Mein Ding machen: Nie mehr was anderes als bloggen!

Mein Ding machen - wie das geht verrät HAMMAmama in diesem sehr persönlichen Interview über die Vereinbarkeit, ach was das Leben!

Mein Ding machen – das ist leichter gesagt als getan. Denn die eigenen Träume, die eigene Kreativität zu verwirklichen ist MUTIG. Sehr mutig finde ich sogar. Wie oft die liebe Barbara HAMMAmama dafür etwas aufgegeben hat und es nicht so lief wie sie sich das vorgestellt hat in ihrem Leben, das lest ihr hier in einem der spannendsten Interviews zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die ich hier je vorgestellt habe! Mein Ding machen – dazu braucht es nicht nur Mut, sondern auch Resilienz und Durchhaltevermögen, die Kraft wieder aufzustehen und manchmal auch die Fähigkeit zu erkennen, das man sich selbst in eine Sackgasse manövriert hat.

Ja, du bist wirklich HAMMA Mama und ich finde mich in sehr vielem wieder, gerade was Einstieg ins Berufsleben und Homeoffice betrifft.

 

Wer bist du?

Ich bin eine Mittdreißigerin mit einem guten Mann und zwei verrückten Kindern. Zuallererst bin ich Ehefrau und Mutter. Außerdem Tochter und Schwester. Klingt total cheesy, ist mir aber egal 😉 Ich bin ein hoffnungsloser Familienmensch und Liebesjunkie. Früher war mir das eher peinlich, ich war auf eine gewisse Coolness bedacht, wollte meine Gefühle beschützen. Aber seit ich Mama bin, rufe ich es laut in die Welt hinaus. Außerdem bin ich ein Kreativkopf, mir schwirren ständig tausend Ideen zu neuen DIYs, Basteleien, Fotomotiven, Rezepten, Dekorationen, Verschönerungen, Texten….(to be endlos continued) durch die Dachkammer. Da bleiben sie aber nicht, sondern bahnen sich stets so oder so ihren Weg in die Wirklichkeit. Weil Familie, Freunde und Bekannte mir oft sagten wie „Oooh“ und „Aaaahh“ und „Mmmmhh“ meine Sachen sind, nahm ich im dritten Anlauf meinen ganzen Mut zusammen, schusterte an einem Abend einen Blog zusammen und bin von da an auch HAMMAmama.

 

Woher kommst du und wohin gehst du?

Ich komme aus Masuren, einer der schönsten Gegenden der Welt, wenn du mich fragst. Ich wurde in dieser polnischen Provinz geboren und erlebte dort eine unbeschwerte Bilderbuch-Landkind-Zeit mitten im politischen Ausnahmezustand, in dem sich Polen Anfang der Achtziger befand. Kurz vor meinem sechsten Geburtstag flohen meine Eltern nach Deutschland, um uns Kindern ein besseres Leben und vor allem eine bessere Zukunft bieten zu können. Geprägt durch diese Zeit und dieses Opfer ist es mir wichtig, das Leben voll auszukosten, für das meine Eltern damals sehr viel riskiert haben. Ich versuche mein bestes, meinen eigenen Weg zu gehen, egal wie widrig die Umstände sind. Das ist neben dem kreativen Kram eine Sache, die ich schon immer gut konnte. Mein Ding machen. Wo mich das hinführen wird, weiß ich nicht genau. Aber ich bin ziemlich sicher, dass es MEIN Weg sein wird.

 

Was willst du über deine Familie sagen?

Wir sind ein bunter Haufen und versuchen unser gemeinsames Leben mit viel Liebe und Lachen zu bestreiten. Kreativität und Individualität sind zwei Leitgedanken, mit denen mein Mann und ich unsere Kinder erziehen. Oder besser gesagt: es versuchen. Den Rest machen sie schon alleine, denn sie sind wunderbare, interessante Menschen. Der Alltag mit vier verschiedenen Charakteren und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ist nicht immer leicht, aber solange wir zu einem Lacher bereit sind, wird alles gut.

Bis vor Kurzem war ich noch im Projektmanagement tätig und habe seit Anfang des Jahres nebenbei auf HAMMAmama gebloggt. Als es mit dem Job aus vielen verschiedenen Gründen nicht mehr ging und ich gleichzeitig merkte, dass der Blog meine Berufung und der Job nur noch Broterwerb war, kündigte ich. Seit dem Sommer bin ich hauptberuflich Bloggerin. Und ich will nie wieder etwas anderes machen, wenn es nach mir geht.

 

Erzähle uns von deinem beruflichen Werdegang

Der enthält entsprechend meinen vielfältigen Interessen und dem Umstand, dass ich mich habe treiben und mitziehen lassen, keinen roten Faden. Nach meinem Studium der Literatur- & Sprachwissenschaften wollte ich als Bücherwurm unbedingt in die Verlagsbranche und Lektorin werden. Aber man hatte uns schon während des Studiums klar gemacht, dass es eine schwierige Branche mit wenigen Jobs ist, so dass ich mich querbeet nach Interessen beworben habe. Herausgekommen war ein vielversprechender Job im Event-Marketing eines finnischen Mobiltelefonherstellers. Es war eine schöne Zeit, in der ich viel unterwegs war, tolle Locations gesehen und viele interessante Persönlichkeiten aus den Medien kennengelernt habe.

Aufgrund von drohenden Jobkürzungen und einem guten Angebot verschlug es mich nach zwei Jahren in eine globale Marketingagentur, von der aus ich die Online-Kampagnen des Mobiltelefonherstellers betreut habe.

Nach weiteren zwei Jahren kam mein Sohn auf die Welt und nach einer einjährigen Elternzeit wollte man in der Agentur nichts mehr von mir wissen.

Da ich aber sowieso nicht bereit war, mit Kind 50 Stunden die Woche zu arbeiten und man mir angeblich auch keinen Teilzeitjob in einem weniger arbeits- und Zeit intensiven Bereich anbieten konnte, suchte ich mir einfach was Neues.

Wobei „einfach“ dabei nicht ganz die richtige Wortwahl ist. Als Projekt Managerin hätte ich mit Kind in Teilzeit absolut nichts bekommen.

Also schluckte ich die bittere Pille und bewarb mich als Projekt-Assistentin, nur um mir in Bewerbungsgesprächen anzuhören, dass ich doch viel zu überqualifiziert sei.

Schlussendlich bekam ich eine Stelle, die eigentlich Vollzeit ausgeschrieben war und durfte sie mit 30 Wochenstunden ausüben. Ich war einfach nur froh darüber, endlich wieder arbeiten zu können, auch wenn das niedrigere Gehalt weh tat und die Aufgaben mich schnell langweilten.

Der Frust über die mangelnde Kreativität dieses Jobs wurde mit den Jahren immer größer und auch das Unternehmen enttäuschte mich sehr mit seiner dürftigen Familienpolitik.

Zudem kam Mobbing von kinderlosen Kolleginnen und schließlich vom Chef dazu, dann noch der Zwang, nach meiner zweiten Elternzeit nach der Geburt der Tochter wieder 30 Wochenstunden arbeiten zu müssen und schließlich mein starker Wunsch, mehr für meine Kinder da zu sein. Eins führte zum Anderen und so kündigte ich. Ich hatte ja bereits angefangen, mir den Blog aufzubauen und wollte mich jetzt mit Vollgas darauf konzentrieren.

Mein Ding machen - wie das geht verrät HAMMAmama in diesem sehr persönlichen Interview über die Vereinbarkeit, ach was das Leben!

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3 Dinge, die dir am schwersten fallen an der Vereinbarkeit von Familie und Job

  1. immer hundertprozentig da zu sein in der jeweiligen Situation: Ich arbeite nur im Home Office und der Blog hält mich mit mindestens 30 Wochenstunden Arbeit ganz schön auf Zack. Da wir keine Nachmittagsbetreuung für unser Schulkind wollten, hole ich ihn und seine Schwester schon um halb zwölf von Schule und Kindergarten ab. Das bedeutet, dass ich morgens nur wenige Stunden allein zum konzentrierten Arbeiten habe und am Nachmittag nochmal ran muss, wenn die Kinder um mich herum sind. Und ehrlich gesagt, ist das suboptimal, denn ich kann mich währenddessen weder den Kindern noch dem Job hundertprozentig widmen. Aber dafür habe ich meistens noch die Abende, wenn der Mann zuhause ist und die Kinder bespaßt und ins Bett bringt. Man muss viel improvisieren und geduldig den richtigen Moment abwarten, dann geht es.
  2. Als Blogger muss man viel in den sozialen Medien unterwegs sein und die schlafen nie. Ich kämpfe ständig gegen mich selbst und versuche ganz klare Offline-Zeiten auch wirklich einzuhalten.

    Die Trennung von Job und Familie ist gar nicht mehr so einfach, wenn der Job das neue Baby ist und man nicht mehr nach Stempeluhr arbeitet.

  3. Wochenenden waren früher heilig, jetzt nutze ich sie oft zum Arbeiten, weil der Mann sich dann um die Kinder kümmern kann. Es ist nicht so, dass es mir unbedingt schwer fällt, am Wochenende zu arbeiten, dafür liebe ich das, was ich tue, viel zu sehr. Aber ich habe als Mama natürlich auch immer die Bedürfnisse meiner Kids im Kopf und die freuen sich wie Bolle über möglichst viel Zeit mit Papa UND Mama. Alle zusammen, das ist für sie das Tollste. Ich kann es verstehen, für mich ja auch.

3 Dinge, die du nicht tauschen wollen würdest

  1. Die Flexibilität! Mittlerweile arbeite ich zwar mehr als 30 Wochenstunden am Blog, also doppelt so viel wie ich während der Elternzeit im Büro gearbeitet habe. Aber ich kann mir die Zeit vollkommen flexibel einteilen und kann für meine Kinder da sein, wenn sie mich brauchen. Wenn ein Kind krank ist, es mich einfach nur mehr braucht als sonst oder seit langem mal wieder die Sonne scheint, verschiebe ich die Arbeit eben komplett auf den Abend oder finde eine andere Möglichkeit. Ich muss nicht mehr an ganz bestimmten Tagen zu ganz bestimmten Zeiten in einem Büro sitzen, obwohl es familiär gerade gar nicht passt. Und ich muss mich nicht mehr auf der Arbeit dafür rechtfertigen, dass ich mich dafür entschieden habe, mich selber um meine kranken Kinder zu kümmern. Das ist ein großer Befreiungsschlag für uns als Familie. Einfach raus aus dem Hamsterrad und den ständigen Schuldgefühlen. Das ist Gold wert.
  2. Die Zufriedenheit. Ich befinde mich in einer sehr glücklichen Lage, meine Arbeitszeit mit Dingen zu verbringen, die ich liebe. Mich verwirklichen zu können, ganz Barbara sein zu können neben meiner Rolle als Mutter macht mich glücklich. Ich habe bereits mit dem Gedanken gespielt, den leidigen Bürojob zu kündigen, bevor ich ans Bloggen als Alternative dachte. Damals war die Überlegung, sich finanziell stark einzuschränken und hundertprozentig für meine Kinder da zu sein. Ich benutze übrigens bewusst nicht das Wort Hausfrau, weil ich es bescheuert und herabwürdigend finde. Sich voll und ganz der Erziehung seiner Kinder zu widmen ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten und wertvollsten Aufgaben, die es gibt und ich respektiere die Frauen und Männer, die sich dafür entscheiden sehr. Aber letztendlich bin ich froh, dass es für mich den Blog gibt, denn ich – und ich spreche nur für mich – hätte mich selber doch irgendwann vermisst und wäre unzufrieden. Das ist mir jetzt klar, wo ich so ein großes Glück beim Bloggen verspüre.

    Und – was immer mich glücklich macht, es macht mich zu einer besseren Mutter.

  3. Die Freiheit. Ich kann mein Ding machen, mein ganz eigenes, das nur mir allein gehört. Das ist für mich enorm wichtig und trägt stark zu meiner Zufriedenheit bei. Ich habe schon als Kind meine eigenen Projekte gemacht und habe das im Arbeitsleben als Angestellte, die bestimmte vorgegebene Aufgaben zu erfüllen hat (und die meistens nicht mit mir und meinen Vorlieben zu tun hatten) wahnsinnig vermisst. Jetzt nehme ich mir die Freiheit, meine eigenen Themen zu beackern, eigene Ideen umzusetzen und mein eigener Chef zu sein. Ich fühle mich dadurch unglaublich frei und kann endlich mein Ding machen.

Was liegt dir besonders am Herzen?

Meine Familie. Meine Kinder, mein Mann, meine Eltern und Geschwister. Meine Arbeit macht mich glücklich, denn ich gehe in ihr voll auf. Aber ohne die Menschen, mit denen ich dieses Glück teilen, mit denen ich Lachen und Weinen kann, weil sie fest in meinem Herzen verwurzelt sind und ich in ihrem, wäre das alles ziemlich wertlos. Schon wieder so kitschig. Ich bin ein hoffnungsloser Romantiker.

 

Mein Ding machen – das ist genau deine Devise und du willst uns über Deinen Weg berichten?

Wenn Du auch etwas sagen möchtest zum Thema Mütter und/oder Väter und Vereinbarkeit von Familie und Job oder mit Familie auf Reisen #kiezmitkindern freue ich mich sehr auf Deine Mail an contact@mamirocks.com – egal ob du vom zuhause arbeiten überzeugt bist, täglich ins Büro gehst oder ganz einfach Hausfrau aus Überzeugung bist. Hier gibt es schon einige individuelle Einblicke. Diese Portraits zeigen Wege auf wie Menschen die Vereinbarkeit von Familie und Job zu managen versuchen – denn ein Herz für Eltern soll jeder für uns vor allem auch gegenüber sich selbst haben: perfekt ist nicht wichtig. Auch wenn Du etwas anderes zu sagen hast, melde dich gerne! Ich freue mich über mögliche Gastautoren.

Südstadtmutter

Familie Sorgenfrei

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