Warum ich die Artischocke als Heilmittel liebe

Artischocke als Heilmittel
Artischocke als Heilmittel

Artischocke als Heilmittel: Wirksam sind die Blätter, die am Grund des Stängels wachsen – nicht die Köpfe.

 

Liegt es daran, dass ich so gerne esse? Oder doch daran, dass ich fast ein Jahrzehnt meines Lebens in Rom verbracht habe? Meine geliebten Artischocken, die ich Euch heute in der Reihe #Kräutermamas vorstelle, haben sich nämlich schon die alten Römer schmecken lassen. Na, warum wohl? Das sagt nämlich in zwei Sätzen schon über DIE Eigenschaft der Artischocke als Heilmittel aus: Dieses Gemüse aus der Familie der Korbblütler Artischocken hilft bei Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden, wenn das Gelage mal wieder zu üppig und der Wein zu gut war. Artischockenblätter beschleunigen die Verdauung und wirken leicht harntreibend. Übrigens helfen sie auch Leuten, die gar keine Lust auf Essen haben.

 

Familienbande Korbblütler

Die Artischocke kann eine imposante Höhe von bis zu 1,5 Metern erreichen. Sie erinnert ein wenig an Disteln mit ihren silbrigen, zackigen Stängeln. Die großen Blätter wirken fast wie ein Gefieder, sind rauh, dick und widerspenstig. Sie sind es die das Gemüse zu einem Heilmittel machen.

Die Artischockenköpfe selbst pflückt man, wenn sie groß und kugelrund sind, in jedem Fall, bevor die Pflanze wunderschön lila zu blühen beginnt. Auch in Deutschland wächst sie gut mit etwas Starthilfe im Gewächshaus. Hierzulande wird die Artischocke als Heilmittel angebaut. Der Korbblütler aus dem Mittelmeerraum blüht bei uns im Juli.

Achtung also: Menschen, die eine Allergie gegen Korbblütler haben, dürfen Artischocken-Extrakte natürlich nicht einnehmen. Auch wer was mit Gallensteinen oder andere Gallenleiden hat, sollte verzichten.

 

Kulinarischer Genuss

Wie gesagt kochen Franzosen, Italiener, Kroaten, Portugiesen und Spanier absolut leckere Gerichte aus dieser Pflanze. Als Vorspeise eingelegt in Essig oder Öl aber auch als Beilage gedämpft, gebratenoder frittiert. Da die Köpfe im heißen Mittelmeerklima ganz schön groß werden, sind das auch nicht immer nur kleine Baby-Artischocken wie es sie bei uns im Glas gibt.

Wer sie schon mal zubereitet hat, weiß dass es eine ganze Weile dauert, bis das sogenannte Holz komplett entfernt ist. Auch die äußeren Hüllblätter und die obere Schicht vom Stiel müssen weg, da diese holzig schmecken. Damit man kein unmögliches Gemetzel am Tisch hat, schneidet man auch ca. ein Drittel des vorderen Teils der Artischocke ab. Dann lässt sich das Holz auch gleich viel besser vom Boden – so heißt das leckere Innere – entfernen.

Da ich ja ganz schön viel Herzblut in Italien gelassen habe, nenne ich die Artischocke eigentlich immer noch Carciofi (sprich Kartschofi, das o wird hier in etwa wie in Lore oder Ohr ausgesprochen und nicht wie in Sofa). Was bei uns keiner kennt oder isst, sind die in Mittelmeerländern als sehr gesunde Frühlingsspeise bekannten großen Blätter der Artischockenpflanze. In Frankreich heißen die Blätter Cardy, in Italien Cardi. Und das sind ja genau die heilkräftigen Pflanzenteile der Artischocke. Diese kocht man in Wasser und isst sie als entschlackende Gemüsebeilage im Frühling.

By the way: Im Herbst gibt es an den Kürbisständen an der Straße in letzter Zeit übrigens häufig die wunderschönen Artischockenblüten (oder Böden) als spätsommerliche Dekoration zu kaufen.

 

Artischocke als Heilmittel wird wie angewendet?

Arzneilich wirksam sind ja nun wie gesagt die Blätter der Artischocke. Am heilkräftigsten sind die am Anfang des Stängels, und eben keinesfalls die Hüllblätter an den kugeligen Köpfen, die so herrlich schmecken. Die Blätter enthalten Flavonoide und Bitterstoffe, welche die Produktion von Magensäure anregen und damit den Appetit. Die Flavonoide (u.a.) erleichtern durch das Stimulieren der Produktion von Gallensäure die Verdauung von Fetten. Es gibt bereits wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung der Artischocke auf die Lebertätigkeit und den Cholesterinspiegel. Die Heilpflanze ist daher indiziert bei Appetitlosigkeit, aber auch  bei Blähungen und Völlegefühl – insbesondere  und wie bereits erwähnt nach schweren, fetten Mahlzeiten.

Für einen Verdauungstee: 1 TL (getrocknete) Blätter reichen für eine Tasse. Immer schön abdecken, damit die guten Stoffe drin bleiben und so zehn Minuten ziehen lassen.
Soll der Appetit angeregt werden, trinkt man den Tee eine halbe Stunde vor dem Essen. Geht es um die Verdauung hilft er im Anschluss an die Mahlzeit getrunken.

Einfache Lösung ohne Garten: Der Saft schmeckt gar nicht so schlecht wie es sich anhört. Die frischen Blätter kann man auspressen oder fertig als Presssaft im Reformhaus zu bekommen. Das Getränk hält, regelmäßig genossen, fit und erzielt gute Resultate bei Bauchschmerzen, Verdauungsproblemen.

Außerdem in vielen Fertigprodukten: Die Artischocken-Blätter oder ihren Extrakt sind erhältlich in Drogeriemärkten und Apotheken als Fertigprodukt in Form von Tabletten, Dragees oder Kapseln. Außerdem gibt es eine homöopathische Zubereitung unter ihrem lateinischen Namen Cynara scolymus.

 

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Bei Naturkinder könnt ihr übrigens jeden Freitag alles zum Thema Grünzeug verlinken!

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