Wie Klassiker ewig leben! Hanni und Nanni im Kino!

Hanni und Nanni im Kino
Nanni (Rosa Meinecke) und ihre Reiter-Clique. © 2017 UFA Fiction (Fotograf: Stephan Rabold)

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Wisst ihr, dass ab 25. Mai Hanni und Nanni im Kino sind? Für mich ist das wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Ich bin seit Kinderjahren absoluter Fan von den lustigen Zwillingen und ihren Abenteuern im Internat Lindenhof. Ich habe alle Hanni und Nanni Bücher und sehr viele andere von Enid Blyton gelesen, wollte am liebsten selbst Mitternachtspartys in einem Internat feiern und habe immer noch eine Kassette: Das Hörspiel „Die Zwillinge sind immer dagegen“ mögen meine Kinder heute auch noch – Mädchen wie Jungs. Ganz so oft wie ich hören sie es allerdings (noch) nicht, wahrscheinlich haben sie zuviel Auswahl. Ich konnte die Kassette jedenfalls als Kind in- und auswendig. Ob diese von Enid Blyton in den 1940er und 1950er Jahren ausgedachte Geschichte tradierte Rollenklischees verfestigte, war mir damals recht herzlich egal.

Und da war es für mich natürlich keine Frage, als ich die Einladung bekam mit unseren Kindern Hanni und Nanni im Kino vorab zu sehen und etwas darüber zu schreiben. Dies ist übrigens bereits das vierte Mal Hanni und Nanni im Kino – doch diesmal überrascht uns Regisseurin Isabell Šuba mit einigen Neuerungen:

Hanni (Laila Meinecke) und Nanni (Rosa Meinecke) mit Paint Horse Pegasus. © 2017 UFA Fiction (Fotograf: Stephan Rabold)

Sehenswert für Mädchen und Jungs

Besonders gefreut hat es mich, dass zwar im Kern die Struktur der Geschichte erhalten geblieben ist, dennoch aber eine ganz neue Wendung nimmt. Oft geht so etwas bei sehr bekannten, literarischen Adaptionen gehörig schief. Doch dieses Hanni und Nanni im Kino ist wirklich gelungen. Das Drehbuch von Katrin Milhahn und Antonia Rothe-Liermann bietet spannende Wendungen auch für Leute, die denken, die Geschichte ist ein alter Hut. Wir Eltern hatten unseren Spaß mit dem witzigen, frechen Film und den mit brillianten deutschen Schauspielern ausgezeichnet besetzten Rollen. Produziert haben den Film „Hanni und Nanni – Mehr als beste Freunde“ Sebastian Werninger (UFA FICTION) und Hermann Florin (FEINE FILME).

 

Hanni verbringt viel Zeit mit dem Grantler Godehard von Knigge (Henry Hübchen). © 2017 UFA Fiction (Fotograf: Stephan Rabold)

Auch wenn die Zielgruppe des Films natürlich in erster Linie Mädchen sind: Unsere zwei Söhne waren von der ersten Minute des Films an ganz in seinem Bann. Sie waren sehr erstaunt, dass Mädchen so cool sein können. Unsere sechs Jahre alten Zwillinge und noch mehr unser Zweitklässler haben sich natürlich jede Menge Unsinn gemerkt. Ich dachte gleich, da kannste dich schon darauf freuen, was sie so für Interpretationen der grandiosen Streiche von Hanni und Nanni im Kino in den nächsten Wochen bringen werden. Zum Glück waren die Streiche aber derart kompliziert, dass nichts dergleichen passiert ist – so was gibt es eben doch nur im Kino – oder im Internat Lindenhof?

Die Story

Die Vorstellung, den Rest des Schuljahres im Internat zu verbringen statt in ihrem Zuhause in Berlin, finden die Zwillinge Hanni (Laila Meinecke) und Nanni (Rosa Meinecke) mehr als uncool. Aber ihre Mutter Susanne (Jessica Schwarz) bleibt hart: Sie selbst ist beruflich unterwegs, und wenn Hannis und Nannis Vater Charlie (Sascha Vollmer) allein auf die Zwillinge aufpassen muss, kommt nur Chaos dabei heraus … So landen die beiden Mädchen im Internat Lindenhof, das auch ihre Mutter als Mädchen besucht hat. Die beiden beschließen, sich richtig daneben zu benehmen, damit sie noch innerhalb der Probezeit wieder von der Schule fliegen.

Doch dann findet Nanni unter den Reitschülerinnen neue Freunde und im Pferd Pegasus eine Aufgabe, während Hanni weiter an ihrem Rausschmiss arbeitet. Zum ersten Mal in ihrem Leben sind die beiden richtig verschiedener Meinung und gehen getrennter Wege. Hanni ist für kurze Zeit richtig einsam. Sie lenkt aber erstmal nicht ein und trifft im Wald auf den alten Godehard (Henry Hübchen) mit seinem Hund Lochness, genauso schlecht gelaunt wie sie in diesen Momenten. Zu dem Zeitpunkt ahnt sie nicht, dass in dessen Haus der Schlüssel zu dem Geheimnis versteckt ist, das den Lindenhof vor dem drohenden Verkauf bewahren kann. So findet auch sie ihre Aufgabe, um der Trotzfalle zu entkommen.

Nanni und June (Ella Lee) versuchen, Pegasus zu zähmen. © 2017 UFA Fiction (Fotograf: Stephan Rabold)

 

Als Zwillingsmama finde ich es besonders wichtig, dass die beiden sich unterschiedlich entwickeln. Zwillinge sind nicht immer einer Meinung und nicht dauernd ein Herz und eine Seele. Das ändert nichts an der besonderen Bindung, die sie zueinander haben. Gerade für Zwillinge ist es wichtig, manchmal ihren eigenen Weg zu gehen und das ist eine schöne Botschaft für alle Kinder: Macht das, wonach IHR Euch fühlt, nicht das, was die Gruppe vorschreibt.

Die Schauspieler

In dieser Hinsicht ist es der Regisseurin Isabell Šuba gelungen tradierte Rollenbilder zu durchbrechen und jenseits dieses Sommer-Gute-Laune-Films den Kindern etwas mitzugeben. Auch was die Rosa-Klischees über Mädchen und die Vorstellungen, wie Mädchen zu sein haben, betrifft, findet sie im Rahmen des Filmgenres Möglichkeiten, diesen Zuschreibungen zu entgehen.

Die Zwillinge Laila und Rosa Meinecke spielen die Rolle der Hanni und Nanni mit Bravour. Sie sind erfrischend natürlich und authentisch. Der Zuschauer merkt, was die Mädels für einen Spaß beim Dreh hatten. Als Schülerinnen im Lindenhof sind außerdem Shenia Pitschmann („Block B – Unter Arrest“), Lynn Dortschack („Ente gut! Mädchen allein zu Haus“) und YouTuberin Faye Montana mit von der Partie. Sehr entspannend für mich ist die Tatsache, dass Mädchen hier mal nicht in die klassische rosa Mädchenrolle aufgehen. Es wird hier weder geschminkt, noch sich aufgebrezelt. Zuhause in Berlin rappen und skaten die Schwestern. Im Internat machen sie solange Blödsinn bis sie eine persönliche Aufgabe gefunden haben, die sie dann auch wieder zusammenbringt.

Auch das Erwachsenen-Ensemble ist prominent besetzt: Als Hanni und Nannis Eltern sind Jessica Schwarz („Jesus liebt mich“) und „The BossHoss“-Sänger Sascha Vollmer dabei. Maria Schrader („In Darkness“, „Vorstadtkrokodile“) spielt die Internatsleiterin Frau Theobald. Julia Koschitz („Gespensterjäger“, „Ruhm“) ist die strenge Physiklehrerin und Katharina Thalbach die Französischlehrerin Madame Bertoux. In weiteren Rollen spielen Henry Hübchen („Alles auf Zucker!“) und Lucas Reiber („Verrückt nach Fixi“).

Physiklehrerin Frau Vogel (Julia Koschitz), Madame Bertoux (Katharina Thalbach) und Internatsleiterin Frau Theobald (Maria Schrader) begrüßen die Zwillinge im Speisesaal von Lindenhof. © 2017 UFA Fiction (Fotograf: Stephan Rabold)

 

Katharina Thalbach, aber auch Henry Hübchen bringen richtig viel Humor in die Story. Fazit: ein richtig schöner Kinofilm für die ganze Familie.

Hanni und Nanni im Kino

Seid ihr auch solche Fans von Hanni und Nanni als Kind gewesen? Dann nichts wie ab zu Hanni und Nanni im Kino. Und wenn ihr die lustigen Zwillinge noch nicht kennt – lasst euch überraschen! Der Film lohnt sich auf jeden Fall: ein gutes Programm nicht nur für Regentage ab Mittwoch 25. Mai 2017. Das Wetter bleibt ohnehin wechselhaft. Mehr Rezensionen zu Isabell Šuba und ihrer Adaption von Hanni und Nanni im Kino finden sich hier bei Zeit Online.

Und hier gibt es noch mehr Ideen, was wir sonst noch so für Ausflüge bei Regenwetter vorhaben.

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