Traust Du keinem Ü 30? Trau dich und spring ins Überraschungsei!

Ü 30
Mit 30 fängt das Leben an!
Ü 30

Mit 30 fängt das Leben an!

Ü 30 sein ist der Anfang eines magischen Zeitalters. Ich bin mein eigener Magier und verwirkliche endlich alles, was geht. Das hab ich früher zwar auch schon getan, aber die Zauberkunststücke beschränkten sich mehr auf unnahbar glitzernde Seifenblasen, die nach einer Nacht von ganz allein zerplatzten. Alles ist handfester jetzt, und wenn ich mich abends ins Bett schmeiße, bin ich müde wie ein Baby und stolz auf mein Tagwerk: Was mich jetzt trägt, ist Selbst-Bewusstsein. Ich bin mehr bei mir, trotz aller Schwierigkeiten und Zweifel. Und dabei hilft mir sehr sehr viel meine Yoga-Praxis und das darin enthaltene Meditieren. Ohne Asanas einfach nur still dazuhocken schaffe ich meist nur unter Gruppenzwang – (danke Kaiserinnen).

Gestern abend habe ich lange über mein 30er Leben nachgedacht! Ich werde dieses Jahr 37 und es ist verdammt viel passiert. Und ich finde, so gut war mein Leben noch nie! Aber der Reihe nach: Zum 29. Geburtstag habe ich dieses Gefühl gehabt, oh scheiße ich werd alt und eine fette WG-Party gefeiert, die dann im Café King an der Müllerstraße endete, das leider schon lange abgerissen ist, weil es den neuen Luxusappartments weichen musste, von denen München doch eh schon soviele hat! Ich glaube es war in einer alten Tankstelle, wer kennt die Location noch? Und wer weiß jetzt etwas Vergleichbares in Muc, bitte melden!

Jedenfalls hatte ich beim runden 30er dann kein allzu großes Bedürfnis mehr auf Nächte um die Ohren schlagen. Mein Bauch begann sich (in meiner Einbildung) bereits zu runden, ich war im 3. Monat schwanger mit meinem ersten Kind! Nach einem Jahrzehnt von Dauerparty und Dolce Vita habe ich auch kein Bedürfnis mehr, die Sau rauszulassen. Ich habe alles getan, was mir als Single und Student Spaß gemacht hat, habe einen soliden Job nach einem brotlosen Literaturwissenschaftsstudium gekriegt und es voll erwachsen gefunden, jeden Tag 9 to 5 ins Büro zu wackeln und mich in Messeklamotten und Stöckel zu werfen. Das einzige, was ich finde nicht genug getan zu haben ist zu reisen. Hab ich ja noch Zeit, dachte ich damals, als busy Munich Single Frau! Doch alles kommt anders als man denkt:

Zwischen diesen Geburtstagen habe ich mich verliebt und schwupps bekamen wir drei Kinder! Ging alles wie am Schnürchen und die Zeit zwischen 30 und 35 kam ich nicht viel zum Nachdenken, da eben 16 Monate nach dem Erstling die Zwillinge kamen. Erst als diese drei Jahre alt wurden, also 2013, konnten wir aufschnaufen und merkten wie krass anstrengend diese geballte Babyzeit war. Für alle: für den kleinen Großen, für Mama, für Papa, für unsere Beziehungen untereinander und zur Außenwelt. Und obwohl alles so stressig war und ich immer das Gefühl hatte ich komme zu kurz und es bleibt keine Zeit für mich, habe ich mir die irgendwie wohl dich immer wieder genommen. Durch das Schreiben, durch persönliche Arbeit und durch tolle Menschen, die in mein Leben traten oder ein Stück Weg mit mir gingen und gehen. Und durch Gelegenheiten, die wie Magie in mein Leben traten und die ich jetzt plötzliche ALLE beim Schopf zu packen lernte.

Liebe Eni von thirty Ehrlich,vielen Dank für diese tolle Ü 30 Blogparade. Das ist die erste an der ich teilnehme, denn ich schreibe am liebsten über Themen, die gerade in meinem Kopf herumwabern und zack – zu Papier bringen heißt fokussieren heißt Kopf klar kriegen! Deshalb schreib ich auch so oft in meinen Old school Karoblock! Von Block zu Blog also. Ein Herz für Blockgs. Sorry, ich kann einfach nie ernst bleiben, seht ihr auch als olle scharf auf die Vierzig zugehende – krass wie sich das anhört. Also Leute, das habe ich bisher weder geschrieben noch gedacht. An diesen Gedanken muss ich mich jetzt doch erst gewöhnen. Muss ich jetzt meine grellbunten Sneakers und meine Mini-Rüschenröckchen samt neonpinken Leggings einmotten oder ist das als angehende Schulkindmami noch erlaubt? Es ist mir, ehrlich gesagt, sch…egal.

Und an alle, die (noch) keinem über 30 trauen: Macht Euch keine Sorgen, wenn ihr diese magische Marke überschreitet, wird alles gut! Hört sich vielleicht bescheuert an, aber wenn ich so wie ich jetzt bin in den 20ern gewesen wäre, hätte ich mir viel erspart! All das hat mit Selbstbewusstsein und Persönlichkeitsentwicklung zu tun, seine eigene Rolle im Leben finden und einfach Sein! Da-Sein für meine Kinder, vor allem aber auch meine eigenen Grenzen und Bedürfnisse erkennen und bewahren lernen. Und ich bin gelassener geworden – naja, ok etwas. Sagen wir mal, ich übe jeden Tag.

Vielleicht bin ich in Bezug aufs Älterwerden so entspannt, weil ich sehr viel mit älteren Menschen zu tun habe und dann bin ich immer die Junge! Am liebsten wäre ich ohnehin schon 1950 geboren, um mit einem bunt lackierten VW-Bus auf dem Landweg noch nach Goa gekommen zu sein, ohne Abschussgefahr durch wildgewordene Sonstwas-Krieger.

In diesem Sinne, macht einfach das Beste draus, ihr habt nur Eines!

 

2 Comments

  • Eni sagt:

    Toller Beitrag, liebe Verena!
    Du sprichst viel Wahres an. Vor allem Dein Satz „Was mich jetzt trägt, ist Selbst-Bewusstsein. Ich bin mehr bei mir, trotz aller Schwierigkeiten und Zweifel.“ Das ist aus meiner Sicht der große Vorteil des Älterwerdens und ein Benefit, der mir zumindest erstmals in den Dreißigern bewusst geworden ist. Ich sehe vieles lockerer, weiß mittlerweile – meistens jedenfalls – wer ich bin. Aber: Ich weiß noch nicht wohin es geht. Vielleicht muss ich dafür erst 40 werden? Vielleicht ist das aber auch gar nicht wichtig. Denn auch das haben mir meine 30er gezeigt (ich bin 38): Der Weg ist das Ziel und man muss nicht unbedingt ankommen. Das ist vermutlich Typsache und meine persönliche Einstellung.

    Du bist es in gewisser Weise, angekommen. Wow – drei Kinder in der kurzen Zeit! Hut ab für das Familien-Management. Toll! „Mami rocks“ ist absolut Programm – und auch dafür stehen die Dreißiger: Rocken, auf eine andere Art und Weise, aber gesettelt, selbstbewusst und sicher!!

    LG, Eni

    • Verena sagt:

      Liebe Eni, danke für deine nette Antwort. Fühl mich richtig geschmeichelt. Ich bin voll deiner Meinung: der Weg ist wichtiger als irgendwo ankommen. Es geht ja eh immer irgendwie weiter. Ich habe eigentlich nie einen Plan, außer spontane Bauchgefühle. Es entwickleit sich alles einfach irgendwie weiter. Wenn mir jemand vor 10 Jahren mit Future-Fernglas gezeigt hätte wie mein Leben mit drei so kleinen Kindern aussehen würde, hätte ich das nie und nimer geplant! (-;
      Ich freu mich, dass es Deinen Blog gibt, denn das ist ein super Thema und auch mal etwas, was es noch nicht gibt! Liebe Grüße, gerade aus München, Verena

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.