Laktosefreie Ernährung ohne Verzicht

laktosefreie Ernährung

laktosefreie Ernährung

 

„Wieso ich?“, fragte ich mich, als klar war, das Laktose (Milchzucker) und Kuhmilcheiweiß nicht zu meinen Freunden gehören. Seit dem ich auf eine laktosefreie Ernährung achte, fühle ich mich gesünder und fitter. Meine Haut ist plötzlich schön(was sie nicht mehr war seit den Teeniejahren) und mein Teint klar. Ich habe keine Verdauungsbeschwerden und kein Bauchweh mehr. Über ein Jahrzehnt habe ich Hautärzte in ungezählter Zahl besucht, jeder verschrieb mir seine ultimativen Heilkuren und Geheimrezepturen, aber auf das Naheliegende kam keiner. Darauf tippte 2010 unsere damalige Hausärztin, die sich auf Allergien spezialisiert hat, und meine Babys untersuchte. Der Diagnose folgte der Beweis mittels Ausschlussverfahren. Die ersten drei Monate stellte ich komplett auf laktosefreie Ernährung um. Ich ließ wirklich konsequent alles weg, was Milch enthielt, auch Schokolade & Co.So war nach drei Monate und mit dem Abklingen der Beschwerden klar, dass die Ärztin richtig getippt hatte. Sie erklärter mir, wie Unverträglichkeiten funktionieren. Anders als bei Allergien, erträgt der Körper ein gewisses Maß der Substanz. Man stelle sich eine Regentonne vor: Irgendwann ist sie voll und ein kleiner Wassertropfen reicht, um sie zum Überlaufen zu bringen. Dann ist das Maß voll und eine konsequent laktosefreie Ernährung über einen Zeitraum von einigen Monaten schafft Abhilfe. Mittlerweile gelingt es mir ganz gut, die Balance zu halten. Ich esse z.B. durchaus im Restaurant ein Gericht, ohne dauernd nachfragen zu müssen, ob Milchprodukte verwedent wurden. Außerdem verzichte ich auf Fertigprodukte und andere Lebensmittel wie Quark und Kuhkäse, damit ich mir dann abends meine geliebte Milchschokolade gönnen kann… Wenn mein Organismus reagiert, muss ich mich eben wieder strikter an die Regeln halten.

 

Es gibt für alles eine Alternative

Da ich zudem das Kuhmilcheiweiß nicht vertrage, kommen sämtliche laktosefreie Produkte für mich auch nicht infrage: Es bleiben Ziegen- und Schafskäse. Daneben viele vegetarische Aufstriche, Zartbitterschokolade, manche Kekssorten und ganz viel Selberkochen und Backen. Am Anfang fand ich die Umstellung furchtbar, doch sie konnte mir zum Glück nicht den Spaß am Essen verderben! Wer ein bisschen herumprobiert, entdeckt, dass Crépes und Kuchen, Pudding und Crémes genauso mit Hafer-, Soja- oder Reismilch gelingen. Das gilt auch für Klöße und Knödel und eigentlich alles andere. Fast meine ganze Familie verzieht die Nase bei Sojaprodukten, aber auf diese Weise untergejubelt, bemerkt niemand auch nur das Geringste.

Viele Betroffene denken wirklich, sie müssten von nun an auf alles verzichten: keine Milchspeisen mehr, nie wieder Käsespätzle, mein absolutes Lieblingsgericht. Bei diesem habe ich herausgefunden, dass sie wunderbar mit Ziegenkäse gelingen. Das Gericht ist übrigens so zubereitet viel besser verdaulich und liegt nicht so schwer im Magen als mit den vielen Käsesorten die im original Allgäuer Rezept stehen.

Spätzle mit Ziegenkäse und Röstzwiebeln

für 4 Personen

4 Eier

4 kleine Tassen Mehl

4 kleine Tassen Wasser

1 Packung Ziegenkäse in Scheiben

1 Packung Ziegenfrischkäse Natur

1-2 große Zwiebeln

Salz und Pfeffer

1 flotte Lotte oder einen Schöpflöffel mit Löchern (extra für Spätzle)

 

Wenn ich faul bin, nehme ich mir die Spätzle auch gleich im Supermarkt mit. In letzter Zeit habe ich aber angefangen, Spätzle selber zu machen. Dafür hat mir ein Freund aus dem Allgäu eine Fausregel verraten: 1 Ei – 1 (kleine) Tasse Mehl – 1 (kleine) Tasse Wasser, That’s it. Dieses Verhältnis kann man pro Person hochrechnen. Den Teig mit einem großen Schneebesen rühren und schlagen bis er von einer Konsistenz ist. Wenn er zähflüssig ist, dann passt er. Mit der Zeit bekommt man wie beim Pfannkuchen machen ein Gefühl dafür.
Achja und wenn ihr es ganz genau wissen wollt: einen großen Topf mit Salzwasser (wie für Nudeln) zum Kochen bringen und den Teig Schöpfer für Schöpfer durch das Gerät Deiner Wahl mit den Löchern schaben. Wie Tropfen fällt der Teig ins kochende Wasser und ist fertig, wenn er an der Wasseroberfläche schwimmt. Mit einer Kelle (mit Löchern) abschöpfen und in eine Schüssel geben.

Den Ziegenkäse gibt es im Kühlregal: am Stück, in Scheiben sowie als Ziegenfrischkäse. Ich nehme eine Packung des Ziegenkäses in Scheiben und schneide alles in kleine Quadrate. Diese gebe ich zusammen mit einer Packung Ziegenfrischkäse Natur über die frischen und noch ganz heißen Spätzle. Alles gut durch mischen, damit der Käse schön schmilzt, nach Belieben noch ein wenig weiter Anbraten und mit auf ganz kleiner Flamme schön langsam kross gebratenen Röstzwiebeln garnieren.

Guten Apettit!

Optional: zur Abwechslung mit einigen Handvoll Blattspinat servieren!

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