Spenden statt Weihnachtsgeschenke kaufen

Weihnachts Spendenpakete
Weihnachtspakete für Flüchtlinge - 2015 haben wir gemeinsam mit Schulen Weihnachtspakete für Flüchtlinge in Tirol gesammelt. In den Paketen waren nützliche Dinge wie Hygieneartikel oder Unterwäsche.

Spenden zu Weihnachten oder gleich statt Geschenke? Facebook hat mich gefragt, ob ich eine Spendenaktion anlässlich meines Geburtstages machen will. Dazu gab es auch gleich ein paar Vorschläge von verschiedenen Organisationen für die ich bzw. meine Freunde in meinem Namen spenden könnten. Es waren Organisationen dabei, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Aber natürlich auch renommierte NGOs aus Österreich oder Deutschland, die man natürlich kennt. Ist ja eine gute Idee, auf Geschenke zu verzichten und dafür Spenden zu sammeln. Aber nichts Neues für mich. Ich mach das schon seit einer geraumen Weile.

 

Nach Spenden zu fragen ist eine Herausforderung

Was Spenden betrifft, wage ich zu behaupten, dass ich mich ein bißchen auskenne. Zehn Jahre meiner Berufskarriere habe ich bei NGOs gearbeitet und genau das getan, was Facebook jetzt macht: Nämlich die Menschen um Spenden für unsere Projekte gebeten. Ich war Öffentlichkeitsarbeiterin und Fundraiserin bei der Caritas und bei der Aktion Bruder und Schwester in Not. Ehrenamtlich unterstützte ich in den letzten Jahren noch eine lokale Flüchtlingsinitiative in Tirol. Wir organisierten verschiedene Aktionen, sammelten Geld und Kleidung und Weihnachtspakete für Flüchtlinge in Tirol sowie in Griechenland und machten verschiedene Veranstaltungen.

Spendenaktion-2016-Winterkleidung-fuer-Fluechtlinge-in-Griechenland

Winterkleidung für Flüchtlinge wurde in Tirol gesammelt und per LKW in die großen Flüchtlingslager nach Griechenland verschickt.

 

Zu Weihnachten haben Spenden Hochsaison

Spenden sammeln, das ist eine sehr besondere Aufgabe. Oft ist sie recht herausfordernd, weil man immer wieder mit Skepsis und Fragen und Vorurteilen zu kämpfen hat. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr schöner Job: Marketing für etwas das Sinn macht. Hilfe für Menschen, damit sich ihre Lebenssituation verbessert. Gerade zu Weihnachten hat das Spendenmarketing Hochsaison. Da hatten wir immer den größten Stress. Inzwischen habe ich die Branche gewechselt. Denn irgendwann ist das „Welt-Retten“ zu viel geworden. Dennoch bleibe ich meinen Organisationen treu und spende immer wieder für meine „Lieblingsprojekte“ – vorwiegend Hilfe im Ausland.

 

Spenden kritisch hinterfragen

In meiner Zeit bei den NGO‘s habe ich vielfältige Möglichkeiten zum Spenden kennen gelernt und ausprobiert. Ich wurde auch oft mit kritischen Fragen von Spendern konfrontiert. Wie viel Geld geht in die Verwaltung? Kommt die Spende wirklich dort an, wo ich es will? Warum unterstützen Sie nicht das Projekt XY, das ist doch viel besser als das Projekt AB? Und so weiter und so fort. Sich einen Überblick über die Spendenlandschaft zu verschaffen ist nicht einfach – es gibt eine Vielzahl an Organisationen, die tolle Projekte haben und die man unterstützen kann. Aber wie findet man heraus, wen man nun etwas spenden kann und wem nicht?

 

Große Organisation oder kleine Initiative?

Informiert euch, ob hinter dem Spendenaufruf eine professionelle Organisation steht, oder ob es eine Privat-Initiative ist. Professionelle Spendenorganisationen arbeiten nach festgelegten Qualitätskriterien des Spendengütesiegels und unterziehen sich regelmäßigen Prüfungen. Man kann die Spenden auch steuerlich absetzen. Sie haben einen umfassenden Internetauftritt und man bekommt dort auch viele Informationen zu den einzelnen Projekten.

Kleine Initiativen haben es da oft schwerer, mit diesen ganzen Qualitätsstandards der Großen mitzuhalten und die Spenden sind oft nicht steuerlich absetzbar. Hier geht es vor allem um das Bauchgefühl. Finde ich es gut, wofür die Initiative Spenden sammelt? Habe ich Vertrauen zu den Personen, denen ich das Geld überweise? Kann ich mir sicher sein, dass das Geld auch für den angegebenen Zweck verwendet wird?

 

Wie viel geht von meiner Spende in die Verwaltung?

Große Organisationen haben eine Vielzahl an Projekten, die in der Regel über mehrere Jahre betreut werden und somit auch nachhaltig wirken. Spenden machen da nur einen Teil der gesamten Finanzierung aus. Laufende Kosten wie Personal und Verwaltung werden in der Regel über Fördergelder aus der Öffentlichen Hand (Bund, Land oder EU) finanziert. Bei Organisationen mit kirchlichen Background kommen meist auch Subventionen aus dem Bereich der Kirchensteuer. Das bedeutet, dass der Großteil des Verwaltungsaufwand nicht über Spenden sondern von der öffentlichen Hand übernommen wird. Von der Spende selbst fließen in der Regel rund 15 bis 20 % in Werbung und Fundraising.

 

Worauf sollte man beim Spenden achten?

Ich habe euch deshalb hier ein paar Tipps und Infos zusammengestellt, worauf man beim Spenden achten sollte.

  • Spendet nur für Projekte, die ihr auch gut findet
  • Informiert euch über das Spendenprojekt und die Organisation in Internet
  • Spendet nachhaltig: Sucht euch ein paar wenige Lieblingsprojekte aus und spendet für diese eine für euch angemessene Summe. Es macht mehr Sinn höhere Beträge für wenige Projekte zu spenden, als viele kleine Beträge an viele Organisationen. Das hält den Verwaltungsaufwand gering.
  • Achtet auf das Spendengütesiegel.
  • Spendet lieber per Überweisung oder lasst euch einen Beleg über die Bargeldspende ausstellen. Nur so habt ihr die Garantie, dass die Spende auch wirklich bei der Organisation ankommt.

 

auch Volunteering als Familie ist möglich, wenn jemand Zeit spenden möchte: etwa hier ein Projekt in Ghana oder als WOOFER, weltweit auf Bio-Bauernhöfen und -Projekten.

Hier gibt es ein Weihnachtswunschprojekt für Hamburger Obdachlose von Strassenblues, oder ACT, eine Aktion für Theater für Jugendliche.

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