Reinigungsrituale zu Lichtmess

Lichtmess Imbolc Brigid

Anfang Februar war Mariä Lichtmess (2. Februar), Imbolc oder der Ehrentag der Frühlingsgöttin Brigid. Ich feiere die Wiederkehr des Lichts in meinem persönlichen Lichtmess und Brigid-Fest. Und zwar an diesem Wochenende. Ihr wisst ja, nicht das genaue Datum ist wichtig, sondern dass wir uns erinnern und feiern. In unserem eigenen Rhythmus unserer Herzen.

Anfang Februar wird das Licht merklich wärmer. Es ist länger hell. Früher war Mariä Lichtmess der Beginn der bäuerlichen Feldarbeiten. Es ist – gut 40 Tage nach Weihnachten – auch schon wieder bis fast 18 Uhr hell.

Bei uns liegt zwar noch Schnee, aber darunter dürfen wir diesen Monat noch auf Schneeglöckchen, die ersten Frühlingsboten, hoffen. Ein besonderer Brauch zu Lichtmess ist es, die Obstbäume wach zu rütteln. Habt ihr schon einmal einen Baum umarmt? Seine raue Rinde ist Balsam für die Seele.

Mein innerer Rhythmus hat mich aber dieses Wochenende und die letzten Tage dazu getrieben, das Haus einem intensiven Frühkahrsputz zu unterziehen. Ich habe damit die Kinder angesteckt, nicht ganz freiwillig zuerst, wie ich hier schon gestern von unserem inneren Winter berichtete.

Mein liebstes Reinigungsritual zu Lichtmess – Imbolc

Dass Imbolc ein keltisches Fest war, ist nicht wissenschaftlich belegt. Pagane, neoheidnische und Traditionen wie die der Wicca-Hexen haben Imbolc zu einem wichtigen Reinigungszeremonial und Feiertag werden lassen.

Die christliche und jüdische Tradition Kerzen zu weihen und Reinigungsrituale durchzuführen, ist jedenfalls sehr, sehr alt. Auch ind der Römischen Gesellschaft war es Anfang Februar üblich – lange vor den christlichen Bräuchen – mit Reinigungszeremonien und einer Lichterprozession zu feiern.

Woher auch immer die Göttin Brigid kommt, sie löst die dunkle Alte ab mit ihrem strahlenden Anblick und lichter Gestalt. Beide sind Aspekte der weltweit vorkommenden Dreieinigkeit der weiblichen Gottheit. Die Junge, die reife und die Alte Frau gab es auch schon in der griechischen Antike und viel früher vor Jahrtausenden in der minoischen Kultur Kretas und Santorins. Kennt ihr Kore, Persephone und Hekate? Auch in Russland und vielen slawischen Ländern gibt es die Baba Yaga, die sich ebenfalls in andere Frauengestalten verwandelt.

Bei uns gibt es die drei Saligen, die drei Bethen oder die drei Heiligen Frauen aus dem Rheinland Katharina, Margarete und Barbara. Es gibt die Schicksalsgöttinnen Nornen, Parzen, drei Musen und die drei Schicksalsweberinnen.

Innere und äußere Reinigung

Aber Moment, ich wollte Euch eigentlich mein Lieblingsritual zu Lichtmess verraten: Es heißt Putzen. Ganz einfach putzen und sauber machen.

Ich esse gerade gerne Sauerkraut und Salate mit Apfelessig. Außerdem trinke ich Brennesseltee und andere Tees zur inneren Reinigung. Mein morgendliches Ölziehen ist mir auch sehr wichtig.

Nachdem wir nun endlich die Kinderzimmer soweit aufgeräumt haben, dass wir nicht nur alle Ecken und Winkel aussaugen konnten, habe ich das ganze Haus vom Dachboden bis in den Keller gewischt.

Ich habe unglaublich viel Wäsche gewaschen. Jetzt ist endlich auch mal alles andere dran, was wir nicht andauernd waschen, wie Wolldecken, ÜBerzüge, Kissen und so weiter.

Ein kleiner Hausaltar zu Lichtmess: den Frühling begrüßen.

Mit dem Rütteln der Obstbäume wollen wir symbolisch ihre Lebenssäfte wieder aufwecken. Damit die Reinigung zu Lichtmess ein bisschen länger im Haus als frisches, duftiges Symbol bleibt,habe ich in jedem Stockwerk kleine Plätze zu Ehren der Frühlingsgöttin eingerichtet. Dazu trage ich eine Räuchermischung mit reinigenden Wacholderspitzen, Salbei und Damaris, einem lichten und zitronigen Harz, durch das Haus, um die Reinigung zu verstärken.

Meine kleinen Achtsamkeits-Nischen bewahren die Familie vor allzu raschem Hinwerfen und unachtsamen Ablegen von Kram und unnötigen Dingen. Wenn man eben keine Lust hat gleich aufzuräumen. Bei fünf Personen müllt sich da schnell wieder alles zu, aber wisst ihr ja sicher.

Ich habe mich intuitiv für die Farben Lila, Rosa, Gelb und Weiß entschieden. Deshalb habe ich mit Muscheln dekoriert, die in all diesen Farben schillern. Die honigfarbenen Bienenwachskerzen sind vom Adventskranz übrig und sie passen wunderbar dazu.

Intuitive Farben und Dekoration

Hier im Flur habe ich eine bunte Ecke gestaltet. Sie ist der Sonne gewidmet.

Was ich heute nicht mehr geschafft habe: Morgen hole ich meine gut verpackten Frühlingszwiebeln aus dem letzten Osterdeko-Körbchen endlich wieder ans Licht. Ich möchte sie in alte Marmeladengläser pflanzen. Blumenzwiebeln sind eine wunderbre Sache. Die frischen Frühlingsbringer sind wunderschön und ich brauche keine Schnittblumen kaufen, die ich absolut nicht nachhaltig finde.

Ein weiteres tolles Ritual zu Lichtmess ist Kerzen gießen. Habe ich auch nicht mehr geschafft, werde ich aber demnächst machen. Dann hat der Frühling noch ein paar schöne Lichter zum Strahlen.

Ich wünsche Euch und uns, dass die Zeit bis zum Frühling nicht mehr all zu lange dauert. Mehr WIB finden sich bei Große Köpfe Berlin.

4 Comments

  • Verena sagt:

    Liebe Dörte,
    bei uns schneit es gerade schon wieder. Aber hier in Innsbruck sitzen wir auch mitten in den Alpen. Wobei Innsbruck an sich nicht so Schnee gesegnet ist, was mir gerade recht ist, den das Schneeschippen ist sehr mühsam. Hier im Tal beläuft es sich auf eine handvoll Male im Winter. Dank der vielen winde hier, bläst und taut der Schnee schnell weg. Aber das Schöne sind die tief verschneiten Berge rings herum, das stimmt wirklich! Auch wenn wir schon wieder den Garten anbauen, gibt es viele die noch zum Skifahren oder Skitouren auf den Berg gehen.
    Ich bin da eher so der Wintermuffel und nur ab und zu dabei. Und ab März mag ich eigentlich nur noch Frühling und Garten, auch wenn hier ringsherum noch tiefster Winter ist.
    Aber ich finde es ist ganz egal, welches Datum, der Frühlingsputz wird gemacht, wenn man sich danach fühlt! Und ich brauche sicher auch mehrere… Zum Ausmisten gibt es wieder mal jede Menge.
    P.S: Habe mir gerade Euren Hof angeschaut und finde ihn wunderschön. Viele liebe Grüße zum Pleißenhof, Verena

  • dörte sagt:

    Danke für die wieder schöne Inspiration. Ich wollte auch soviel Putzen, aber irgendwie kommt immer was anderes dazwischen, im Kopf, im Leben, auch zum Räuchern bin ich noch nciht gekommen. Schade 🙁 So ganz will ich den Frühling aber noch nicht herbeirufen, wir warten im GEgensatz zu euch nämlich noch sehnsüchtig auf Schnee.. Und ich kann mich immer nur schlecht auf den Frühling freuen, wenn ich keine Kälte und keinen Schnee hatte. Wir sind damit leider nicht gesegnet, in diesem Jahr wohl noch weniger, ein Trauerspiel. Und mit den ganzen Fotos im Internet, Instagram von schneereichen Bloggergegenden wird mir sehr bewußt, wie unterschiedlich dieses Land doch in all seinen Regionen ist. Vielleicht sollten wir mal über einen Umzug nachdenken 🙂
    Aufräumen werde ich trotzdem noch!
    ICh wünsche dir eine schöne Woche,
    Dörte

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