Meine Svenja im Interview über Job und Familie

Meine Svenja im Interview über Job und Familie

Liebe Svenja, es ist mir eine Ehre, dich heute in meiner Reihe zur Vereinbarkeit von Job und Familie zu begrüßen.  Viele tolle Frauen durfte ich schon hier vorstellen und heute also die große Svenja, die mit ihrem Blog Meine Svenja 150.000 Leser erreicht. Mir wird gleich schwummerig bei dieser Zahl. Kennengelernt haben wir uns aber nicht durch Deinen Blog, sondern an dem netten Abend bei den Münchner Mamabloggern im Kinderkunsthaus. Dort und auf der denkst hast Du andere Bloggerinnen teilhaben lassen an Deinem Wissen und überhaupt benimmst Du Dich gar nicht wie die große Svenja, sondern wie eine nette Svenja. Keiner muss für Dich den roten Teppich ausrollen und Du bist lustig, inspirierend und offen. Vielen Dank, dass Du so bist wie Du bist und ich freue mich auf unsere nächste Begegnung – jenseits von Job und Familie.

Wer bist Du?

Svenja, 45 Jahre alt, verheiratet mit dem besten Mann der Welt. Ich habe zwei Kinder, die mir die Welt bedeuten. Meine Tochter Lis, 12 und mein Sohn Ludwig, 10. Ich liebe es zu schreiben, mich zu bewegen und andere Menschen zu inspirieren.

Woher kommst Du und wohin gehst Du?

Ich komme aus Ostwestfalen und aus dem Gefühl, da nicht hinzugehören. Als ich meinen Mann kennengelernt habe, schwanger wurde, geheiratet habe und nach München zog, war das wie ein Befreiungsschlag. Endlich war ich nicht mehr die Exotin, sondern lernte Menschen kennen, die auch nach vorne drängen. Die offen waren, für die Welt und was es darin noch zu erleben gibt. Wohin ich gehe? In Richtung maximale Freiheit und Lebendigkeit.

Was willst Du über Deine Familie sagen?

Ich habe gelernt: Job und Familie ist das, was man draus macht. Die Herkunftsfamilie prägt die ersten 20 Jahre. Wie ich in meiner kleinen eigenen Familie lebe, ist sicher von vielen dieser Muster bestimmt. Aber ich habe mir auch Gedanken gemacht und manche Dinge anders eingetütet. Mein Mann und meine Kinder sind die Menschen, mit denen ich am allerliebsten zusammen bin und denen ich alle meine Farben zeige.

Warum und was arbeitest Du?

Ich arbeite, weil ich das, was ich tue, gar nicht als Arbeit empfinde. Es ist eher das Ausleben von Hobbies gegen Bezahlung. Ich verdiene mein Geld schon immer damit, zu schreiben. Früher als Werbetexterin, seit mittlerweile acht Jahren als Bloggerin und Autorin. Was ich schon immer gerne gemacht habe: Vor der Kamera sein und vor großen Gruppen sprechen. Heute arbeite ich deshalb auch als Coach und Beraterin – und vermittle, was ich in den letzten Jahren gelernt und gelebt habe. Wenn ich in einem Satz beschreiben müsste, was mein berufliches Wirken besonders macht, würde ich sagen: Es ist die Liebesheirat vom Schreiben und allem Digitalem.

Erzähle uns etwas von Deinem beruflichen Werdegang!

Germanistikstudium, Gründung einer PR-Agentur, Gründung einer Agentur für Werbetexte. Dann habe ich meinen Mann kennengelernt, geheiratet und Kinder bekommen. In dieser Zeit habe ich fünf Jahre in seiner Firma, der Waltermedia, mitgearbeitet. Dort beschäftigen wir uns mit Storytelling und in der Zeit habe ich viel über Dramaturgie und journalistische und erzählerische Formate in TV und Print gelernt. Dann ab 2008 aktives Bloggen, ab 2010 Protagonistin für RTL Punkt 12, 2011 Kochbuch mit Thermomix, 2013 Buch mit Gräfe und Unzer und Erreichen der 100.000 Leser, 2015 waren es dann 150.000 Leser. Und noch tausend andere Meilensteine in between, aber das ist mal die Ultrakurzfassung.

 3 Dinge, die Dir am schwersten fallen, beim Wechseln zwischen Job und Familie!

Ich arbeite zu 99 Prozent von zuhause, da fällt mir das Wechseln zwischen Job und Familie nicht schwer. Ich setze mich morgens an den Schreibtisch und ab Mittags bin ich dann mit meiner Familie zusammen. Jetzt wo die Kinder größer sind, arbeite ich oft auch noch nachmittags oder abends. Es gibt nur eine Sache, bei der ich sehr, sehr bestimmt bin. Wenn ich gerade etwas schreibe und mich jemand ansprechen möchte und ich merke, dass es nichts Dringendes ist, dann mache ich „PSCHT“, hebe den Finger und sage: „Ich schreibe gerade was und bin in 10 Minuten für Dich da!“ Da möchte ich nicht gestört werden. Das kommt aber nicht oft vor. Aber wenn, dann nehmen es alle sehr Ernst. Das ist auch ein schönes Gefühl. Zu Wissen, dass meine Familie meine Gefühlslage beim Schreiben versteht. Außerdem finde ich es super, dass meine Kinder jeden Tag mitbekommen, wie leidenschaftlich ich meiner Berufung nachgehe. Auch bei ihrem Vater sehen sie, dass Arbeit etwas ist, was ihn erfüllt.

3 Dinge, warum Du Job und Familie nicht tauschen wollen würdest!

HA! Da fallen mir Tausende ein. Weil ich mir jeden Morgen neu überlegen kann, was ich heute machen möchte. Worüber ich schreiben möchte. Ob ich heute Menschen zum Weinen oder zum Lachen bringen werde. Ob ich sie tief berühren und in den Austausch gehen möchte oder einfach einen praktischen Tipp oder ein gelingsicheres Rezept zur Alltagserleichterung weitergeben mag. Das Gefühl, morgens um 5, wenn alle noch schlafen, unter der Häkeldecke meiner verstorbenen Oma Hilde zu sitzen und in mein MacBook zu hacken. Um 7:30 in mein Büro zu kommen und zu sehen, wie das Sonnenlicht auf die Wand neben meinem Schreibtisch fällt. Im Flow zu sein, beim Schreiben, beim Überlegen, beim kreative Ideen spinnen. Das Gefühl „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Dass ich wirklich gut bezahlt werde für etwas, was ich wirklich gerne und gut mache. Außerdem bin ich niemandem Rechenschaft schuldig und muss nie etwas machen, was ich moralisch fragwürdig finde. Manchmal habe ich das Gefühl, mich wirklich jeden Tag neu zu erfinden. Und oft denke ich, dass meine Arbeit sich eher so anfühlt, wie auf den Spielplatz gehen. Pure Fun.

Was liegt Dir besonders am Herzen?

Menschen in ihrer Kreativität und in ihrem Selbstausdruck zu fördern. Es ist so wichtig, dass Menschen das Gefühl haben, gehört zu werden. Gesehen zu werden. Etwas Wert zu sein. Einzigartig zu sein. Wenn wir es irgendwann schaffen, uns gegenseitig überwiegend zu unterstützen und die Ellenbogen und den Fanatismus fürs Eigene wegzulassen, sind die meisten Probleme gelöst. Davon bin ich fest überzeugt.

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