Die wärmende Sonnenkraft von Rosmarin

Rosmarin

Heute möchte ich über Rosmarin, eines meiner liebsten und in der Küche meist genutzten Kräuter schreiben. Rosmarin wächst bei mir in der warmen Jahreshälfte in einem Topf auf der Terasse. Das mediterrane Kraut verträgt nur leichten Frost. Unsere Winter sind zu kalt für ihn. Man könnte den aromatischen Strauch auch auf dem Balkon mit Tannenzweigen und Zeitungspapier als Isolation, z.B. in einem Kartoffelsack um den Topf herum, warm einpacken.

Rosmarin ist eine Pflanze der Sonne. Der rosmarin ist ein immergrüner, 70-80 cm hoher Strauch. Im Mittelmeerraum oder bei ähnlich milden, sonnigen Bedingungen kann er bis zu 2 Meter hoch wachsen. Als junger Strauch wächst er aufrecht. Im Lauf der Jahre neigen sich die Zweige bis fast auf den Boden. Sie verholzen, wenn sie nicht geschnitten werden, siehe unten. Die nadelartigen Blätter sind ledrig und dunkelgrün an der Oberseite. Durch die weißliche Unterseite hat die Gewürzpflanze oft ein silbrig graues Erscheinungsbild. Ihre feinen Blüten sind zahlreich und zart lila.

Rosmarin auf der Fensterbank überwintern

Ich habe mich aber dazu entschieden, meinen Rosmarin auf der Fensterbank in der Küche zu überwintern. Noch besser ist es, wenn er etwas kühler, also vielleicht im Treppenhaus bei ca. 18 Grad Celsius stehen würde. Bisher gedeiht er aber auch in der warmen Küche prächtig, daher bleibt er erst einmal da. So denke ich viel öfter daran, ihn zu verwenden.

Wichtig ist, wenn ihr Rosmarin im Topf habt: Ersäuft ihn nicht! Rosmarin kommt mit trockenen Böden gut zurecht. Er mag nur mäßig Wasser, keinen Regen, sondern viel Sonne! Gießt ihn nur ganz sparsam. Wenn die Pflanze kränkelt, könnte es sein, dass ihr zuviel gegossen habt.

Im Winter oder vor dem Frühling, bevor er wieder ins Freie kann, könnt ihr den Rosmarin einmal schneiden, ca. 3 Zentimeter über den holzigen Ästen. Dann wächst er buschiger weiter. Aber wenn ihr fleißig Rosmarinzweige erntet und benutzt, ist das wahrscheinlich gar nicht nötig.

Rosmarin kann riesengroß wachsen wie ihr hier auf dem Foto von einem Rosmarin im großen Blumentopf auf der Terasse seht. So eine große Pflanze ist natürlich schwerer drinnen zu überwintern. Am besten eignet sich da ein Gartenhaus, ein Wintergarten oder eben doch Abdecken an der geschützten Hausmauer.

 

Lieblingspflanze für Bienen und Insekten

Im Foto seht ihr noch einige der hier fast verblühten Pflanze. Die Blüten versprühen einen intensiven würzigen Geruch wie die ebenso heilsamen Blätter der Pflanze.Die zartvioletten, bläulichen Blüten können Salate und Desserts verzieren.

Insekten lieben den Rosmarin ebenso sehr wie Lavendel. Die ätherischen Öle  entspannen aber auf ganz andere Art. Sie stärken und kräftigen die Seele.

Der warme, kreislaufanregende Geruch erinnert mich an Sommer, Sonne und ist ein purer Energielieferant. Ganz wunderbar jetzt im Herbst ist ein Bad mit Rosmarinsalz. Zu einfachem Totes-Meer-Salz aus dem Drogeriemarkt könnt ihr klein geschnittene Zweiglein geben. Rosmarinöl ist auch als Duft für die Duftlampe erhältlich.

 

Heilsamer Rosmarin in der Küche und im Tee

Dieses wunderbare Kraut ist eines der bekanntesten mediterranen Küchenkräuter. Er passt gut zu allen Fleischgerichten und Braten, aber auch zu vegetarischen und veganen Speisen. Ich verwende ihn für alle Ofengerichte sehr gerne: ob Kartoffeln, Kürbis, Maiskolben oder Aufläufe, Rosmarin ist mit dabei.

Auch wenn ihr etwa Fleisch einlegt – ob als Beize oder zum Grillen – Rosmarni passt wunderbar mit Knoblauch, Rotwein, Wacholderbeeren und Lorbeer. Die Zweiglein haben harte, längliche Blätter, die etwas ledrig sind. Wenn ich Gewürzmischungen oder frische Kräuter zum Beispiel in Pfannengerichte mit Gemüse oder in Saucen streuen will, schneide ich die Nadeln daher klein. So stört auch die Kinder nichts an den Kräutern im Essen.

Rosmarin ist für mich auch das klassische Grün in der Tomatensauce zu den Nudeln. Das schmeckt mir viel besser als Oregano. Auch Basilikum ist für mich vor allem ein Sommerkraut. Im Winter würze ich viel lieber mit dem wärmenden Rosmarin.

 

 Gewürzkraut in heilsamen Teemischungen

Auch ins Kräutersalz passt der Rosmarin und auch in einen stärkenden Tee. Wenn ihr Euch selbst Teemischungen machen wollt? Wie wir hier  zum Beispiel unseren Gartentee gegen Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems mischen. Rosmarin passt super in Teemischungen, die Wärme und Kraft geben. Außerdem hat er eine verdauungsfördernde Wirkung.

Das können zum Beispiel Gewürzteemischungen à la Yogitee sein. Er passt prima zu Thymian und Kamille, Fenchel, Anis und Kümmel. Rosmarin mischt sich auch gut mit Schafgarbe, Johanniskraut, Himbeer-, Erdbeer– und Brombeerblättern.

Tiefgefrorene Rosmarinblätter besitzen übrigens ein stärkeres Aroma als getrocknete Nadeln. Deshalb reicht dann eine geringere Dosis für Tees und äußerliche Anwendungen.

Rosmarin und seine wärmende Heilkraft

Auch getrocknet behält der Rosmarin seine heilsame Wirkung und sein Aroma. Rosmarin wirkt anregend und kräftigend, aber auch harntreibend. Er fördert den Gallefluss, stillt Krämpfe und hilft gegen rheumatische Beschwerden. Als belebender Badezusatz wirken seine Nadeln straffend und gegen Wassereinlagerungen.

Im Mittelalter verbrannten die Menschen Rosmarinzweige, um Seuchen vorzubeugen. Wenn ihr getrocknete Zweige hbt, könnt ihr Eure Wohnung damit ausräuchern. Hier ein paar weitere Infos zum Räuchern. Während des 2. Weltkriegs wurde Krankenhäusern empfohlen, eine Mischung aus Wacholder und Rosmarin zu räuchern, um Krankheitskeime abzutöten. Heute sind die keimtötenden Eigenschaften von Rosmarinöl wissenschaftlich nachgewiesen. Angeblich stärkt der Geruch des Rosmarins auch das Gedächtnis und fördert die Konzentration.

Der Rosmarin ist übrigens von der Vereinigung für Aromapflege und gewerbliche Aromapraktiker/-innen zur Duftpflanze des Jahres 2020 gekwählt worden. In den letzten Jahren waren weitere Duftpflanzen Salbei, Lavendel, Rose, Pfefferminze und Kamille.

Ein detailliertes Kräuterportrait über die Heilpflanze könnt ihr in Kürze bei meiner lieben Apothekerinnen-Freundin und Fachfrau Mariella auf ihrem interessanten Blog Natürlich bleibst gsund (hier zum Beispiel ihre Hustentipps) nachlesen.

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