Ganz normaler Wahnsinn: WMDEDGT im Mai

Normaler Wahnsinn: Malerei heute in der FARBKAMMER - für wen und warum male ich: KUNST MIT MÜLL

Heute war es wie immer, ganz normaler Wahnsinn eben. Es war ein Wochenende, an dem wir gar nicht viel vor hatten. Zum Glück.

Freitags kränkelte das erste Kind, gestern das zweite, heute das dritte, während das von Freitag wieder top fit war. Zum Glück. So konnte wenigstens eins heute der Geburtstagseinladung für den Nachmittag folgen. Aber der Reihe nach.

Nachdem ich gestern einem seltsamen Spleen nachgegeben habe und mich fast ausschließlich mit meinem Fotoarchiv beschäftigt habe – ich hatte es mir in den Kopf gesetzt kleine Clips mit Musik zu hinterlegen, haben die Kinder ausschließlich Hörspiele gestreamt. Das haben sie heute ab 6.30 fortgesetzt und sich sofort die nächste Folge gestreamt. Mit unserer Boom Box können sie das dann in ihr Kinderzimmer oder wohin auch immer mitnehmen.

Ich wollte ausschlafen, da ich von gestern noch absolut geschädigte Bildschirmaugen verspürte. Das durfte ich auch bis neun Uhr – genial. Als ich nach meinen morgendlichen Schreibseiten  in die Küche kam und bereits eine volle Espressokanne vorfand – dass diese eigentlich nur halb voll gewesen war und von den Kindern mit Wasser verdünnt wurde, erfuhr ich erst später – hatten die Kinder also bereits über zwei Folgen Ghost Sitter intus und der Streit war in vollem Gange. Es wurde gerade ausgehandelt, wieviele Folgen des nur halb so langen „Geheimnisvollen Kochbuchs“ das andere Kind jetzt dafür in Folge hören durfte. Ganz normaler Wahnsinn oder nur bei uns so?

 

Ist das immer noch normaler Wahnsinn?

Nachdem eine Lösung gefunden war, verschwanden alle wieder in ihren Pyjamas, die sie teilweise seit Freitag Abend trugen – na bei dem Wetter, wer will da schon vor die Türe? – in die Kinderzimmer. Nein, halt, erst haben wir ein gemeinsames Frühstück in der Küche verbracht unter dem strengen Schweigegelübde der „Geheimnisvollen Kochbuch“ Verfechter. Sobald ein Elter einen pieps wagte, wurde die Boom Box sofort drei Stufen lauter geschaltet.

Irgendwann schallte und hallte es wieder so laut, dass Widerspruch her musste. Widerspruch musste ungefähr dreimal eingelegt werden, denn die Beschallung ist andauernd Maxi und auch zwei Zimmer weiter alles gut mitzukriegen. Auch das normaler Wahnsinn?

Dann durfte ich zwei Stunden ein Interview fertig machen. Denn mir war in der Nacht eingefallen, dass ich durch meine Fotoclip-Orgien der letzten zwei Tage glatt eine Abgabe verdrängt hatte. Also habe ich das abgearbeitet an diesem verregneten, stillen Sonntagmorgen und es war gut so.

Dann bin ich nach oben gegangen, um mir ein Vollbad zu gönnen und ein wenig Hausaufgabenbetreuung nebenbei zu leisten. Dazu mussten wir erst einmal die Schreibtische freischaufeln. Hausaufgabe lief so gut, dass ich eine Etage höher bin und eine Tasche mit Kindersachen für eine Freundin zusammen packte.

Da ich nicht mehr wusste, um wieviel Uhr die Einladung war, bin ich dann mal gucken gegangen wie spät es eigentlich ist. Uups, ich hatte mich um eine Stunde vertan. Wir mussten sofort aufbrechen, um pünktlich zu sein und hatten leider noch nichts gegessen.

Schnell Brote geschmiert. Der eine Sohn beschloss nun doch nicht mitzuwollen, da er sich zu krank fühlte. Also nur für ein Kind Brote, ging schneller und mit wenigen Minuten Verspätung Ziel erreicht. Falsch parken wird am Sonntag eher verziehen, hoffte ich, davon ging ich einfach aus, da hier an solchen kein Ticket gezogen werden muss und nach einem kurzen Ratscher und vielen Lachern mit dreijährigen Zwillingsmädels wieder ab nach hause.

Leider eingeparkt Kante an Kante, denn die hatten wohl alle auch keine Parkplätze gefunden. Stück für Stück befreit und Gas bis ans andere Ende der Stadt durch tristen Nieselregen, indem die Geburtstagskinder sich ihre regennassen Köpfe über einer verzwickten Schatzsuche zerbrechen. Erst laufen, dann ins Kino – hieß heute hier das Motto.

 

Dies und das

Die Jungs spielen schön und streiten auch schön. Das heißt, sie merken selber, dass sie eine kleine Meinungsverschiedenheit hatten und haben die Bahn, die dabei kaputt ging, dann sogar gemeinsam aufgeräumt. Schließlich hatten ja beide ihren Teil dazu beigetragen, dass sie demoliert wurde. Haben sie mir erzählt. Alles in Butter. Kein bisschen normaler Wahnsinn heute.

Dann dürfen sie Pokemon schauen, denn die anderen Kinder auf dem Geburtstag gingen ja ins Kino, also mussten sie fast solange schauen wie ein Kinofilm. Eh klar. In der Zwischenzeit räumen wir Eltern weiter auf und ich koche das ausgefallene Mittagessen: Pasta mit Bolognese.

Bis wir richtig essen, bekommen die Jungs eine ultra-Dosis Vitamine, da sie ja nix zu mittag gegessen hatten. Nach einer Partie Scrabble und einem vorgezogenen Abendessen, muss ich dann das Kind von der Geburtstagsparty holen. Dort ist Halli Galli in Gange wie man schon drei Stockwerke tiefer hört. Diesmal habe ich sogar einen echten Parkplatz gefunden, in den ich sogar mit dem Bus hineingepasst habe.

Kind will noch nicht nach hause, also trinkt Mama ein Schlückchen Rotwein. Nach dem die Tafel Schokolade vom Schokoladenessen bis auf den letzten Krümel verputzt ist, gehen wir doch noch. Wir machen was aus und verabschieden uns. Im Auto fahre ich zum vierten Mal durch die regennassen Straßen, gesäumt von roten, rosa und weißen Kastanienkerzen, die selbst im Regengrau erfrischend leuchten.

Wieder daheim freuen sich die Jungs, dass die Geburtstagsmami auch ihnen eine Kleinigkeit eingepackt hat. Das wird aufgeteilt, verstaut und ausreichend mit der Pupsknete gepupst. Dann spielen wir noch eine Weile Straffen und We-lässt-am-Schnellsten-los mit dem Theraband.

Ich beginne mit einem megaspannenden britischen Kinderbuchklassiker „Der geheime Garten“ und den Kindern verschlägt es die Sprache. Sie schlürfen ihre Hagebuttentees und der Tag tröpfelt auf sein Ende zu. Dann bäumt er sich noch einmal auf, weil wir uns diskutieren ob der Frage, wer Mamas Botschaftmorgen der Direktorin überbringt. Da sie es zwar lustig finden, gemeinsam bei der Begrüßung am morgen den Satz aufzuteilen in zwei Teile und jeder einen Teil der Botschaft überbringen, aber das auch keine Lösung ist, erkläre ich mich seufzend bereit, die Direktorin morgen früh anzurufen. Auch egal. GANZ NORMALER WAHNSINN, eben und meine To Do Liste platzt aus allen Nähten!

Aber es ist Sonntag, es war trotz ein wenig Kränkeln und Angeschlagenheit, die übrigens auch bei den Großen angekommen ist, ein gemütliches, harmonisches Wochenende und ich bin sehr dankbar, dass es so ein normaler Wahnsinn ist, den wir hier als Familie gemeinsam erleben. Kein gefährlicher, kein scheußlicher, kein angstvoller oder schrecklicher, sondern stink normaler Wahnsinn.

 

Ich wünsch euch ein wahnsinnig entspanntes Rest-Wochenende und einen schönen Montag! Eure Verena

Ich finde das WMDEDGT von Frau Brüllen eine total tolle Idee, den Tag zu rekapitulieren! Ist doch alles gar nicht so schlimm, oder?

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