Die wahren Herausforderungen als Mama

Die wahren Herausforderungen als Mama erfahrt ihr in diesem Blogpost!

Wieso gibt es so Tage, an denen ich von meinen Kindern nur genervt bin? Dabei sind sie so lieb und lustig und lebensfroh. Die wahren Herausforderungen als Mama hauen mich immer wieder um.

Ich hadere so oft mit mir selber, dass ich es nicht besser hinkriege. Wieso befolgen die drei meine Regeln nicht, ohne dass ich auf den Tisch haue und kommandiere wie ein Feldmarschall? Wieso bin ich dauernd so gestresst? Wieso stresst mich dieses fröhliche, singende, johlende Kindergekreische, die ausgelassenen Spiele, die quietschfidele Albernheit, dieses Einer-übertönt-den-anderen mit seinen abstrusen Einfällen? Sie streiten ja noch nicht einmal – sie sind bloß laut. (Streiten können sie schon auch!) Sie spielen und sie wollen all dies am liebsten in meiner Nähe tun, denn sie sind Kinder, meine drei Kinder.

Manchmal ist Ebbe. In meinem Gehirn herrscht Ebbe. Gerade hatte ich noch eine Million Dinge vor und jetzt ist abend, ich habe endlich Zeit für mich und kann ich mich zu nichts aufraffen. Alles ist mir zu mühsam und ich hänge in den depperten sozialen Netzwerken fest – fühle mich wie gefangen und bin angeödet von dem immer gleichen Gesumse. Gerade habe ich das Gefühl, meine anfängliche Blog-Euphorie schwindet etwas. Ich habe gerade auch keine Lust was zu schreiben. Doch ein Gedanke zieht mich wieder hoch: Such Dir eine tolle Blogparade. Wie wunderbar, es gibt jemand im Bloggerversum, der mir Aufgaben stellt. Genau richtig für mich ist die vor ein paar Wochen (oder waren es nur Tage?) vorgemerkte Blogparade von Keep Cool, Mama! Danke liebe Daniela, für Deinen Aufruf über die größten Herausforderungen als Mama zu schreiben, denn das ist gerade genau mein Thema! Und vielleicht kommt die Begeisterung gleich zurück, denn das war doch für mich das schönste am Bloggen, die Selbstreflexion!

Was sind Deine größten Herausforderungen als Mama?

Wie oben gerade skizziert erscheinen mir die Herausforderungen als Mama im Alltag mit drei Kindern gerade schier unlösbar. Ich überdenke jeden Abend die Situationen, in denen ich explodiert bin, überlege was mich denn so aufregt und wie ich mehr Geduld für meine Superschatzis aufbringen kann.

Heute hat es einigermaßen gut geklappt, obwohl ich nicht ausgeschlafen war. Ich habe all das, was mich so nervt, einigermaßen ruhig und gefasst auf den Punkt gebracht. Und als die Tobe-Nummer einfach nicht mehr zu stoppen war, habe ich das Zimmer gewechselt. Natürlich mit dem Resultat, dass alle drei binnen zwei Minuten wieder bei mir in der Küche waren. Da gabe es dann Jause bei guter Stimmung. Als ich danach den versprochenen Film im Internet suchen wollte, begannen meine fünfjährigen Zwillinge und ihr großer Bruder, der seine wilden Geschwister so sehr liebt wie er sie gerne ärgert, wieder aufeinander zu springen, zu klettern, zu raufen – alles wie immer unter Ohren betäubendem Gejohle, alles wie immer im Elternbett, eben die breiteste, tollste Tobefläche.
Und ja, anstatt zu schreien, ist es mir gelungen, dass alle Kinder im Wohnzimmer gewartet haben (nicht gerade schweigend, aber immerhin) bis ich fertig war: Wie ich das gemacht habe?  Ich habe mich ruhig und mit verschränkten Armen hingesetzt und gesagt: „Ich bleibe so sitzen bis ihr rübergeht und ich in Ruhe nach einem Film suchen kann.“ Siehe da, es hat gewirkt. In der Theorie weiß man das ja auch alles, aber genau das sind die Herausforderungen als Mama, diese simplen Theorien auch UMZUSETZEN!

Die wahren Herausforderungen als Mama

Herausforderungen als Mama von drei wilden Rabauken

Als die Lütten noch richtige Kleinkinder waren, hielt sich alles noch im Rahmen. Ich hatte Spaß am Basteln und am gemeinsamen Spiel. Wir machten viele Ausflüge und die Kinder fanden alles „Super“, was man ihnen an Kreativem und pädagogisch Hochwertigem so vorschlug. Jetzt aber haben sie ihren eigenen Kopf nd lassen sich absolut nichts mehr sagen, keinen Rat mehr geben. Ach bitte, auch nur eine Phase, oder? Ganz davon abgesehen, dass sie alles selbst machen wollen – habe ich sie nicht jahrelang zur Selbständigkeit angeleitet? – haben sie außerdem konkrete Vorstellungen, was und wie sie z.B. etwas basteln möchten. Mit schicken DIY-Projekten ist es daher bei uns nicht weit her, denn das Kind macht wie es meint. Bisher fand ich das ja auch soweit OK, denn der Konsens ist ja klar: fördere Dein Kind à la Montessori und „Hilf mir es selbst zu tun“, lasse seiner Kreativität und Schaffenskraft freien Lauf. Soweit so gut: Doch gestern habe ich bemerkt, dass bei uns nahezu kein Anleiten mehr möglich ist, wenn alles die Kinder bestimmen. Denn ihre Vorstellungskraft in Sachen Materialkunde, Basteltechniken, Farbenlehre sind limitiert. Klar ist es schön, sie machen zu lassen. Doch bereichernd wird die gemeinsame Kreativität doch erst, wenn die Jüngeren etwas vom Erfahrungsschatz der Älteren annehmen, oder? Nein, so einfach ist es aber nicht. Zu den großen Herausforderungen als Mama gehört, sich zurückzunehmen, um den Kindern echten Raum für freie Entfaltung zu lassen. Kein dauerndes „Nimm doch diese Farbe, mach das doch so!“, sondern wirklich zurückhalten und das Kind seine eigenen Lernprozesse zu durchleben, ist mehr wert. Auch wenn die liebe Mama noch so gut weiß, dass das Kind auf dem Holzweg ist – und das gilt nicht nur fürs Basteln.

Es ist nicht wichtig wie Du es haben willst, Mama. Du kannst es schon. Ich lerne doch die ganze Zeit von Dir oder glaubst Du, ich gucke nicht heimlich rüber, wie Du Dein Bild malst, Mama?

 

Kinder sind Kinder sind Kinder

Zu den Herausforderungen als Mama gehört auch, die Kinder Kind sein zu lassen. Sie dürfen laut und lustig sein. Sie dürfen Fehler machen. Sie dürfen schreien und wütend sein. Ich als Erwachsene habe hingegen die Aufgabe, mich soweit im Griff zu haben, dass nicht immer gleich die Emotionen hochkochen. Dennoch kann ich die Kinder darauf hinzuweisen, wenn mich etwas so stört, dass ich mich in meinem persönlichen Schutzraum vereinnahmt fühle. Doch ich muss lernen, dass weniger emotional zu tun. Denn Aufregen und Ärgern raubt mir nur meine Energie. Es hilft so viel, wenn man über sich selbst lachen kann, und all die kleinen Tests und Provokationen nicht so ernst nimmt.

Vieles ist im Unterbewussten verankert. Oft merke ich gar nicht, wie sehr das Verhalten der Kinder unbewusste strukturelle Muster in meiner Persönlichkeit aktiviert. Ohne es zu wollen lade ich ihre Handlungen mit Gefühlen auf, die aus meiner eigenen Unsicherheit herrühren und rein gar nichts mit ihnen zu tun haben. Ich habe bemerkt, wie sehr mich im Umgang mit den Kindern alte Themen wie „Ich will geliebt werden“, „Ich brauche Harmonie und Geborgenheit“ und „Bitte sei stolz auf mich“ wieder einholen. Das hat mich ziemlich erschreckt. Aber ich bin sehr froh, dies erkannt zu haben und fühle mich plötzlich viel näher am Knackpunkt meiner persönlichen Herausforderungen als Mama. Denkt man diese Gedanken nämlich einmal zu Ende, bekommen nicht böse gemeinte Provokationen der Kinder mit eine Mal eine geradezu dramatisch persönliche Bedeutung.

Hat es am Ende auch mit den eigenen Mustern zu tun, dass es mich so nervt, wie wenig sich die Kinder an die Regeln in unserer Familie halten? Ich meine konkret die Regeln für ein harmonisches Miteinander, wie kein Getobe, Gegröhle und Gekreische am Tisch, kein Aufpsringen und Herumrennen während dem Essen oder dass ich immer mindestens zweimal rufen muss, wenn es etwa ums Zähneputzen, Anziehen oder Aufräumen geht. Beziehe ich etwa immer alles gleich auf mich? Ärgert mich das etwa deshalb alles so sehr, weil ich alles sehr persönlich nehme? Könnte sein. Nimm Dich und Deine Regeln nicht immer so wichtig, liebe Mami. Klar hat das alles seinen Sinn, aber wenn ich dann irgendwann so gestresst bin, dass mir nur noch nach Schimpfen zu Mute ist, dann sollte ich wohl doch lieber in mein Zimmer gehen und etwas Schönes für mich tun.

In diesem Sinne beende ich jetzt diese Überlegungen, denn sie haben mich schon wieder ein Stückchen weitergebracht in Richtung großes Ziel: ein harmonisches Miteinander mit den Kindern zu erreichen, in dem die Regeln eingehalten werden und sich alle damit wohlfühlen. Und die wichtigste Erkenntnis: Wieso immer bei den Kindern ansetzen, wenn sich etwas verändern muss? Naheliegender ist es doch, vor der eigenen Türe zu kehren.

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