Projekt: Keine neuen Kleider kaufen!

Projekt keine neuen Kleider kaufen

 

Ja, auch dieses Projekt ist Upcycling. Und Klamotten upcyclen kann jeder. Dazu muss man keine handwerklichen Fähigkeiten haben. Dazu muss man ein Teil bloß nochmal anschauen bevor es in die Tonne wandert. Was kann ich daraus machen? Genauso halte ich es mit meinen Klamotten: Ich schneide ab, kombiniere neu und nähe wenn nötig um, ohne großes Geschick und meistens auch ohne Nähmaschine. So habe ich dasselbe Gefühl, als ob ich gerade ganz viele neue Teile gekauft hätte. Meine Garderobe erhält neuen Schwung und neue Lieblingsteile – ohne, dass ich etwas kaufen muss. Außerdem kommen dann endlich mal die Teile zum Einsatz, die irgendwann gekauft und nie getragen, ganz hinten im Schrank ihr kümmerliches Schattendasein zubringen.

 

Kleiderkonsum ohne Ende

 

Ich habe es satt. Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und der quillt über. Pünktlich zu jedem Jahreswechsel ordne ich ihn und diese Ordnung hält genau zwei Wochen. Es ist einfach viel zu viel Zeugs drin. Er ist zu voll, zu groß, zu hoch und ich mit meinen stolzen 1,64 m komme einfach nicht weit genug hinauf, um die Klamotten ordentlich zu platzieren. Und wenn ich keine Zeit habe, stopfe ich ohnehin nur schnell schnell alles hinein.
Dabei habe ich soviel coole Kleidungsstücke – wie ich merke, wenn ich wieder mal inspiziere, was alles drin ist im Schrank. Jahrelang habe ich mich jeden Frühling und jeden Herbst meiner Shopping-Laune hingegeben. In München als Single sowieso, aber auch in den letzten Jahren auf dem Land im Online-Shopping. Klick, klick, klick, so kauft es sich schnell viele Schnäppchen. Und wie praktisch das Einkaufen im Internet doch ist: da kann man zuhause in aller Ruhe zu probieren. Stimmt voll und ganz, doch die Schränke quillen über – mein Flickkorb übrigens auch. (Dazu mehr im Sommer, wenn ihr dann meine neuen Kreationen bewundern könnt!)

 

Warum keine neuen Kleider kaufen?

 

Schon seit längerem bemühe ich mich daher viel Secondhand, auf Flohmärkten und Kleider-Bazaren einzukaufen. Doch heute habe ich spontan beschlossen, mir diesen Sommer gar nichts zu kaufen. Immer wenn ich ein neues Stück designt habe, fotografiere ich es für Euch: Frei nach dem Motto –

Aus alt mach neu, aus lang mach kurz, aus Kleid mach Rock.

Auch die Kinder haben viel zu viel und ich bemühe mich gerade nichts Neues für sie zu kaufen und nach demselben Prinzip zu verfahren. Ganz viele praktische Tipps gibt es bei der Leipzig Mama, die seit über drei Monaten das Projekt 365 Tage ohne Kleiderkaufen betreibt und ihre Erfahrungen dazu verbloggt.
Weiter lesen könnt ihr auch hier auf dem Blog Welovehandmade  oder bei Ichkaufnix, die beide ihr Jahr „Keine neuen Kleider kaufen“ schon abgeschlossen haben. Beispiele gibt es da viele und ich freue mich über jeden, der diese Haltung gut findet und das auch mal probiert. Ich für mich habe mir jetzt eine Saison vorgenommen und kein Jahr und dann schaeun wir mal weiter. Denn wenn ich Skisocken im Herbst brauche, kaufe ich sie mir auch.

Mir geht die Modeindustrie mit ihrer Saisonware jedenfalls kräftig auf den Geist. Jedes Jahr wird einem vorgegaukelt, was man jetzt wieder gerade unbedingt braucht von Musthaves und Basics habe ich genug. Was mich obendrein noch mehr nervt, ist die Qualität der Ware von der Stange. Sie ist so schlecht verarbeitet, dass vieles was ich in den letzten Jahren erstanden habe, auch gerade mal eine Saison durchhielt. Ist das kalkuliert? Oder liegt es nur an der schlechten Bezahlung und unfairen Arbeitsbedingungen der Näherinnen in Bangladesh, Kambodscha oder China, aber auch in der Türkei.

Wenn ihr auch keine neuen Kleider kaufen wollt oder schon mitten in Eurem „Ich kauf nix“-Projekt steckt, würde ich mich über Austausch zu Ideen und Projekten sehr freuen.

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