Wintersonnenwende – das Licht kehrt zurück!

Wintersonnenwende
Wintersonnenwende

Die Wintersonnenwende im Karmakalender #21

Heute ist das Fest der Wintersonnenwende. Für mich ist dies einer der schönsten Tage im Jahr. Heute kehrt das Licht zurück. Auch wenn es morgen und übermorgen noch keiner merkt: jeden Tag wird es ab heute wieder ein bisschen heller.

 

Die Wintersonnenwende leitet die Lichterfeste ein

Ab der Wintersonnenwende geht es jeden Tag ein wenig mehr in Richtung Frühling. Im Februar gibt es noch einmal so ein altes Fest. In der christlichen Tradition, die ja sehr viele der alten „heidnischen“ Bräuche sich einverleibt hat (Synkretismus), heißt dieses Fest Lichtmess. Selbst ich kenne noch den Brauch vieler Menschen im ländlichen Raum, den Weihnachtsbaum bis Lichtmess stehen zu lassen. Meine Oma packte die Krippe und allen Weihnachtsschmuck immer erst an diesem Tag weg. Früher war es wohl auch üblich, an Lichtmess seine Kerzen segnen zu lassen und eine Lichterprozession zu veranstalten.

Ob nun die Römer, die am 14. Februar ein Lichterfest mit einer ähnlichen Prozession feierten oder das keltische Imbolg an eben diesem Tag, das zu Ehren der Muttergöttin Brigid stattfand – es ist die Halbzeit zwischen Wintersonnenwende und der Sommersonnwende am 21. Juni. Alle diese Lichterfeste sind Teil des Jahreskreises und feiern die Sonne, die zu ihrer Kraft zurückkehrt.

Dass das zu neuem Leben erwachende Licht und damit die Sonne verehrt wird, ist ein uralter Brauch der Menschheit. Die Sonne ist Licht, Kraft und Energiequelle. Sie ist es, die das Leben nährt. Und sie ist es, die über die Dunkelheit und die Dunkeltage triumphiert. Und diesen Sieg feiern die Menschen zur Wintersonnenwende voller Freude.

Aus dieser alten Tradition stammt auch unsere Gewohnheit, Kerzen ins Fenster zu stellen. Das Kerzenlicht – ob nun am Adventskranz oder als Baumschmuck oder die vielen LED-Lämpchen in Gärten und auf Straßen und Plätzen – erhellt die Nacht. Sie wehrt die Dunkelheit ab. Ihre Flamme, glaubten die Menschen früher, hielt damit auch sämtliche Dämonen der Dunkelheit ab. So schützt das Licht die Menschen vor den Gefahren der Nacht, bis es mit der Wintersonnenwende jeden Tag wieder ein bisschen mehr Licht wird.

 

Mittwinter

Mit dem 21. Dezember und der Wintersonnenwende beginnt aber zunächst eine ganz besondere Zeit. Wir merken ja noch ziemlich wenig von der Rückkehr des Lichts. Jetzt stehen erst einmal die für viele Menschen schönsten Feste des Jahres an.

Heute feiern wir Weihnachten und den Jahreswechsel. In Nordeuropa feiern die Menschen das Mittwinter-, Yule- oder Julfest. Diese Bräuche gehen auf die Kelten oder aber auf die Wikinger zurück. Auch der Weihnachtsbaum könnte ein Symbol sein für den Lebensbaum der nordischen Götterwelt.

 

Die Rauhnächte

Fakt ist, dass viele alte Kulturen glaubten, dass diese nun anstehende Zeit besonders durchlässig ist für andere Welten. Daher rührt ein alter Spruch, von Weihnachten bis zum 6. Januar sollen die Leute besser zuhause bleiben und nicht verreisen.

Ab dem 25. Dezember beginnen die sogenannten Rauhnächte. Hier bei uns in den Alpen ist dieser Brauch noch sehr lebendig. Diese Nächte eignen sich besonders gut zum Räuchern von Haus und Garten. Früher wurden Haus und Hof, die Ställe der Tiere und eben alle Habseligkeiten geräuchert. Damit reinigte man zum einen sein Eigentum im eigentlichen wie auch im übertragenen Sinne.

Kräuter wie Weihrauch, aber auch Wacholderspitzen und Salbei haben eine desinfizierende Wirkung. Der Rauch schützt vor Keimen und Ansteckung. Im übertragenen Sinne reinigt der Rauch der Kräuter die Aura und den Geist der Menschen.

Wintersonnenwende Räuchern Rauhnächte

 

Das Lüften nach dem Räuchern symbolisiert genau dies: Das Alte, Verbrauchte darf gehen und die frische Luft schafft Platz für das Neue. Das Räuchern ist eine heimische Tradition und keineswegs nur eine von Indianern und aus anderen fernen Kulturen zu uns gebrachte.

Wer sich näher mit den Rauhnächten auseinandersetzen will, dem sei das Buch „Von Sonnwend bis Rauhnacht“ von Valentin Kirschgruber empfohlen. Von dem gebürtigen Allgäuer ist auch das Buch „Das Wunder der Rauhnächte“. In ersterem beschreibt er ein tolles Programm persönlicher Arbeit bzw. der Meditation wie du die zwölf Rauhnächte dazu verwenden kannst, mit Dir selbst ins reine zu kommen, Frieden zu schließen mit Dir und der Welt. Für mich ist das die perfekte Einstimmung auf das neue Jahr.

 

Selbst Räuchern mit heimischen Kräutern

Das Räuchern ist sehr einfach. wer sich im Sommer selbst Kräuter getrocknet hat, besitzt schon sein Räucherwerk. Eine tolle Idee sind finde ich die Räuchersticks, die ihr oben im Bild seht. Kräuter wie Salbei, Lavendel, Rosmarin, Thymian, Kamille, Schafgarbe, Mädesüß oder was ihr sonst gerne mögt, werden mit Bindfaden zusammengebunden. Entweder ein kleines Stöckchen mit einbinden oder die Enden der Blätter am Ende fest zusammenbinden. So entsteht ein Haltegriff. Diese Sticks könnt ihr anzünden und mit einer Schale durch das Haus tragen.

Eine andere Möglichkeit ist eine Räucherkohle anzuzünden. Wenn diese ganz durchgeglüht ist und außen weiß wird, bröselt ihr Kräuter Eurer Wahl darauf. Sehr gerne benutze ich auch Harze wie Dammar oder Styrax. Es gibt sehr viele exotische Räuchermittel. wenn Euch das interessiert, schreibe ich gerne einmal ausführlich darüber. Für die Harze finde ich ein Räucherstövchen geeigneter. Da entzündet man ähnlich wie bei einer Duftlampe unten ein Teelicht. Oben auf das Sieb platziert man nun Harze und Kräuter. Wenn die Hitze der Flamme nicht ausreicht, könnt ihr mit etwas Kanarienvogel-Sand (kostet viel weniger) aufschütten. So steht das Teelicht näher an den Kräutern.

Im Foto oben seht ihr so ein Räucherstövchen. Auf das Sieb kann man eine Räucherkohle legen – wobei das Sieb das nicht ewig aushält. Haltbarer sind Steine oder Muscheln für die Räucherkohle. Achtung, das ganze wird oft ganz schön heiß. Ich nehme mir auf meiner Runde durch das Haus immer einen Fächer mit. Damit wedle ich den Rauch in jede Ecke und jede Schublade. Vergesst auch nicht, die Fenster aufzumachen, dass der Rauch abziehen kann.

Kräuter, die sich gut für die Reinigung der Räume eignen sind allen voran der Salbei und neben oben genannten auch Angelikawurzel und Alanth, Beifuss, Zedernholz und Sandelholz.

 

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