Die Jahreszeiten mit Kindern erleben

Jahreszeiten mit Kindern erleben
(c) Jenny Oehme

Den Jahreskreislauf und die Jahreszeiten mit Kindern erleben zu dürfen, ist ein großes Geschenk. Mit den Kindern entdecken wir den zyklischen Rhythmus der Natur selbst neu. Wir erleben das Wiedererwachen der Natur im Frühling mit ihren staunenden Augen.

Vertrauen und Sicherheit für Kinder durch die Jahreszeiten

Den sich stets gleich wiederholenden Rhythmus der Jahreszeiten im Kindergarten- und Schulalter kennenzulernen, vermittelt Sicherheit. Die Kinder können sich darauf verlassen, dass der Winter kommt, wenn der erste Schnee fällt, und dass im Sommer wieder schönes Badewetter gibt und die Sonne heiß vom Himmel strahlt. Und wenn dann ein gewaltiges Gewitter vom Himmel poltert, geht der Sommer auch wieder irgendwann zu Ende und der Herbst steht vor der Tür.

So lernen Kinder, dass jede Jahreszeit ihre Qualitäten hat. Der Sommer ist wunderbar und alle Kinder lieben Eis und Ferien. Doch auch der Herbst hat seine Reize. Wenn wir Erwchsenen uns mit den Jahreszeiten beschäftigen, begeistern wir auch unsere kinder dafür. Wie das gelingt, darüber schreibe ich gerade ein neues Buch, was mir großen Spaß macht. Deshalb habe ich mich umgesehen, welche Bücher spannende Anregungen bieten, um die Jahreszeiten mit Kindern erleben zu können.

Die acht Jahreskreisfeste von Walpurga Zellinger

Das reich bebilderte Sachbuch zu den Jahreskreisfesten ist im einhorn Verlag im Herbst 2021 erschienen. Die Schamanin und Kräuterkundige Walpurga Zellinger führt ihre Leserinnen mit viel Liebe, Kräutern, schmackhaften Rezepten, Ritualen und Leidenschaft für den Rhythmus der Natur durch das Jahr.

Hier findet ihr auf ihrer Homepage Schamanismus Tantra noch mehr Infos zu den Jahreskreisfesten. Außerdem erfahrt ihr, wann ihr diese Feste mit ihr in und um Wien feiern könnt. Die Autorin, die übrigens auch für das zauberhafte Magazin Holunderelfe schreibt, richtet sich mit ihrem Buch und ihrem Kursangebot in erster Linie an Erwachsene.

Dennoch kann ich gerade als Mutter aus ihren Impulsen und Anregungen zu Jahreskreisritualen viel für unsere Familie herausziehen. Um die Jahreszeiten in all ihrer Fülle mit Kindern erarbeiten und erleben zu können, hilft es, wenn sich Erwachsenen näher mit den Jahreskreisfesten beschäftigen.

Eignen sich die Jahreskreisfeste für Kinder?

Diese sind sehr alt und viele wurden von den christlichen Bräuchen einverleibt und leben in ihnen weiter. Viele Menschen bringen diese zeremoniellen Feiern zu Beginn der Jahreszeiten mit Kelten und Germanen in Verbindung. Aber schon vor den Kelten gab es in Europa matriarchale Kulturen, die einer Großen Göttin huldigten und sie im Frühling mit der Wiedergeburt des Lebens feierten. Dieses Wissen, um den Jahreslauf als Symbol für das Leben, das sich jedes Jahr neu erschafft, indem sich Himmel und Erde vermählen, die Göttin und ihr Geliebter heilige Hochzeit feiern und für uns Menschen einen reichen Gabentisch zur Erntezeit deckt, steckt hinter den Jahreskreisfesten.

Und stiftet es nicht auch uns Vertrauen, Sicherheit und Stabilität, wenn wir im Sommer darüber nachdenken, wie das reife Korn, die Samen bereithält für die nächste Aussaat im Frühling? Auch der Winter wird uns erträglich, wenn wir wissen, dass ohne die Dunkelheit und die Ruhe dasSaatkorn nicht beginnen würde im neuen Jahr zu treiben.

Der Jahreskreis, wunderbar illustriert von Jenny Oehme

Dieses uralte Wissen vermittelt Wapurga Zellinger in ihrem Buch. Wenn wir selbst uns mit den alten Traditionen beschäftigen, können wir sie unseren Kindern weitergeben. Die Jahreskreisfeste führen von Samhain über die Wintersonnenwende, der Rückkehr des Lichts zu Imbolc, die Frühlingstagundnachtgleiche um Ostern, Beltane, das Fest der Fülle zur Walpurgisnacht. Dann geht es mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht von der Sommersonnenwende zum Schnitterinnenfest Lugnasadh Anfang August und zurück mit dem schwindenden Licht der Herbsttagundnachtgleiche.

Das Buch ist ein kleines Kompendium für alle, die solche Feste feiern wollen – mit Kindern oder mit Freund:innen.

Wie können wir die Jahreszeiten zu uns ins Haus bringen?

Da gibt es nur eines: Naturmaterialien. Wir sammeln unsere Dekoration und alles, was wir zum Basteln brauchen, in der Natur. Wir haben hier auch einige unserer Ideen für Spiele mit Naturmaterialien aufgeschrieben.

Von jedem Spaziergang und jedem Ausflug in Wald und Wiese bringen wir etwas mit nach Hause. Die Kinder lieben es, Stöcke, Steine und Zapfen zu sammeln. Diese verzieren wir manchmal, pressen Blätter oder pflücken BLumen für einen Wiesenblumenstrauß. Die Natur beschenkt uns reich mit jahreszeitlicher Dekoration.

Ein tolles buch habe ich beim Servus Verlag gefunden: Das Kranzerlbuch von Elisabeth Dießl und Veronika Halmbacher führt Euch mit Kränzen, Sträußen und gestecken durchs Jahr. Durch den natürlichen Schmuck im Haus, den die Kinder oft selbst gesammelt haben, entsteht eine tiefere Bindung zu den Jahreszeiten. Wir erleben sie nicht nur draußen im Garten, im Park oder am Berg. Wir nehmen die Jahreszeiten mit nach Hause und geben ihnen bei uns gebührenden Raum.

So ein Kranz an der Tür oder auf dem Tisch signalisiert den Kindern, den Beginn einer neuen Jahreszeit. So wissen sie durch die jährliche Wiederholung der Jahreszeiten, was für ein Fest gerade ansteht. Das Kranzerlbuch bietet tolle Anregungen, was wir im Frühling, Sommer, Herbst und Winter draußen sammeln, aber auch im Garten selbst anbauen können. So haben wir immer passende Kräuter und Bluumen zur Hand. Die dekorativsten Gräser, blühenden Kräuteru nd Blumen sind übrigens oft auch bei BIenen und Insekten sehr beliebt.

Schritt für Schritt Anleitungen helfen auch Ungeübten, das sie einen Kranz schön binden lernen. Daneben gibt es Iden für Tischdekos, Blumensträuße und natürlich Adventskränze.

Wo in der Natur können wir mit Kindern die Jahreszeiten erleben?

Jetzt bleibt noch die Frage, wo wir am besten in der Natur die Jahreszeiten mit Kindern erleben können. Meine Antwort: natürlich im Wald. Im Wald wachsen zahlreiche Pflanzen, Pilze, Beeren und Blumen, die sonst nirgends wachsen. Der Wald ist ein faszinierender Organismus. Auch die Waldtiere begeistern Kinder sehr. Und nicht zu vergessen die Bäume selbst. Die Bäume sind das Sinnbild für die Jahreszeiten. sie verschwinden nicht, sondern tragen in jeder Jahreszeit in anderes Gewand. Deshalb eignen sie sich so gut, um die Jahreszeiten für Kinder zu veranschaulichen. Probiert doch einmal aus, einen Baum einmal im Monat aufzusuchen. Jedesmal sieht er anders aus. Es ist eine beeindruckende Achtsamkeitsübung diesen Baum jedes Mal nach dem Besuch mit den Kindern zuhause zu malen.

Der Baum muss auch nicht im Wald stehen. Auch ein alleinstehender Baum im Park oder im Garten kann es sein. Damit ihr Euren Baum auswählen könnt, empfehle ich Euch noch ein weiteres Buch, erschienen bei nymphenburger.

Die Weisheit der Bäume

Baum ist nicht gleich Baum! Fühlt ihr Euch zu manchen Orten hingezogen? Wo sind Eure Lieblingsplätze, an denen ihr spürt, das ihr hier ewig bleiben wollt. Oft steht an so einem Kraftplatz einer oder mehrere Bäume.

Bäume können die unsichtbaren Kraftfelder der Erde sichtbar machen. Die energetische Qualität ihres Standorts beeinflusst ihren Wuchs. Auch hier könnt ihr eine Achtsamkeitsübung mit Kindern daraus machen. Schaut Euch die Bäume, die Euch begegnen genau an.

Der Autor Guntram Stoehr erklärt in seinem Buch “Bäume an Orten der Kraft”, die Sprache der Bäume zu entziffern. So erkennt ihr, welche Orte Euch und Euren Kindern gut tun. Dabei geht es neben emotionalem und seelischen Wohlbefinden sogar bis zu körperlicher Heilung. Wichte FRagen, die in dem Buch thematisiert werden, lauten: Wo verlaufen Wasseradern, wo wirken Erdstrahlen oder andere Kräfte?Solche Fragen spielen bei großen Entscheidungen, wie Hausbau eine wichtige Rolle. Bäume verraten uns einiges über den Ort, an dem wir leben.

Mithilfe eines Lexikons der Wuchsphänomene zum Nachschlagen können auch Laien wie Du und Ich kraftvolle Orte aufspüren und nutzen. Wer dieses Buch gelesen hat, wird mit seinen Kindern viel bewusster durch Wald und Landschaft gehen.

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