Warum ich nicht gierig nach Goodiebags bin und trotzdem ein Sackerl zu viel habe #GBG

goodiebags denkst Familienbloggerkonferenz

goodiebags denkst Familienbloggerkonferenz

Leider bin ich keine perfekte Mutter. Leider mache ich viele Fehler beim Erziehen. Und jetzt muss ich dem Nuf antworten, und allen anderen die keine Goodiebags erhalten haben. Ich habe nämlich eine zuviel und jetzt möchte ich euch erzählen wie es dazu kam. Denn ich bin keine gierige Goodiebags Sammlerin. Seit Tagen bekümmert mich dies, deshalb lest bitte weiter.

Schon vor dem denkstwürdigen Samstag erzählte ich meinen Kindern, dass sie dort eine Tasche mit einem Geschenk bekommen würden – pure Erpressung, sie hatten nämlich eher weniger Bock auf Kinderbetreuung und wollten lieber mit mir zusammen sein. Ich habe in letzter Zeit einfach sehr viel gearbeitet und nicht soviel wie gewöhnlich mit den Kindern gemacht. Das könnte ein Grund sein. Dazu kam die Mail vor der denkst, wieviel Kinder und wie alt die Kinder sind. Ich habe es so in Erinnerung, dass die Fragen in Bezug auf die Goodiebags gestellt wurden. So hatte sich das jedenfalls in meinem Hirn verankert. Beim Eintreffen – ich kam als eine der ersten – sagte mir die nette Dame am Empfang, dass ich ruhig gleich ein Sackerl nehmen könne – vielleicht weil sie die Blicke meiner Kinder sah. Also deponierte ich das Geschenk im Kinderzimmer um mich der denkst widmen zu können. Warum ich das gemacht habe? Ich denke, dass ich nach meiner Mama-Maxime „Was erledigt ist, hindert mich später nicht daran den Zug zu verpassen“ gehandelt habe.

So weit so gut! Als die Kinder zufrieden schienen, und das waren schließlich und endlich auch die Kleinen nach einem gemeinsamen Spaziergang durch alle Räume inklusive Gummibärli holen, dann auch wirklich. Und wer jetzt beobachtet hat, dass meine Kinder noch ein drittes Schälchen voll machen durften, der möge wissen, dass meine Kinder absolut solidarisch sind. Und wenn einer nicht in der Apotheke dabei ist, trauen sie sich nach einem Lutscher für den Bruder zu fragen oder den Metzger nach einer dritten Wiener. Manchmal peinlich, aber irgendwie rührend, dass sie sich so umeinander kümmern und an die anderen denken.

#GBG Gier nach Goodiebags

Doch jetzt zum Knackpunkt. Da ich ja so gerne noch mit mehreren Blogger/innen reden wollte, war es dann schließlich doch wieder höchste Eisenbahn, um den Zug noch zu erreichen. Ich treibe die Kinder zur Eile an. Resultat: Kinder werden ein wenig störrisch, wie immer wenn ich hektisch werde. Löwenkind packt beim Rausgehen diese megaschwere Goodiebag und zieht unter Aufgebot seiner vollen Kraft daran. Der Wutblick funkelt aus seinen großen Braunaugen: Ich will auch so einen Biber für mich ganz alleine! Wie bereute ich in diesem Moment, den Kindern gesagt zu haben, dass jeder eine dieser Goodiebags bekommt. (Ich hatte diese Mail wahrscheinlich komplett missverstanden.) Ich wusste ja zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es eine pro Familie gibt und dass vielleicht am Ende welche übrigbleiben würden, wie man mir sagte. Aber ehrlich gesagt, es war mir in diesem Moment völlig schnurzpiepegal, ob da welche übrigbleiben. Ich musste diesen Zug erreichen, ich wollte kein brüllendes Wutkind in der vollen Lobby, denn es war mir schon wichtig, was ich für einen Eindruck hinterlasse.

Und deshalb packte ich diese Tasche und schob die Kinder in den Aufzug. Den Schnaps, den mir die Fußballfans vor den Design Offices anboten, lehnte ich ab, hetzte weiter, verfluchte das Gewicht der Print-Erzeugnisse in meiner Tasche und verzichtete darauf, eine Fahrkarte zu lösen. Die ganze Fahrt bis zu meiner Kusine zitterte ich, ob wieder ein Kontrolleur – wie am Vortag – kommen würde. Kam nicht.

Meine Kusine und ihr Mann sind Feuwehrleute und kamen gerade von einem Einsatz bei einem Verkehrsunfall zurück. Sie haben uns so lieb umsorgt und ich schenkte ihr ganz viel von den Sachen. Und dennoch: Wer traurig ist, dass er keine Goodiebag bekommen hat, schreibt mir bitte an contact@mamirocks.com und ich schicke Euch mein Sackerl. Ich würde mich nämlich ärgern, wenn ich leer ausgegangen wäre. Deshalb schreibe ich diesen Post. Und ich schreibe ihn jetzt erst, weil ich seit Tagen den Weg nicht aus dem Büro finde. Und ich schreibe ihn, weil mir das keine Ruhe gelassen hat die letzten Tage und das irgendiwe wichtig für meinen Seelenfrieden ist oder nenne es Karma oder wie du willst.

Wenn Du eine von jenen bist, die keine der Goodiebags mehr erwischt haben

Ich habe die Geschenke Sonntag abend in den Schrank geknallt und bin am Montag morgen ins Büro nach München gefahren. Keinem der Kinder ist irgendwie aufgefallen, dass die Geschenke verschwunden sind und keine(r) hat danach gefragt. Daran sieht man wieder mal wie gut es uns geht und wie zuviel wir von allem haben. (Und reich sind wir jetzt gerade mal nicht.) Es ist wirklich ein erstaunlicher Trieb, dass viele Menschen immer alles einsammeln, was geht. (Ich schließe mich da nicht aus). Ich schicke Euch also gerne mein Sackerl. Und wenn sich jetzt keiner meldet, trage ich die Sachen hoch zum Flüchtlingsheim in unserem Dorf, in das vor einigen Wochen erst Menschen aus Syrien eingezogen sind.

Liebe Patricia, liebe Cosima und alle die kein Sackerl bekommen haben. Es tut mir sehr leid, aber ich hoffe ihr seid nicht böse und versteht, dass das keine böse Absicht von mir war. Das Ganze hat mich sehr bekümmert und ich möchte nicht, das so ein Nachgeschmack von der sonst so schönen Veranstaltung bleibt. Ich bin zwar ein Bloggerneuling aber das für jeden eine der Goodiebags bestimmt war, gebietet eigentlich der gesunde Menschenverstand.

 

Hobbyblogger – Profiblogger

Was die andere Diskussion, die von Wiebke und  angestoßen wurde, betrifft, kann ich nur eines sagen: Toll, Leute, dass die denkst so eine Diskussion ausgelöst hat. Das ist doch wunderbar und Sinn und Zweck einer Konferenz. Die Diskussion sollte allerdings sachlich und objektiv bleiben. Seht es doch mal so: Ob Hobbyblogger, ambitionierter Profi oder jegliche Variante dazwischen: Jeder kann das Gehörte für sich zum Denkanstoß nehmen und überlegen, wo sie/er stehen will.

Alles ist gut und jeder verschieden. Ich liebe die Vielfalt.

 

4 Comments

  • Landfamilie sagt:

    Liebe Verena, danke für deinen ehrlichen Artikel <333 ! Das ist total lieb von Dir, aber weißt du was, ich bin überhaupt nicht mehr sauer oder irgendwas. Ich hab mir schon gedacht dass unter solchen oder ähnlichen Umständen mehrere Taschen pro Teilnehmer mitgingen. Ich dachte z.B. am Anfang auch, es gibt pro Kind eine, hätte also selbst fast 3 genommen (Anfänger halt). Also: behalts, verschenks, aber nicht mir!
    Stifte wurden gerade von einer Grundschule auf Twitter für Flüchtlingskinder gesucht. Ich habe 2 Sets Stifte hingeschickt. Vielleicht suchen sie noch? Der Aufruf kam von @quergerade.
    Ich denke selbst oft, "das und das und das braucht / will mein Kind noch haben!!!". Dann beruhigt mich immer sehr der Blog von Buntraum und ihren Ausmistaktionen: http://buntraum.at/simply-mindful/
    Liebe Grüße

    • Verena sagt:

      Hallo Du liebe! Ich bringe es wirklich den Kindern aus Syrien,d ie jetzt neu in der Schule meines Sohnes sind. Da wollte ich ohnehin vorbeigehen, um zu fragen, was sie brauchen. Meine Kinder sind mittlerweile soweit, dass sie Babyspielzeug oder Sachen, mit denen sie nie spielen, freiwillig zum Weggeben zur Verfügung stellen. Buntraum ist super, ich mache da gerade so einen Onlinekurs für 21 Tage zum Umgang mit Kindern mit und sie gibt so tolle Tipps. Freu mich so Dich kennengelernt zu haben und auf ein Wiedersehen!

  • dasnuf sagt:

    Ach, ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll außer: ich fühle mich peinlich berührt, denn natürlich will ich kein Goodie Bag von DIR. Ich hab wirklich nicht nur von diesem Wochenende geschrieben (das war ja noch gesittetes Verhalten im Gegensatz zu manch anderer Veranstaltung) und aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass mindestens 30 Leute keine Tasche bekommen haben, was für mich heisst, dass es nicht um einen Einzelfall oder ein Missverständnis (? Ich habe im Vorfeld auch verstanden, dass es für jedes Kind etwas gibt. Was wusste ich nicht genau) sondern um ein generelleres Verhalten einiger Menschen geht.

    • Verena sagt:

      Zustände sind das – würde Kasperls Großmutter jetzt sagen. Danke für die Sensibilisierung für das Thema. Sehe die Dinger jetzt in anderem Lichte.

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