Selbstfindung durch Kind und Karriere – oder um was geht es im Leben?

Kind und Karriere - worum geht es im Leben? Kindergeburtstag in Innsbruck auf Schloss Ambras feiern

Kind und Karriere? Will ich das?

Manchmal habe ich das Gefühl, Frauen bekommen Kinder, weil sie meinen, dann werde ihr Leben gut. Kommt dann das Glück und ich kehre in den Job zurück?

Und ja, es ist schon etwas dran. Mein Leben hat sich auch zum Positiven verändert seit ich Kinder habe. Das Muttersein trägt wirklich sehr zur Sinnfindung bei. Aber es ändert auch alles und vom ambitionierten Weg zur Chefredakteurin und Verlagsleiterin bin ich definitiv abgebogen mit meinen drei Kindern.

Das liegt aber an mir. Klar geht das. Aber ich will es nicht.

Ebenso wie eine Familie kann ein erfüllender Job Halt und Sinn geben im Leben. Kind und Karriere sind Dinge, die man sich eben so wünscht. Aber in Wirklichkeit brauche ich ersteres sehr, letzteres nicht zum glücklich sein. Eigentlich brauche ich auch keine Kinder zu meinem persönlichen Glück. Denn Zufriedenheit und ein erfülltes Leben finden wir erst einmal ganz tief in uns drinnen.

Lege dich auf eine Blumenwiese und schau einfach nur in den Himmel. Lass dich fallen – und Kind und Karriere sind plötzlich weit weg. Worum geht es hier eigentlich und worum geht es im Leben?

 

Doch Kind UND Karriere?

Mir geht es jedenfalls nicht mehr darum irgendwelchen gesellschaftlichen Idealen und Vorstellungen hinterher zu laufen. Es kommt sowieso ganz anders, als man sich das so vorstellt mit eigenen Kindern. Das liegt wohl daran, dass die kleinen Wesen langsam aber sicher zu eigenen Persönlichkeiten heran wachsen. Mit eigenen Vorstellungen, ganz eigenen. Und wie überall, wo fünf  verschiedene Vorstellungen aufeinander prallen, ist es nötig zu reden, zu verhandeln, sich auszutauschen.

Es geht darum Kompromisse zu finden, mit denen jedes Familienmitglied zurecht kommt, ja vielleicht sogar glücklich sein kann. Was hat das mit Kind und Karriere zu tun? Nur so viel, dass zum persönlichen Glück auch gehört, Entscheidungen zu treffen. Niemandem fliegt einfach so alles zu. Für mich ist Kind und Karriere ein Trugschluss, ja ein Holzweg.

Wenn ich mich für Kinder entscheide, möchte ich sie kennen lernen, oder nicht? Doch vielleicht muss ich mich erst mit dem kalten Wort Karriere näher befassen. Was ist das für mich? Wenn es darum geht, der beste, höchste, meist bezahlte Manager zu werden, der eine 60 Stunden Woche absolviert, dann ist Kind und Karriere für diese Person meiner Meinung nach unvereinbar. Denn der eigene Erfolg im Job, in der Berufswelt, steht in diesem Fall eindeutig über dem Familienleben.

 

Den eigenen Weg gehen – sich selbst verwirklichen

In diesem Fall heißt es nicht, Kind und Karriere, sondern Familie tritt kürzer. Das ist eine persönliche Entscheidung, aber meine nicht. Diese Art Erfolg hat mich nie interessiert. Mir geht es um Erfüllung und Sinnfindung. Und die MUSS mit eigenen Kindern und einer Familie vereinbar sein. Ist sie das nicht, leidet ein Mensch oder bemerkt Jahre später, wie traurig es ist seine persönlichen Ziele nie verwirklicht zu haben.

Es ist nicht gut, alle Träume, alle Wünsche hinten anzustellen für die Kinder, für die Familie. Kinder sind kleine, intelligente Wesen und sie verstehen viel mehr, als manche annehmen. Es ist nicht so schwer, wie es scheint, ihnen zu erklären, dass es für Mama oder Papa wichtig ist, etwas zu tun, was ihnen am Herzen liegt. (Sie wachsen und sind in 1,2,3 Jahren um so vieles verständiger.)

In diesem Sinne muss ich unbedingt Karriere machen in meinem Leben. Ich will nach Afrika reisen und große, bunte Kunstwerke auf einer Ausstellung präsentieren. Ich will einmal auf meiner eigenen Vernissage tanzen und ich will unbedingt ein Buch veröffentlichen. Und wenn alles nichts wird, ist das nicht schlimm. Denn ich habe es probiert. Ich habe mir die Zeit genommen, um mein Bilderbuch selbst auf Leinwand zu malen. Und wenn ich einmal alt bin, will ich all das und noch viel mehr getan haben, was ich mir wünsche und wovon ich träume. Mit dem anfeuernden Wohlwollen meiner Kinder, aber doch aus eigenem Antrieb. Weil ich es will.

 

Was ich den Kindern vorleben will

in dem ich den Kindern vorlebe, dass es sich lohnt hinter seinen Träumen zu stehen. Dafür zu kämpfen und einfach dran zu bleiben und in diesem selbst erfüllenden, und wie ich finde glücklich machenden Sinne „Karriere zu machen“, das möchte ich ihnen zeigen.

Was nötig ist dazu: Den Ballast abzuwerfen, sich nicht einlullen zu lassen von Medien und Video Games, von unzähligen Impulsen, die auf uns einprasseln, uns bequem und die eigenen Ziele vergessen machen.

 

Nachtrag

ALL DIESE WUNDERBARE SELBSTVERWIRKLICHUNG IST MIR NUR MÖGLICH, WEIL MEIN MANN EBENSO DENKT UND ES IHM EBENFALLS NICHT UM SEINE PERSÖNLICHE KARIERRE GEHT.

Mit dieer spontanen Inspiration, die sehr viel über meinen Weg zum Glück oder den Versuch ein erfülltes Leben zu leben aussagt, nehme ich an der Blogparade von bejewly zum Thema „Mein Mann, seine Karriere und ich!“ Und nochmals möchte ich an dieser Stelle betonen, dass ich dem Leben sehr dankbar bin, einen Mann an meiner Seite zu haben, der es mir ermöglicht, mich selbst zu verwirklichen.

Und noch etwas: Ich glaube nicht, dass die Selbstfindung und Selbstverwirklichung nur daran liegen, dass ich einen Mann haben, dem wie mir eine persönliche Karriere im klassischen Sinn nicht so wichtig ist. Nein, es liegt an mir ganz allein: weil ich es will.

LOVE, VERE

 

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4 Comments

  • Rachel sagt:

    Erst heute habe ich K1 damit konfrontiert, dass es mich stört, dass er immer „Ich will…“ sagt. Das war ein anderer Zusammenhang. Aber gerade muss ich ein bisschen darüber nachdenken, ob ich es nicht viel mehr cool und erstrebenswert finden sollte, dass er weiß, was er will und was eben nicht. Dass ich meinen Willen zwar schon auch daneben oder auch mal dagegen setze, ihm aber nicht, wie mir das in meiner Kindheit passiert ist, seinen Willen absprechen möchte.
    Dein Beitrag hat mich da gerade nochmal sensibel für gemacht. Ich finds gut, dass er das weiß. Das bedeutet vielleicht auch, dass wir ihm etwas vorleben, was erstmal positiv ist, das wir aber auch dementsprechend bei ihm zulassen sollten.

    Ach, das kann so kompliziert sein, in Worte zu fassen. 😉 Danke für deinen Artikel.

    • Verena sagt:

      Ich denke mir das auch manchmal, dass ich mich nicht verwundern brauche, wen die Kinder mit uns diskutieren und ihren eigenen Willen haben. Oft lass ich sie. sie merken es häufig von selbst, etwa, dass es nicht gut ist bei REgen mit Sandalen in die Schule zu gehen. Aber wie du schreibst, liebe Rachel, es ist nicht immer so leicht, das zu akzeptieren. Manchmal bin ich auch sehr kategorisch. Ich finde, ich könnte da noch bewusster im Alltag werden.

  • Lily sagt:

    Ich kann dich total verstehen, ich laufe auch keinen Idealen mehr hinter her…manchmal werde ich sogar dafür kritisiert (willst du nicht endlich MEHR arbeiten usw) aber egal, mein Leben <3 glg lily

    • Verena sagt:

      Jeder soll das machen, was ihn/sei erfüllt1. Es ist auch nicht nur das Arbeit, was gemeinhin darunter verstanden wird. Es gibt halt Arbeit, die weniger und die mehr Geld bringt. Wenn ich eine Arbeit habe die mich erfüllt, ist für mich Geld zweitrangig. Das heißt nicht, sich unter Wert zu verkaufen, es heißt bloß, dass ich nicht eine Arbeit des Geldes wegen mache, sondern weil sie mir Spaß oder mich sogar glücklich macht. Danke für Deinen Kommentar, liebe Grüße Verena

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