Nachdenken über Plastik für #MaximaCOMEPASS: Besser leben ohne Plastik ?

Nachdenken über Plastik - geht es ohne Plastik oder wo kann ich ohne Mühe Plastik sparen?

Gerade bin ich krank. Der Temperaturunterschied war einfach ganz schön heftig zwischen Rom und Alpen. Deshalb mache ich nur das nötigste: Ich gieße die Blumen, pflücke die Beeren für ein gesundes Müsli mit Haferflocken und ernte die vielen Tomaten. Der Garten wartet nicht auf dich und deine Befindlichkeiten. Gehst du nicht raus und kümmerst dich, platzen die Tomaten auf, fallen runter, werden ungenießbar. Die Wespen kommen und fressen die Beeren, über Schnecken reden wir lieber nicht. Die haben mich diesen Sommer ohnehin besiegt.

 

Plastikverpackungen überall

Auch wenn ich am liebsten nur im Bett liegen würde, habe ich mich nun aufgerafft, etwas zu schreiben. Ich muss nachdenken über Plastik. In meinem Kopf rumort es nämlich, es rattert und dröhnt. Da ist etwas im Gange. Und das hat schon in unserem Italien-Urlaub angefangen dieses Nachdenken über Plastik. Es hat mich etwas gestört an der italienischen Realität. Massiv gestört, sogar. Wir waren etwa auf einem Straßenfest, dem Fest dieser Muscheln (telline genannt), die ihr da auf den Spaghetti sieht, und drum herum war alles Plastik. Dann waren wir in einer alternativen Straßenküche, sogar mit veganen Gerichten, wirklich alternativ für Rom und wieder Einweggeschirr – zwar dieses biologisch abbaubare, aber Einweg ist Einweg ist Müll.

Nachdenken über Plastik - geht es ohne Plastik oder wo kann ich ohne Mühe Plastik sparen?

Von den Unmengen Plastik, die anfielen, wenn wir selber im Bungalow kochten, gar nicht zu schweigen. Zuerst habe ich auf die Frage meines Mannes nach Mülltrennung genau so reagiert wie die Römerin, die ich in einem früheren Leben einmal war, reagieren würde: Wieso Nachdenken über Plastik? Hier gibt es das nicht. Doch siehe da, auf dem Campingplatz gab es sehr wohl einen extra Müll für Plastik. Leider lag da immer viel Hausmüll mit drin. Das erinnerte mich an ein Erlebnis in Kalabrien, das ich vor gut 15 Jahren einmal hatte, als ich eine Glasflasche in den entsprechenden Container warf: Ein hohles KLONG antwortete mir, bestimmt war ich die allererste, die da jemals etwas hineingeworfen hatte. Und in Rom war das in den Neunzigern nicht so viel besser. Doch seit ich meine liebste Heimat endgültig verlassen habe, sind bald 20 Jahre vergangen.

 

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Plastik wie Sand am Meer

Unser Strand war ein Traum, wäre da nur nicht das viele Plastik. Auch hier kam ich ins Nachdenken über Plastik. Immer wieder machten hier Strandhändler eine Pause, die Unmengen Plastikspielzeug made in China zu ihren Waren zählten. Außerdem Handyhüllen, Polyesterkleidchen und natürlich zum Glück auch immer noch andere Sachen wie schöne Tücher, die nicht aus Plastik waren.

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Hier seht ihr einen Drachenverkäufer, der mit seinen Plastikdrachen die Kinder faszinierte. Die flatterten aber auch so schön im Wind. Wir haben über Plastik geredet – auch ganz viel und intensiv dieses Wochenende, denn das bloße Nachdenken über Plastik der letzten Wochen hat sich bei mir zu einem Entschluss verfestigt. Ich bin schon mitten in der Umsetzung. Jedenfalls haben wir beschlossen selber Drachen zu basteln aus dünnem Holz, Papier und Stoff. (Bei uns fliegen die Dinger eh nie, gekauft oder DIY).

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Was so schön und leer aussieht, war in Wirklichkeit nicht leer. Die kleinen weißen Flecken auf dem Sand sind mit Sicherheit Kippen, Müll oder kleine Plastikteile. Graben die Kinder im Sand, finden sie immer mehr. Ich habe alles eingesammelt und zum Müll getragen. Nicht wegen dem vielen Nachdenken über Plastik, sondern einfach weil ich nicht wollte, dass die Kinder im und mit dem Müll spielen. Was an einem freien Strand wie diesem – an dem von der Gemeinde sehr wohl Mülleimer aufgestellt sind – zu sehen ist, wird in den privaten Strandbädern jeden Tag von den Angestellten weggeräumt – es ist also bloß oft unsichtbar, das viele Plastik bzw. kommt erst raus, wenn eifrige Hände anfangen zu buddeln.

Das Meer war zum Glück sauber. Es gab ein paar Algen, Fischlein und hin und wieder eine Qualle, aber so gut wie keinen Müll. Ein kleiner Lichtblick immerhin.

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Viele bunte Plastikgeschenke

Das Nachdenken über Plastik wurde dann zuhause auf dem Herbstfest gleich wieder ganz intensiv, denn an sämtlichen Buden zum Losen, Dosen werfen, Spickern, Bogen schießen und so weiter gibt es als Preise Plastik-Gegenstände – was sonst?

Nach dem Besuch der Wiesn lag ich dann komplett flach und habe das Buch „Noch besser leben ohne Plastik“ von Nadine Schubert, erschienen im Oekom Verlag mit ins Bett genommen. Zuerst habe ich mir beim Durchblättern gedacht, na wieder eine, die mir sagt, wie ich Kosmetik selber machen und was ich noch alles mit meiner Zeit anfangen kann, die ich nicht habe. Doch dann war sie da die Motivation, doch jetzt endlich diesen Schritt zu tun, wo immer es geht, das beständige Nachdenken über Plastik in meine persönliche Realtität zu verwandeln.

Und das lag sicher auch daran, dass die Autorin und Bloggerin Nadine Schubert keinen moralischen Zeigefinger gebraucht. Sie sagt nicht, du musst, sie sagt nicht, nur so ist es richtig, sie denkt nicht schwarz – weiß, gut – böse. Sie erklärt sachlich, was mit dem Plastik in den gelben Säcken wirklich passiert, wieso es wichtig ist, das Plastik da auch rein zu tun und wie sie sich auf den Weg gemacht hat in ein plastikfreies und weitgehend müllbefreites Leben.

Außerdem führt sie auf, wie aus dem Plastik in Verpackungen Schadstoffe in unser Essen gelangen. Und vor allem findet sie jeden gut, der beginnt mit dem Nachdenken über Plastik.

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Plastikfrei einkaufen statt Nachdenken über Plastik

Gestern bin ich dann einkaufen gefahren. Wenn alle Erwachsenen einer Familie flach liegen, muss sich der, dem es eine Spur weniger dreckig geht, aufraffen, nicht? Ich habe es einfach versucht: Das hatte ich nun von dem vielen Nachdenken über Plastik. Natürlich hatte ich weder Jutetaschen noch sonst irgendwas dabei. Also habe ich mir wie so oft im Supermarkt Kartons besorgt, auch einen für die Äpfel, wie ihr hier seht. Die paar hundert Gramm, die der Karton mich auf der Wiege kosten würde, war ich bereit in Kauf zu nehmen – bei einem Kilopreis von 1 Euro. Soweit so gut – wie erstaunt war ich da, als die Kassiererin nicht blöd guckte und sogar alle Äpfel einzeln für mich wiegen wollte.

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Ebenso wählte ich Landgurken, Pfirsiche, eine Zuckermelone, Zucchini und Brokkoli – ebenfalls ohne die blöden kleinen Tüten zu nehmen. Alles andere Obst und Gemüse ging nicht, weil es ohnehin in Plastik verpackt war. Ich habe es aber nicht ganz geschafft, ganz auf Plastik zu verzichten. Ich habe einen 1-l-Becher Joghurt gekauft und Tortillas in Plastik. Auf alles andere konnte ich verzichten. Brot gab es beim Bäcker. Die Süßigkeiten waren alle in Plastik.

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Deshalb habe ich einen von den vielen guten Ratschlägen Nadine Schuberts in die Tat umgesetzt und heute Kuchen gebacken und Kekse. Das werden wir in Zukunft wieder öfter tun. Ich hoffe, dass ich bei der nächsten Runde nicht wieder schweißgebadet ins Bett zurück falle. Aber es geht jetzt schon wieder besser. Ich will hier nicht jammern.

Nachdenken über Plastik - geht es ohne Plastik oder wo kann ich ohne Mühe Plastik sparen?

Wir haben uns auch noch bei der Tiroler Gemüse angemeldet. In der nächsten Zeit wollen wir mal im Dorf zu einigen Adressen gehen und schauen, was wir wo ohne Verpackung lokal kriegen. Ich habe dieses Nachdenken über Plastik lange vor mir hergeschoben. Es war mir ehrlich gesagt zu anstrengend. Ich werde auch sicher erst einmal kein Absolutist, aber ich bin dabei.

Nachdenken über Plastik - geht es ohne Plastik oder wo kann ich ohne Mühe Plastik sparen?

Wahnsinn, vor einer Woche waren wir noch hier im Warmen. Eigentlich ist es nicht so schlecht im Bett zu liegen. So hat mein Kopf Zeit zum Nachdenken über Plastik, aber auch über diesen wunderbaren Sommer, der noch nicht zu Ende ist, liebe Leute. Ich lese überall von Herbst, aber der Sommer geht bis Ende September. Die Sonne kommt schon wieder zurück und wärmt uns zum Abschied vor der wirklichen Kälte noch einmal aufmunternd mit ihren Strahlen.

Warum ich mich genau mit diesem Bild verabschiede? Hier fahren wir die Fahrräder mit Zu-verschenken-Schildern versehen an den Strand. Sie sind zu klein und die Kinder haben zum Geburtstag neue Räder bekommen. Die Räder sind aber so alt, dass sie bei uns keiner mehr haben will. Auch der Fahrradmann, der immer wieder alte Radl verkauft, hat gesagt, dass die meisten Leute lieber neue Fahrräder kaufen. Da haben wir sie einfach im Süden stehen gelassen. Vielleicht freut sich ein Kind, oder auch nur ein armer Strandräuber, der sie herrichtet und weiter vertickt. Auch das ist eine Art der Müllvermeidung.

Jeder auf seine Weise!

Mehr WIBs gibt es wie immer bei der bewundernswerten Frau Mierau.

Eine tolle Blogparade für „Öko-Mamas“ hat gerade Kinderlachen Elternsachen gestartet und wie immer gibt es viele Tipps im Grünzeug bei Naturkinder.

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7 Comments

  • Anita sagt:

    Wir haben in der Fastenzeit „Müllfasten“ gemacht und versucht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Das war wirklich gar nicht so einfach – die größte Herausforderung war eindeutig der Lebensmitteleinkauf. Seitdem achte ich viel mehr darauf und habe festgestellt, dass es wirklich viele Dinge auch im Supermarkt mit wenig Verpackung gibt. Man muss allerdings vorbereitet losziehen. Danke für deinen wichtigen Artikel! LG Anita vom Blog Rosanisiert

    • Verena sagt:

      Liebe Anita, ich bin auch bei jedme Einkauf wieder neu am Üben – es wird weniger Plastik, aber gerade wenn es schnell gehen muss, klappt es nicht so gut. Liebe Grüße zurück! Verena

  • Tina sagt:

    Liebe Verena, du sprichst mir aus der Seele! Ich bin auch keine Absolutistin, aber manche Sachen regen mich total auf… Paprika in Plastik? Wozu??? Wenn man mal anfängt darauf zu achten, sieht man es wirklich überall… Kennst du schon das Generationen Manifest https://www.generationenmanifest.de/ ? Interessiert dich bestimmt!
    Viele Grüße, Tina

    • Verena sagt:

      Manches Plastik ist so sinnlos: Kekse einzeln ein packen, Teebeutel, Paprika in Dreierpacks, Gurken… die Liste ist ewig. Das Generationenmanifest kannte ich noch nicht, da habe ich gleich unterschrieben und es auf FB geteilt. Danke für den Hinweis und Deinen Kommentar, liebe Tina!

  • Sabrina sagt:

    Hallo!
    Kennst du den Laden Insteps schon in Innsbruck in der Markthalle? Da gibt’s ganz viele Dinge plastikfrei zu kaufen.
    Das soll jetzt keine Schleichwerbung sein, aber ich bin neulich zufällig über den Laden gestolpert! Liebe Grüße, Sabrina

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