Als Diplomatenfrau in Mexiko City – Verzicht auf eigenen Beruf zugunsten wertvoller Erfahrungen.

Berdien ist Diplomatenfrau in Mexiko, ihre eigene Karriere liegt daher gerade brach und ihre drei Kinder machen besondere Erfahrungen.

Bloggerin Berdien ist Mama von drei Mädchen und sie alle sind ihrem Papa bzw. Mann als Diplomatenfrau und -Familie nach Mexiko City gefolgt. Das ist eine mutige Entscheidung. Während Berdien bewusst auf ihre eigene Entfaltung in ihrem Beruf zugunsten ihres Mannes verzichtet, ermöglicht sie ihren Kindern auf diese Weise wertvolle Erfahrungen für ihr Leben. Ich stelle es mir nicht leicht vor nur Hausfrau und Mutter zu sein und noch dazu in einem Land, indem es nicht so selbstverständlich ist einfach so vor die Tür zu gehen – zumindest nicht als Weise.

Da ich selbst in Rom aufgewachsen bin und dort auf eine Deutsche Schule gegangen bin, habe ich so einige Diplomatenkinder bis heute unter meinen Freunden. Es ist ein ganz besonderes Leben, das Diplomatenfrauen führen – es hat Vor- und Nachteile wie ich finde. Ich wünsche Euch viele tolle Länder und viele wunderbare Erfahrungen auf Eurer Reise. So ein bisschen beneide ich Euch da schon, auch wenn ich weiß, dass Euer Leben bestimmt nicht immer einfach ist.

Wer mehr über Berdiens besonderen Weg lesen möchte, guckt mal auf ihrem Blog bejewly rein.

 

Wer bist Du?

Ich bin Berdien, ich bin 34 Jahre alt und Mutter dreier Töchter (2,5 und 7). Wir leben seit Mai 2016 in Mexiko-Stadt und in 1,5 Jahren geht es weiter. Wohin, das wissen wir noch nicht. Über unseren Weg blogge ich auf www.bejewly.de.

Berdien ist Diplomatenfrau in Mexiko, ihre eigene Karriere liegt daher gerade brach und ihre drei Kinder machen besondere Erfahrungen.

Woher kommst Du und wohin gehst Du?

Ich bin gebürtige Münchnerin, kam zum Studium nach Nürnberg. Zehn Jahre später ging es nach Berlin und jetzt bin ich als Diplomatenfrau in Mexiko. Wo es hingeht kann ich (leider) noch überhaupt nicht sagen, weil der Job meines Mannes uns auf der ganzen Weltumher bringt. Wegen mir dürfte es aber gerne wieder näher an die Heimat gehen!

 

Was willst Du über Deine Familie sagen?

Wir sind eine Einheit. Mit drei relativ kleinen Kindern ist das Leben nicht immer leicht, vor allem im Ausland und wir suchen noch nach einem Weg, es für uns alle passend zu machen. Bei uns es oft zu wild und laut, was meinen Bedürfnissen nach Ruhe nicht unbedingt entgegen kommt. Meine Töchter lieben sich heiß und innig, da passt keiner dazwischen, auch, wenn sie sich oft streiten. Immer wieder staune ich darüber, dass die drei wirklich „meine“ sind!
Was dieses Leben als Nomaden noch mit uns macht, bleibt spannend. Aber ich hoffe, dass es uns noch enger zusammenschweißt und die Mädchen, egal wo auf der Welt, immer einander haben.

 

Warum und was arbeitest Du – abgesehen von deiner Rolle als Diplomatenfrau?

Momentan bin ich Mutter. Dass ich arbeite, lässt der Job meines Mannes momentan nicht zu. Ich schreibe an meinem Blog und kümmere mich um unser tägliches Leben.

 

Erzähle uns etwas von Deinem beruflichen Werdegang!

Ich studierte Sozialpädagogik mehr so semi-begeistert und aus Bequemlichkeitsgründen. Danach arbeitete ich mit psychisch kranken Erwachsenen, machte eine längere Babypause für K1 und K2. Nach einem Jahr mit K2 fing ich an in einer Psychiatrie als Sozialarbeiterin zu arbeiten. Bald kam K3 und ich stieg wieder aus. So richtig war Sozialpädagogik aber nie das, was ich wirklich machen wollte. Jetzt bin ich hier in Mexiko, arbeite nicht und suche für mich nach einer Alternative zum sozialen Bereich, wenn wir wieder in Deutschland sind.

 

3 Dinge, die Dir am schwersten fallen, beim Wechseln zwischen den Welten!

Bei mir gibt es in meiner Rolle als Diplomatenfrau leider gerade gar keinen Wechsel. Mir fehlt das Berufsleben, der Austausch und professionelles Arbeiten an manchen Ecken sehr. So gibt es momentan „nur“ die Familienwelt für mich und manchmal fällt es mir schwer, mich voll und ganz darauf zu konzentrieren.

 

3 Dinge, warum Du nicht tauschen wollen würdest!

Ich liebe die Mäuse! Keiner kennt sie so gut wie ich und ich bin dabei, wenn sie groß werden.

Ich kann für sie da sein, gerade jetzt z.B. zum Schulanfang der Großen, der ihr nicht leicht fiel.

Außerdem denke ich, dass unser Leben viele Einsichten und Erfahrungen bringt, die vielen anderen verwehrt bleiben. So anstrengend es manchmal ist, nicht in der Nähe der Familie zu sein, so besonders sind die Erfahrungen, die wir machen. Wir lernen neue Kulturen und Menschen kennen, das ist so wertvoll!

 Berdien ist Diplomatenfrau in Mexiko, ihre eigene Karriere liegt daher gerade brach und ihre drei Kinder machen besondere Erfahrungen.

Was liegt Dir besonders am Herzen in Deinem Leben als Diplomatenfrau?

Mir ist wichtig, dass wir uns lieben und wertschätzen, auch wenn wir mal streiten oder ich eine „doofe Mami“ bin. Dass die Kinder lernen, respekt- und liebevoll mit dem Leben umzugehen. Ich will, dass wir ein Team sind, wir zusammen sind, egal wo.

 

Willst Du auch über Deinen Weg berichten – egal ob alleinerziehend, klassisches Rollenmodell oder ganz was anderes?

Wenn Du auch etwas sagen möchtest zum Thema Mütter und/oder Väter und Vereinbarkeit von Familie und Job oder mit Familie auf Reisen #kiezmitkindern freue ich mich sehr auf Deine Mail an contact@mamirocks.com – egal ob du vom zuhause arbeiten überzeugt bist, täglich ins Büro gehst oder ganz einfach Hausfrau aus Überzeugung bist. Hier gibt es schon einige individuelle Einblicke. Diese Portraits zeigen Wege auf wie Menschen die Vereinbarkeit von Familie und Job zu managen versuchen – denn ein Herz für Eltern soll jeder für uns vor allem auch gegenüber sich selbst haben: perfekt ist nicht wichtig. Auch wenn Du etwas anderes zu sagen hast, melde dich gerne! Ich freue mich über mögliche Gastautoren.

Eine ganz normale Mama

Mama im Spagat

Mama WahnsinnhochDrei

Lari Lara

Mami und Gör

Meine Svenja

Mäusemamma

Mama on the rocks

Mamis Nähkästchen

Val

Maia Mami rocks

Verena Mami rocks

Von Herzen und bunt

Dachbuben

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Mama und die Matschhose

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Dr. Mama Arbeitstier

Lotte Laib

Frau Mutter
Miss Broccoli

Mama mal 3

Südstadtmutter

Familie Sorgenfrei

HammaMama

Casual Dad

Mama Maus

9 Comments

  • Berdien sagt:

    Liebe Birgit,
    Mexiko zählt nicht umsonst zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Nicht im Traum fiele mir ein, meine Kinder irgendwo unbeobachtet laufen zu lassen! Nicht umsonst wird so viel Wert auf Sicherheit gelegt (keine öffentlichen Taxis, eingezäunte und bewachte Spielplätze, Empfehlung zu Low Profile, Mautstraßen und vieles mehr!)! Und ja, wenn man offensichtlich als Nicht-Mexikaner erkannt wird, kann das gefährlich sein.

    Das hat gar nichts damit zu tun, dass die Menschen unfreundlich sind. Das sind sie nicht! Ein liebevolles Volk, aber eben auch eines, in dem es viel Ungerechtigkeit und daher Gewalt gibt.
    Viele Grüße
    Berdien

    • Birgit sagt:

      Liebe Berdien,

      es tut mir sehr leid für dich, dass du dich in einem Land wie Mexiko so unsicher fühlst.
      Deine Ängste beinflussen immer auch die Wahrnehmung deiner äußeren Lebensbedingungen.
      Solange du in diesen gefangen bist, wird sich die Welt für dich immer als gefährlich darstellen.
      Wir haben keine bewachten Spielplätze gesehen und unsere Kinder haben einfach mit den mexikanischen Kindern auf normalen Spielplätzen und auf den wunderbaren Zocalos gespielt.
      Auch wenn die gemeinsame Sprache fehlte, waren dies wunderbare Erfahrungen für sie. Kommuniziert wurde durch Gestik, Mimik und einer Mischumg aus Deutsch, Englisch und Spanisch.
      Auch beim Taxi fahren hatten wir keine Probleme, sind viel Uber gefahren und auch U-Bahn. Ansonsten waren wir mit unserem Wohnmobil unterwegs.
      Natürlich gibt es bei hundertausenden von Taxifahrten anekdotische Probleme, das ist statistisch zu erwarten.
      Wir waren bereits in vielen Ländern dieser Welt, aber für uns gilt Mexico als eines der schönsten, buntesten und ungefährlichsten Länder, die man bereisen sollte,inbesondere mit Kindern.

      • Verena sagt:

        Liebe Birgit, die Erfahrungen des Einzelnen sind wohl sehr relativ und es ist vielleicht auch einfach schwer pauschal für Mexiko City, geschweige denn Mexiko zu sprechen. Ich würde es schön finden, wenn hier die Erfahrungen der Einzelnen nebeneinander stehen können ohne gegenseitig mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln.
        Wie gesagt, nachdem ich mich aufgrund Deines Kommentares gestern abend noch einmal mit anderen von mir als sehr realistisch eingeschätzen Mittel- und Südamerika Reisenden über die Sicherheitslage unterhalten habe, kann ich nur wiederholen: Ein gesundes Gespür für Gefahr hat nichts mit Angst zu tun und ich bin froh, dass ich das habe. Lieben Gruß

      • Berdien sagt:

        Liebe Birgit,

        ich fühle mich nicht eingeschränkt, ich bin es. Geh`doch bitte mal auf die Homepage der Mexikanischen Botschaft und informiere dich. Auch du bist kein öffentliches Taxi gefahren (ich fahre auch Uber und selbst da ist es nicht immer so sicher). Mexiko ist und bleibt eines der gefährlichsten Länder der Welt. Ich freue mich, dass du es in deinem Urlaub hier anders erlebt hast und ihr nichts Negatives erfahren musstet! Aber ich wohne seit bald 2 Jahren hier und mein Mann arbeitet an der Botschaft. Ich dürfte einen ganz guten Überblick über die Lage hier haben.
        Und das hat NICHTS zu tun mit der Freundlichkeit, der Lebensfreude der Mexikaner oder Schönheit des Landes.

  • Birgit sagt:

    Hallo,

    ich habe deine Einleitung mit etwas Verwunderung gelesen. Wie kommst du darauf, dass man als Weiße“ in Mexiko bzw. Mexiko City ncht selbstverständlich rausgehen kann? Wir waren mit unseren Kindern mehrere Monate in Mexiko und in Mexiko City unterwegs und zu jeder Tages und Nachtzeit draußen. Unsere Kiddies, zur Reisezeit 6 und 10 Jahre alt, sind auch selbständig einige Entfernungen ohne uns zu Geschäften gelaufen. Doe Mexikaner sind unglaublich freundlich, hilfsbereit und kinderlieb. Wir fühlten uns immer sicher und hatten viel Kontakt zu den Menschen in Mexiko. Deine Worte klingen für mich fremd und dem Land gegenüber ungerecht.
    Lieben Gruß
    Birgit

    • Verena sagt:

      Liebe Birgit, ich bin froh, dass Du das so schreibst und vor allem so erlebt hast. Ich habe eine Freundin in Mexiko City und ihre Geschichten klingen anders, daher freuen mich Deine Erfahrungen sehr. Sie ist selbst Mexikanerin.
      Ich war selbst noch nicht dort, dafür in Belize und Guatemala. Ich bin dort allein herumgereist und ich habe mich, ganz ehrlich, nicht überall so sicher gefühlt wie du, obwohl ich kein ängstlicher Mensch und in Süditalien aufgewachsen bin. Ich spreche spanisch und ich fand die Leute, mit denen ich geredet habe, (fast) alle super nett. Das eine schließt auch für mich auch nicht das andere aus, denn kriminalisierte Banden sind (zum Glück) auch niemals repräsentativ für ein Land und seine Bevölkerung.
      Liebe Grüße zurück.
      Ich würde mich freuen, wenn vielleicht auch Berdien noch etwas dazu sagen möchte wie sie das empfindet.
      Alles

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