Wiener Nachtleben: Eine Stadt auf meiner Wellenlänge

Sommers starte ich ins Wiener Nachtleben mit einem Aperitif im Museumsquartier, wo in den mondänen Innenhöfen vor den zeitgenössischen Museen der Stadt die kultigen Enzis stehen. Das sind jedes Jahr neu gestaltete Sitzmöbel in XXL-Dimensionen, wie übergroße Sofas, auf denen gleich eine ganze Gruppe Platz findet. Daneben schenkt das Cafe Leopold aus, das in unmittelbarer Nähe liegt und coole Club-Events organisiert.

Eine weitere Fusion von Essen und Tanzen bietet das Ra’mien, oben asiatisches Restaurant, in dem nie ein Tisch ohne Vorbestellen zu haben ist und im Untergeschoss eine Disco im HongkongStyle beherbergt.
Eine Alternative für einen Sundowner bietet auch die Copa Cagrana. Die Sommervergnügungsmeile am Donaukanal ist mit den Jahren ein wenig heruntergekommen, gerade in der Gegend um die Partymeile Sunken City. Das teilweise etwas schmuddelige Ambiente past nicht mehr so recht zur im Hintergrund wachsenden Wolkenkratzer-Skyline der Stadt. Teils sind schon neue Restaurants und Bars entstanden, teils wird gerade abgerissen und umgestaltet. Es soll eine Ganzjahresdestination das Sommer-Urlaubsfeeling der bunten Buden ablösen. In den nächsten Jahren ist hier viel Neues zu erwarten.

Gastro-Hotspot

Dann geht es weiter ins Motto am Fluss. Hier am Speedboat-Terminal nach Bratislava heißt es Sehen und Gesehen werden. Wer hier einen Tisch ergattern möchte, reserviert am besten oder wartet in der Schlange vor der Rezeption gleich neben dem DJ-Pult, der das Deck mit elektronischen Rythmen beschallt. Flankiert von Flaneuren, die sich durch die Locations an der Uferpromenade treiben lassen, passt dieses Ambiente perfekt zur Skyline am anderen Flussufer. Am Ufer des Donaukanals gibt sich das Whoiswho der angesagten Gastronomen Wiens ihr Stelldichein: Der Szene-Caterer Neni betreibt hier z.B. das Tel Aviv Beach.

Genussmeile

Auch am Naschmarkt sind sie alle vertreten. Während an einem Ende der Gourmetmeile Touristen in relativ einfache Restaurants von Asia über Italiener bishin zu Fischlokalen von den Kellnern zum Platz nehmen eingeladen werden, gehen die Einheimischen hier vorbei. Der Markt, früher ein reiner Lebensmittelmarkt , hat sich mehr und mehr dem Genuss verschrieben. Die Restaurants auf der anderen Seite der typischen Marktständchen wirken edler, schön eingedeckt und schließlich heißt wieder die Szene willkommen. Laute Elektrosounds mischen sich mit dem Stimmenwirrwarr der vielen Gäste. Die Servicekräfte verstehen kaum die Bestellungen. Auch hier boomen Burger und Salate, z.B. mit Mangospalten und gegrillter Pute im Orient-Okzident. Hier nimmt Platz, wer im Neni, das diese luxuriöse „Fressgasse“ beschließt, keinen Platz mehr gefunden hat. Erstaunlich viele Menschen essen hier auch zu später Stunde noch etwas, obwohl das Ganze wie eine Outdoor-Partymeile mit Sitzplätzen wirkt.

Wem dann nach richtigem Clubbing ist, muss nur ums Eck auf die Wienzeile ins Goodmann:  eine berühmt berüchtigte Disco, die schon Falco zu ihrem Stammpublikum zählte, genau wie zwielichtiges Gesindel aller Art. Bekannt ist der Laden für die Afterhour-Parties bis in die Nachmittagsstunden. Fangen aber auch erst um 3 Uhr an. Weitere Kultdiscos sind der Volksgarten und das weiter außerhalb gelegene U4. Wer es hip mag, geht in die Babenberger Passage, einer zur Disco umgebauten U-Bahn-Station, in der international renommierte Djs auftreten.

Und wer noch Hunger hat, der holt sich eine Wurst an einem der drei Wiener Würstlstände an der Staatsoper oder am Hohen Markt (Stephansplatz) nahe dem „Bermuda Dreieck“, ein Weggehviertel mit vielen Cocktail-Bars und Trinklokalen. Wer in einer der Bars und Clubs in den Stadtbahnbögen tanzt, holt sich seinen Mitternachtsimbiss am Leo, der Imbiss an der U-Bahn-Station Nussdorfer Strasse.

Wer die Nacht geruhsam ausklingen lasen möchte oder schon ein Frühstück braucht, sucht in dieser Stadt natürlich ein Kaffeehaus (Betonung auf ee) auf. Die öffnen früh genug, um die Nachtschwärmer vorm Heimgehen aufzunehmen. Noch Hunger?

Wenn Du mir Tipps geben magst, was man noch alles Tolles in Wien bzw. im Wiener Nachtleben erleben kann, nur zu! Ich komme bald wieder, Wien, du gfoist maa, du bist aa Traum!

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