Zurück in den Alltag – WMDEDGT September

Zurück in den Alltag - bewusst und nachhaltig, regional und lokal

Mit Riesenschritten geht es bei uns jetzt zurück in den Alltag. Wir sind mitten in der letzten Ferienwoche. Jeden Tag fangen mehr Kinder mit der Schule an. Wir haben noch eine kleine Gnadenfrist bis Montag. Damit das zurück in den Alltag kommen nicht so schwer fällt, gehen die Kinder diese Woche in die Feldschule.

Kinder in der Feldschule

Deshalb sind wir heute wieder früh aufgestanden. Zurück in den Alltag kehren heißt für mich zunächst wirklich mich an das frühe Aufstehen zu gewöhnen. Der WEcker klingelt also sehr barmherzig erst um kurz vor sieben. Aber wir sind ja auch erst bei den ersten kleinen Stolperschrittchen zurück in den Alltag.

Dass immerhin zwei unserer drei Kinder in die Feldschule gehen, hilft mir endlich all den Kram zu erledigen, der in zwei Monaten Sommerferien und Reisen so liegen geblieben ist. Auch das Haus freut sich auf einen Sommerputz. Richtig staubig hier alles, wie kommt das bloß? Zunächst aber Kaffee trinken, kinder wecken, Frühstück schmausen – richtig lecker, denn heute waren wieder viele Himbeeren und Tomaten reif – dann die Kleiderfrage klären und Räder aus der Garage holen.

Heute geht aber nur ein Kind, denn das andere braucht unbedingt eine Pause vom zurück in den Alltag Aktivismus der Frau Mama. Er steht zwar trotzdem früh auf, bleit aber bis zum Mittagessen im Bett und liest Der kleine Drache Kokosnuss.

Die Feldschule ist ein tolles, neues Projekt von der Genossenschaft feld:schafft zur Nutzung von Ungenutztem. Die Kinder kochen und lernen allerlei Wissenswertes über nachhaltigen Konsum und Food Waste. Heute haben sie aus altem Brot Scheiterhaufen gebacken und grüne Spätzle selbst hergestellt. Juchhu, die Tochter liebt grüne Spätzle. Jeden Tag erzählen die Kinder von neuen Köstlichkeiten: mal Nudeln selber machen, mal Jäten im Gemeinschaftsgarten, mal Karottenknödel. Mir fällt auf, dass ich mir mal wieder etwas mehr Zeit zum Kochen nehmen könnte.

All das denke ich, während ich durch den Rapoldipark zurück nach hause radeln. Morgens zu radeln ist erhellend und lässt mich durchatmen. Die Feldschule findet übrigens in der Bäckerei statt, eine tolle Location in der Innsbrucker Dreihieligenstraße, unabhängig und politisch korrekt. Es gibt dort einen Food Waste Schrank, aus dem man abgelaufene Lebensmittel mitnehmen darf – das hat mir die Tochter gerade erzählt und sie zeigt stolz die geretteten Süßigkeiten. Es ist ein Fair-Teiler, wie ich gestern abend noch nachgeschaut und mich gleich bei Food-sharing registriert habe. Aber ich halte mich hier nicht mehr an die Chronologie. Der Reihe nach.

 

Zurück in den Alltag mit Haushaltsfreuden

Beim Radeln nehme ich mir wieder einmal fest vor, endlich mal weniger zu arbeiten. Das kommt dem Haus zu gute. Nach meiner Schreibarbeit habe ich Zeit, es zu polieren. Wenn der Herbst kommt und wir gemütliche Tage drinnen verbringen wollen, soll alles wieder frisch und gemütlich sein.

Der Große baut Lego nach ausgedruckten Bauplänen, spielt dann Trompete und hilft mir mit den Vorbereitungen für das Mittagessen. Dazu bereitet er seinen geliebten Gurkensalat, schön sauer, zu. Da wir von einem Nachbarn, der mit einem wahren Gurkensegen bedacht wurde, viele Schlangengurken bekommen haben, gibt es Gurken. Außerdem Spaghetti mit Brokkoli-Sahne-Soße. Ich habe den Brokkoli zusammen mit einem Radicchio und zwei Melanzani / Auberginen von meiner Mutter vor ein paar Tagen bekommen. Ich liebe diese Jahreszeit, den es gibt so viel Gemüse und Obst in Hülle und Fülle.

Ich püriere den Brokkoli, denn er ist schon ziemlich ausgewachsen und ihn zieren hübsche gelbe Blümchen. Doch das ist kein Problem, man kann ihn trotzdem essen, auch den Strunk, der ist besonders aromatisch. Komisch, dass ich immer wieder Leute treffe, die ihn wegwerfen.

Mehr schaffe ich eigentlich dann auch schon nicht mehr, wenn man Spülmaschine aus- und einräumen, Wäsche falten und einsortieren, Küchenschubladen weiter ausräumen, ausputzen und wieder einräumen nebenbei erledigt, nicht mitzählt. Bis die Nudeln fertig sind, wische ich noch schnell die Fronten in der Küche ab und die Fensterbretter.

Der Kühlschrank müsste auch mal wieder ausgeputzt werden. Aber gerade habe ich gar kein Problem mit all diese Haushaltspflichten. Körperliche Arbeit hilft mir in den Alltag zurückzukehren. Das andauernde Schreibtischgehocke widerstrebt mir da weitaus mehr.

 

Einkaufen und sonst nichts los

Nach dem Essen holen wir noch das viele Altglas aus dem Keller und laden es ins Auto. Heute nehmen wir seit langem einmal wieder das Auto. In der Stadt klappt alles prima mit dem Rad, aber heute ist Großeinkauf angesagt. nachdem wir für den Großen endlich Hosen im Sommerschlussverkauf geunden haben – nicht Bio, nicht nachhaltig, aber sie scheinen zu passen! – begleiten wir ihn zum Bahnhof. Er darf heute zum Abschied von den Ferien seinen besten Freund besuchen.

Wir winken ihm noch durch die Scheibe, aber er mag uns scheinbar nach einem letzten Winken gar nicht mehr zuwinken. Trotzdem warten wir, bis der Zug anfährt. Dann freut sich sein Bruder, dass er mich einmal ganz für sich alleine hat.

Er hilft mir beim Aussuchen der Müslis und wir verbrauchen viel Zeit beim Aussuchen möglichst plastikfreier Produkte. Bei den Nudeln bemerke ich hat sich was getan. Da gibt es jetzt einige Alternativen in Karton. Bei den Müslis wie immer alles in Plastik. In Österreich gibt es (fast?) nirgends Haferflocken in Papier wie in D-Land. Ich muss da nochmal bei den Discountern nachschauen….

Schließlich sind wir schon fast zu spät zum Abholen. Wir holen die Tochter samt Fahrrad in der Bäckerei – Kulturbackstube. Die braucht übrigens nach neun JAhren bestehen finanziellen support, deshalb, liebe Locals, kommt doch alle zur Supporter Party am 21.9. 2019 Bäck to the Future-Fest“ ins Zeughaus.

Jetzt sitze ich hier und schreibe, während die Kids Tablet spielen. Heute dürfen sie ein bisschen länger als sonst, denn schließlich muss ich ja noch fertig schreiben. Abend gegessen haben wir quasi auch schon, denn wir wollten unbedingt alle von den vielen leckeren Schoko-Müslis und Chrunchys kosten.

Ich wünsche Euch noch einen entspannten Tag und eine angenehme Rückkehr zur Normalität – also auf geht’s zurück in den Alltag!

Mehr WMDEDGT gibt es wie immer am 5. des Monats bei Frau Brüllen.

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