinder wollten sie probieren), vegetarische Produkte wie Streichcreme und Hummus sowie Leberwurst im Glas und in der Dose. Wer Plastik sparen will hält sich am besten vom Kühlregal fern. Dort gibt es so gut wie ausschließlich Ware in Plastik. Zu den Dosen ist zu sagen, dass viele von ihnen innen mit Plastik beschichtet sind. Es gibt aber auch noch die nur aus Weißblech, das sind wieder meist die billigeren.

Für Wiener und so etwas, ist es wohl wie gehabt das beste zum Metzger zu gehen. Nadine Schubert schlägt vor, sich selber eine Box mitzunehmen. Das ist dann wohl schon für richtig Fortgeschrittene. Ich habe mich da noch nicht daran gewöhnt.

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

Was ich weiterhin in Plastik gekauft habe

So ziemlich alle Milchprodukte im Supermarkt sind nicht so leicht. Einkaufen ohne Plastik scheitert bei mir zum Beispiel bei der Hafermilch. Da ich ja keinen Milchzucker vertrage, trinke ich viel Reismilch & Co. klar weiß ich, dass man das selber machen kann, aber dafür fehlt mir schlichtweg die Zeit. Joghurt gab es in den österreichischen Supermärkten auch nur in Plastik, in D-land müsste ich mal gucken. Da gab es auch immer Gläser, oder?

 

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

 

Regionale Produkte

Seit vorgestern kochen wir mit dem Gemüse aus der Tiroler Gemüsekiste. Doch auch diese muss nach gesetzlicher Vorschrift mit Plastik bedeckt angeliefert werden. Ich habe mich danach erkundigt, weil ich dachte, ich könnte auf diesem Wege Plastik sparen. Aber dennoch sind regionale Gemüse sicher viel besser in ihrer Ökobilanz. Die Kinder haben sich gefreut über die krummen Karotten und das Gelbe dahinter ist kein Kürbis, sondern eine dicke, runde Zucchini!

 

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

Aus der kugeligen Zuchhini haben wir zusammen mit Kartoffeln heute Kartoffelpuffer zum Abendessen gemacht.

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

 

Den Rest des Sonntags haben wir mit Ausmisten verbracht. Die Kinder wollen demnächst auf einem Kinderflohmarkt selbst verkaufen.

Tipps und Tricks zum Einkaufen ohne Plastik: Es funktioniert!

Alles Gute und viel Gesundheit wünscht Euch, Verena
Mehr Wochenende in Bildern findet ihr wie immer bei geborgen wachsen und mehr Grünzeug bei den Naturkindern.

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12 Comments

  • Ingrid sagt:

    Gutes Ding!
    Das mit der Plastikabdeckung der Biokiste wundert mich aber – wir bekommen sie vom Achleitner http://www.biokiste.at und da ist kein Plastik drauf! Allerdings kommt ab und zu eine Obst/Gemüsesorte in Plastik – hab zwar schon mit denen telefoniert und es deponiert, aber ab und zu scheint es einfach nicht anders zu klappen in deren Prozessen… oder vergessen…

    • Verena sagt:

      Ich finde es auch schade. Ich habe extra mit der Tiroler Gemüsekiste telefoniert und diese Informationen erhalten. Ich habe auch angeboten, die Folie gewaschen immer wieder mitzurück zu geben, ber das entspricht auch nicht ihren Vorschriften. Finde ich schon ein wenig schade.

      • Ingrid sagt:

        Aber was sollen das für Vorschriften sein, die in Tirol gelten, aber in SBG/OÖ wurscht wären? Seltsam.

        Gewaschen zurück und wiederverwenden wär ihnen wahrscheinlich eher zu aufwändig, würde ich eher vermuten 😉

  • Larissa sagt:

    Hallo Verena,
    Toller Beitrag, wirklich interessant. Damit man die Tüte nicht vergisst gibt es kleine, zusammenfaltbare Taschen, die in jeder Handtasche Platz finden. Bei mir ist in nahezu jeder Handtasche mittlerweile so etwas drin.
    Joghurt gibt es in deutschen Supermärkten wie Rewe definitiv im Glas, sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungen und von verschiedenen Marken.
    Das einzige was mich an deinem Selbstversuch gestört hat – Dosen sind keine Alternativen für Plastik sondern noch viel schlechter für die Umwelt. Weißblech geht immerhin noch, aber bevor man auf Alluminium zurück greift, ist Plastik definitiv sehr viel weniger umwelt- und gesundheitsschädigend.
    Liebe Grüße,
    Larissa

    • Verena sagt:

      Danke für die Tipps liebe Larissa. Auch mit den Dosenn. Woran erkennt man ob eine Dose aus Weißblech oder Aluminium besteht? Ich habe diese Info mit den Weißblechdosen aus Nadine Schuberts neuem Buch „Noch besser leben ohne Plastik“. Ich zitiere: „Was ich hin und wieder kaufe, sind Nüsse in Weißblechdosen, ökologisch nicht perfekt, aber akzeptabel.“ (S. 46) Was meinst du dazu? Liebe Grüße zurück!

  • Steffen Rupp sagt:

    Schöner Beitrag! Du kannst sogar beim Einfrieren größtenteils auf Plastik verzichten und viele Sachen in Gläser einfrieren. Wie das geht, kannst Du auf meiner Seite lesen 😉

    • Verena sagt:

      Danke! Ich habe das auch schon gemacht, da ich immer für die Kinder Eis mache und die Formen nicht gereicht haben. In diesem Zusammenhang habe ich es noch nicht berücksichtigt – Super Tipp, komme gerne mal bei dir auf dem Blog stöbern!

  • Susan sagt:

    Hallo Verena,
    beim Titel des Artikels hatte ich jetzt erwartet das du kompliziert irgendwelche Bio oder Läden ohne Verpackung aufgesucht hast. Aber du hast ja völlig recht es ist doch ganz einfach. Der Kommerz und unsere eigene Bequemlichkeit hat uns irgendwie dafür blind gemacht zu erkennen das wir keinen Plastikschrott kaufen müssen!
    Gemüse kaufe ich seit jeher ohne Plastiktüte und lege es immer direkt in den Einkaufskorb wofür ich immer Unverständnis ernte aber ich brauche diese Tüten nicht. Das ich aber bei simplen Artikeln wie Ketschup auch eine Wahl habe ich verdrängt.

    Danke für deinen Artikel, den ich als Anlass nehmen werde wieder bewusster beim Einkauf darauf zu achten wie die Ware verpackt ist.

    • Verena sagt:

      Das finde ich großartig, dass Du keine Plastiktüten für das gemüse nimmst, das mache ich jetzt auch. Und ich freue mich sehr, dass dich mein Text inspiriert hat, wieder mehr darauf zu achten.
      Ich kann es mir ehrlich gesagt auch nicht leisten für 5 Leute im bioladen einzukaufen. (Die essen ganz schön viel…) Außerdem habe ich auch keine Zeit um viele einzelne Geschäfte aufzusuchen, und ich bin erleichtert, dass es auch im normalen Supermarkt Alternativen gibt.

  • Claudia sagt:

    Hallo Verena,
    Warst du schon mal in Kufstein/Sparchen beim Strillinger Gemüsehandel? http://www.strillinger.at
    Dort gibt’s täglich Saisonales, frisch geerntetes Gemüse aus eigenem Anbau und die packen dir alles in deine Tasche der Wahl. Bis auf Kartoffeln habe ich dort noch nie was in Plastik verpackt bekommen. LG

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