Vereinbarkeit als Privileg und großes Glück

Vereinbarkeit als Privileg und großes Glück

Viele meinen, Beruf und Familie sind nicht vereinbar – oder der Preis dafür sei für die Frauen zu hoch. In diesem Kontext ist Vereinbarkeit als Privileg zu betrachten. Denn Vereinbarkeit klappt nur, wenn Frauen sie unterstützende Männer zur Seite haben, auf einen starken Familienverbund oder andere helfende Hände zurückgreifen können und auch die externen Systeme wie Schule und Arbeitgeber, sie unterstützen. Dann wird Vereinbarkeit möglich. Weil diese Art der Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung bis heute so selten ist, spricht Leni Steindl von der Vereinbarkeit als Privileg.

Heute möchte ich euch eine ganz besonders kreative Frau vorstellen: Leni ist Kinderbuchautorin und Chefredakteurin und dabei Mutter. Sie betrachtet Vereinbarkeit als Privileg und großes Glück, sich in so unterschiedlichen Bereichen ausleben zu dürfen. Wie sie das schafft, Kinderbuchautorin und Chefredakteurin als Mutter zu sein? Lies selbst.

Wer bist Du?

Ich bin Leni Steindl, eigentlich Madeleine. 30 Jahre jung, im Sternzeichen Stier – zielorientiert statt stur und trotzdem immer bereit für Träumereien. Wenn ich meine Träume dann in die Tat umsetze, schreibe ich Kinderbücher, errichte im Garten ein großes Veranstaltungstipi, renoviere alte Wirtshäuser, gehe mit meiner kleinen Tochter wildcampen oder mache mich ohne Karte auf eine Weitwanderung durch Italien. Grundsätzlich lebe ich aber bodenständig auf einem Bauernhof, mit vielen Tieren rundherum, liebe die Jahreszeiten und Musik, koche und esse für mein Leben gerne.

Woher kommst Du und wohin gehst Du?

Ich komme aus Niederösterreich und da möchte ich auch bleiben. Zumindest fühlt sich das jetzt so an. Auf der Suche nach Abenteuern zieht es mich oft hinaus in die weite Welt, genauso gerne aber in den Wald vor der Haustüre.


Was willst Du über Deine Familie sagen?


Wir sind drei – Leni, Lukas & unser fünfjähriges Mädchen. Wenn es nach ihr geht, gehören auch die Hunde Kira und Luna dazu. Außerdem viele Omas und Opas, mit denen wir zusammenleben oder viel Zeit verbringen.
Ansonsten sind wir temperamentvoll, voller Tatendrang, wissen aber auch die gemütlichen Stunden zu schätzen. Wir lachen zusammen, trösten uns gegenseitig, sind füreinander da, stehen uns in der Küche nicht im Weg und spielen leidenschaftlich gerne Mau Mau.

Warum und was arbeitest Du?

Ich arbeite, weil es mich glücklich macht. Schreiben ist für mich Entspannung. Weniger entspannend, dafür super aufregend sind dann meine Lesungen in Kindergärten und Volksschulen. Da geht es manchmal ziemlich rund. Aber ich liebe es, die strahlenden Kinderaugen zu sehen und zu wissen, wie viel Freude ich den Kleinen mit meinen Geschichten bereiten kann.


Mein Brotjob, der sich allerdings nicht so anfühlt, ist die Chefredaktion des Familienmagazins moreFAMILY. Hier erreiche ich mit meinen Themen und Texten so viele Menschen, vor allem so viele Frauen und Familien. Ich möchte sie inspirieren, zum Nachdenken anregen oder ihnen einfach eine gute Zeit – mit Magazin und Kaffee – schenken. Denn so eine kleine Auszeit vom Familienalltag schadet niemandem…


Erzähle uns darüber, wie du Kinderbuchautorin und Chefredakteurin als Mutter geworden bist!

Mit 18 Jahren habe ich mein Studium abgebrochen. Mein erster „vorübergehender Job“, wie ich ihn meiner Mama nach meiner hingeschmissenen Unikarriere präsentierte, entpuppte sich als ein Glücksgriff. Ich arbeitete als Redakteurin für eine Wochenzeitung und konnte nach zwei Jahren bereits die Redaktionsleitung übernehmen.
Aus dem Studium wurde nichts mehr, so viel war schnell klar.
Mein Weg führte mich weiter zu einem Verlag, redaktionelle Aufgaben, regionale Projektleitungen und schließlich durfte ich mir meinen Traum erfüllen: Seit 2022 arbeite, schreibe, recherchiere und lebe ich als Chefredakteurin für das österreichweite Familienmagazin moreFAMILY.

3 Dinge, die Dir am schwersten fallen, beim Wechseln zwischen den Welten!

  • Erstens, meinem Kind erklären, dass ich arbeite.

Ihr O-Ton dazu: „Du arbeitest nicht. Du schaust nur in den Computer. Zum Beispiel Rasenmähen, das ist eine richtige Arbeit…“

Ja, so sind sie, die lieben Kinder. Bei einer Schreibblockade gehe ich dann wirklich lieber raus in den Garten – den Kopf kriegt man beim Rasenmähen auf jeden Fall frei.

  • Zweitens, arbeite ich fast ausschließlich im Homeoffice. Muss ich noch mehr sagen? Da wechsle ich oft ziemlich schnell zwischen den Welten. Geregelte Arbeitszeiten gibt es vor Druckübergaben nicht. Große Aufgaben werden natürlich möglichst vormittags, während Antonias Kindergartenzeit, erledigt. Aber ab und zu kommt es vor, dass ich arbeite und auf der anderen Hälfte meines Schreibtisches wird gebastelt, gemalt, geklebt und gespielt. Meine Arbeitsunterlagen taugen nämlich super als Bastelpapier – das wusste ich ohne Kind noch gar nicht…
  • Und meinen dritten Punkt konnte ich mittlerweile ablegen. Früher war es für mich oft schwer, telefonische Kundengespräche zu führen, weil Antonia liebend gerne telefoniert, dazwischen plappert und gerade jetzt natürlich die volle Aufmerksamkeit von Mama braucht. Aber mit einer Portion Leichtigkeit ist es mir gelungen, dieses „Problemchen“ abzulegen. Ich schreibe Kinderbücher und ein Familienmagazin – eine gewisse Kinderfreundlichkeit setze ich von meinen Gesprächspartnern mittlerweile voraus.


3 Dinge, warum Du nicht tauschen wollen würdest!

Da gibt es wohl mehr als drei Dinge, aber versuche sie, möglichst zusammenzufassen.

  • Flexibilität. Ich liebe sie! Meinen Tag teile ich mir selbst ein – und da gibt es fast täglich eine ausgiebige Mama-Tochter-Zeit. Die nutzen wir dann intensiv bei einer Radtour, am See, im Wald oder mit stundenlangem Mau Mau-Spielen. Außerdem bleibt noch genug Me-Time und Two-Time – absolut wichtig für ein gelungenes Familienleben. Ich verpasse auch keine Aufführungen im Kindergarten und bin da, wenn mein Kind krank ist oder vom Kindergarten blau macht.
  • Kreativität. Sie begleitet mich seit Kindheitstagen und sich kreativ ausleben zu können und damit mein Geld zu verdienen, ist eigentlich das Beste, was ich mir für mich und meine Familie vorstellen kann.
  • Leidenschaft. Als Eltern sind wir Vorbilder. Was ich meiner Tochter mitgeben möchte und hoffentlich jeden Tag vorlebe:
    ☼ Brenne für das, was du tust! Hab Freude an der Arbeit, dann ist es keine Arbeit.☼ Sei fleißig, gönne dir aber deine Freiheiten. Genieße das Leben.
    ☼ Sei mutig! Schlage neue Wege ein, vertraue auf deine Talente und höre auf dein Bauchgefühl.
    ☼ Gehe auf Menschen zu. Erzähle ihnen von dem, was du machst. Höre dir ihre Geschichten kann. Daraus ergeben sich oft die besten Ideen.

Die Kinderbuchautorin Leni Steindl liest Kindern oft und gerne aus ihren Fridolin-Büchern vor. Du kannst sie buchen!

Was liegt Dir besonders am Herzen?

Meine Familie. Meine Tochter. Ich bin da, begleite sie beim Aufwachsen und erlebe ihre großen und kleinen Entwicklungsschritte jeden Tag.

Warum betrachtest du Vereinbarkeit als Privileg und großes Glück?

Auch wenn die Situation für mein Kind jetzt selbstverständlich ist, hoffe ich, dass sie später auf ihre Kindheit zurückblickt und versteht, welches Privileg wir hatten, uns für diesen Weg entscheiden zu können. Ein Weg, der Familie, Beruf und Berufung, Liebe, Mut und Herzblut, verbindet.

Was möchtest du abschließend noch sagen?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fühlt sich an manchen Tagen so leicht und unbeschwert an, kann aber an anderen Tagen zur größten Herausforderung werden.

Mein Schlussappell richtet sich daher an die Männer da draußen, an die Partner und Väter: Haltet euren Frauen ab und zu den Rücken frei! Schnappt die Kinder, packt selbstständig (!) alles ein, was ihr für einen Nachmittag am Spielplatz braucht und macht euch aus dem Staub.
Und ihr werdet sehen, wenn ihr zurückkommt, ist sie wieder da, die liebevolle Mama, die verständnisvolle Partnerin, der glückliche Mensch, den alle am liebsten haben!

Eure Leni Steindl, Kinderbuchautorin www.kinderbuch-fridolin.at, Chefredakteurin und Mama einer aufgeschlossenen, ausgelassenen, intelligenten, einfühlsamen Fünfjährigen

Wie klappt Vereinbarkeit? Ist Vereinbarkeit als Privileg zu betrachten?

Ja, es gibt sie noch, die Reihe zur Vereinbarkeit von Kind und Karriere, Beruf und Familie. Die Interviewserie startete 2015 und ganz unten, kannst du sehen, wie viele Frauen mit sehr unterschiedlichen Berufen schon teilgenommen haben.

An all diesen zahlreichen Beispielen kannst du herausfinden, wie unvereinbar oder vereinbar deine Traumkarriere, dein Traumberuf mit Familie und Kinderwunsch ist. Denn all die Frauen, die hier mitgemacht haben, bringen ein gehöriges Maß an Leidenschaft und Willensstärke mit, um allen Widrigkeiten zum Trotz, ihr Ding durchzuziehen. Leicht ist das für keine, denn noch immer sind wir in vielen Branchen weit entfernt von Gleichberechtigung.

Wir suchen Deine Geschichte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wenn Du auch etwas sagen möchtest zum Thema Mütter und/oder Väter und Vereinbarkeit von Familie und Job oder mit Familie auf Reisen #kiezmitkindern freue ich mich sehr auf Deine Mail an contact@mamirocks.com – egal ob du vom zuhause arbeiten überzeugt bist, täglich ins Büro gehst, einen anderen Job hast, der ebenso wie der Beruf Lehrerin gut mit dem Muttersein vereinbar ist  oder ganz einfach Hausfrau aus Überzeugung bist. Hier gibt es schon einige individuelle Einblicke. Diese Portraits zeigen Wege auf wie Menschen die Vereinbarkeit von Familie und Job zu managen versuchen – denn ein Herz für Eltern soll jeder für uns vor allem auch gegenüber sich selbst haben: perfekt ist nicht wichtig. Auch wenn Du etwas anderes zu sagen hast, melde dich gerne! Ich freue mich über mögliche Gastautoren.  

Eine ganz normale Mama

Mama im Spagat

Mama WahnsinnhochDrei

Lari Lara

Mami und Gör

Meine Svenja

Mäusemamma

Mama on the rocks

Mamis Nähkästchen

Val

Maia Mami rocks
Verena Mami rocks

Von Herzen und bunt

Dachbuben

Minimenschlein

RadioMama

Fledermama

MAMA Berlin

Die Rabenmutti

Mama und die Matschhose

Hausnummersechs

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Iris Hell

Dr. Mama Arbeitstier

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Cuchikind 

Schokominza

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Zweitöchter

Elischeba   

Sabine MoHe

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