Unsere Kinder finden: Gamen muss sein

Kinder finden Gamen toll
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Unsere Kinder finden gamen absolut wichtig. Gerade habe ich das Gefühl, die Kinder finden Gamen das allerwichtigste auf der Welt. Wenn ich auch nur vorschlage heute einmal nicht zu zocken, gibt es Tränen. Tränen der Wut, aber Tränen. Die bei den Jungs angesagtesten Spiele sind gerade Minecraft und Brawl Stars. Das spielen angeblich gerade alle und es muss auf jeden Fall täglich irgend eine Box geöffnet oder sonst etwas essentiell Wichtiges abgeholt werden. Bei drei Kindern vergeht dann auch mit 30 Minuten Zeitlimit pro Kind für Videogames, wie wir das hier handhaben, einfach mal so 1,5 Stunden. Denn die Kinder finden gamen fast genauso interessant, wenn sie nicht selbst spielen, sondern bei den Geschwistern zugucken.

Medienkompetenz mit Kindern erarbeiten

Es ist nicht möglich sie auf andere GEdanken zu bringen, solange das Gerät – ob Tablet, Smartphone oder Rechner mit dem Spiel drauf läuft. Wir besitzen immer noch keine Spielkonsole und ich bin jeden Tag froh darüber. Aufrgund dem Verhalten der Kinder – vor allem der Jungs, ich finde die meisten Mädchen verhalten sich wesentlich entspannter gegenüber elektronischen Geräten und hören zum Teil auch von selbst wieder auf zu spielen – empfinde ich es als genug elektronische Geräte, die wir schon besitzen.

Mit jedem neuen Gerät steigt meiner Meinung nach die Zeit, die wir digital verbringen. Es ist natürlich klar, dass wir neben den Videospielen auch noch Filme gucken, uns informieren mit Nachrichten, mit Suchmaschinen recherchieren, Schulprojekte online verfolgen und über Messenger-Dienste kommunizieren.

Den Kindern klar zu machen, das all dies Tätigkeiten sind, die wir digital im Netz erledigen, ist nicht schwer. Aber es ist gut, einmal mit ihnen zu reden, für was wir Computer & Co. außer zum Spielen noch alles benutzen können. Ich weiß, Kinder finden Gamen trotz allem am tollsten von allen und lassen sich da nichts rein reden.

Ich will auch gar nicht so viel verbieten. Was mir am Herzen liegt, ist ihnen die große bunte Welt zu zeigen, über den Tellerrand zu blocken, was noch alles möglich ist und noch viel mehr Interessantes gibt. Wir sind meistens ohne Bestrafung ausgekommen und das Schlimmste war die fünfminütige Auszeit, die wir mal hatten. Bei uns gab es noch nie eine Woche ohne Fernsehen – außer weil wir draußen sind und es gerade keinen interessiert fernzusehen.

Das Tablet haben wir vor einiger Zeit einfach mal verschwinden lassen, weil wir das Gefühl hatten, das Zocken nimmt überhand. Aber das war vor allem für die Jungs sehr, sehr hart. Verändert hat es außer, dass wir eine Zeit ohne Brawl Star  Diskussionen beim Abendbrot verbracht haben, nichts. Das Spiel ist nach wie vor beliebt und die Kinder finden Gamen immer noch unverzichtbar.

 

(c) Samantha Sophia / Unsplash

Gutscheine für Videogames

Vielleicht haben sie durch die Brawl Star Abstinenz – sie haben in dieser Zeit andere Spiele am Rechner gespielt, die meiner Meinung nach weniger süchtig machen als Brawl Star, Fortnite & Co. – aber verstanden, dass es nicht überlebenswichtig ist jeden Tag diese Boxen zu öffnen. Gemerkt haben sie auch, dass diese lästigen Werbe-Promotions der Spielehersteller Bauernfängerei (oder Kinderfängerei) ist und dass sie all diese heiß ersehnten Prämien, Diamanten und Skins auch später noch auf anderem Wege erhalten haben.

Ganz wichtig ist mir auch, dass sie lernen ihr Geld und auch ihre Geburtstagswünsche nicht fürs Zocken auszugeben. Wie schnell ist so ein Gutschein in den virtuelen Spielewelten verpufft. Gamen geht aber auch prima, ohne viel Geld in die Spiele zu pumpen – das ist überhaupt nicht nötig.

Wir haben das auch mal ausprobiert und die Freude an gekauften Skins oder Minecraft Moods hält nicht mal für Stunden an. Puff! Geld weg! Vorbei! Das Lehrreichste war, dass die gekauften Moods bei Minecraft plötzlich wieder von selber verschwanden! Warum, wissen wir bis heute nicht, aber da sich die Kids mit einer nicht gamenden Mama zufrieden geben müssen, werden wir das auch nicht mehr herausfinden. (Vielleicht waren sie zeitlich befristet, die Enttäuschung war jedenfalls groß!)

Zum Glück haben wir auch keine Verwandten, die Gutscheinkarten für Videogames schenken. Dann bitteschön schon lieber gleich Bargeld – und die Kinder ziehen mal alleine los zum Shoppen in der echten Welt. Wenn sich ein Kind mal etwas Besonderes wünschen darf, dann kommt der Wunsch nach Extra-Spielzeit manchmal vor. Dann finde ich das auch voll OK.

Kinder finden Gamen toll

(c) Turtle Beach

Den Kopfhörern sei dank: Ruhe für meine Ohren

Eine weitere lästige Nebenerscheinung der Videospiele ist der mitgelieferte Geräuschpegel. Die Kinder finden Gamen ohne Geräusche aber nur halb so lustig. Kann ich auch verstehen. Daher sind Gaming Headsets wie die von Turtle Beach eine lohnende Anschaffung. Ein Gaming Headset schafft für die anderen Familienmitglieder ebenso Ruhe wie für den Spielenden selbst.

Es hat sogar seine Vorteile für jedes Kind ein eigenes Gerät und eigene Kopfhörer zu haben. Dadurch steigt die Spielzeit und die Spielqualität für den Einzelnen. Bei mehreren Kindern und wenn wie bei uns oft Streit ausbricht, weil sie die Köpfe zu nah über ein Gerät stecken, sind Kopfhörer sowie das Spielen am Rechner hilfreich.

Mit einem Gaming Headset hört das Kind auch die manchmal sehr überflüssigen Kommentare der Zuschauer und hat seine Ruhe. Dass meine Ohren entspannt bleiben und ich mich in der zeit z.B. vollkommen meiner Arbeit im Homeoffice widmen kann, ist eine große Erleichterung.

 

Die Kinder finden gamen ohne Regeln am besten

Wir haben auch schon ausprobiert, die Jungs solange spielen zu lassen bis sie von selbst aufhörten. Ist aber leider nie passiert, dass sie von selber wieder aufgehört haben. Darüber haben wir dann auch gemeinsam geredet. Vielleicht verstehen sie dadurch besser, dass ich ihnen nichts Böses will, indem ich ihnen die täglichen Spielzeiten vorschreibe. Vielleicht verstehen sie, dass ihre Gehirne durch das lange Zocken ermüden und dass es ein zuviel an Reizen ist.

Das ist übrigens auch bei Kindern, die in die Pubertät kommen, so. Gerade in der Pubertät tritt man mit zwölf, dreizehn Jahren in ein Wachstumsstadium ein, in der das Gehirn unbedingt viel Ruhepausen braucht, um mit der Neusortierung, in der es sich gerade befindet, klarzukommen.

Über all das müssen wir zusammen reden – immer wieder von Neuem. Erziehung empfinde ich vorwiegend als Kommunikation und Diskussion. Und das ist oft sehr anstrengend. Alle Regeln müssen immer wieder neu austariert und Grenzen neu ausgehandelt werden. Das ist wohl normal im Zusammenleben mit Heranwachsenden?! Sie werden immer wieder fragen, ob sie nicht doch können, ob sie nicht etwas länger spielen dürfen oder sie vergessen einfach mit dem Gamen aufzuhören.

Und die Erwachsenen dürfen nicht resigniert einknicken und irgendwann schulterzuckend alles erlauben, zu allem nur noch ja und Amen, „der / die hört eh nicht mehr auf mich“, sagen. Bitte nicht. Bitte spielt das Spiel „Ich teste Deine Grenzen aus“ bis zum ungewissen Ausgang mit. Tut es für Eure Kinder. Diskutiert mit ihnen und erklärt euch gegenseitig immer wieder von Neuem, warum ihr bestimmte Spiele gut oder nicht gut findet und warum.

Welche Spiele sind die besten

Solange die Kinder noch wenig von anderen hören, empfehle ich Jump and Run-Spiele wie Super Mario oder Super Sonic. Auch Subway Surfer oder Emily Erdbeer sind beliebt und machen Spaß. Das Prinzip ist immer dasselbe. Außerdem sind Autorennen und Sportspiele empfehlenswert. Shooter finde ich blöd, sind aber bei vielen Jungs sehr beliebt. Gewalt verherrlichende Spiele gehen für mich gar nicht. Brawl Stars ist zwar auch ein Hau-Drauf-Spiel, das für mein Gewalt-Verständnis schon sehr grenzwertig ist.

Dieses Brawl Stars habe ich schlussendlich erlaubt, weil sie zum 135.582 mal gebettelt haben und ich eingeknickt bin. Ich will da nichts beschönigen, ich finde das Spiel bescheuert, ganz ehrlich. Es ist ein Klopp-Spiel, total stupide. Aber irgendwie wäre der Große ohne diesem Spiel sehr traurig gewesen, denn alle seine Freunde spielen es. Manchmal muss man abwägen und einen Kompromiss treffen. Manchmal denke ich mir dann, dass wir als Kinder in den 1980er Jahren auch jede Menge Quatsch und Bud Spencer-Hau-Drauf-Filme mit 9 oder 10 Jahren ageschaut haben. Das war bestimmt auch nicht besser. Wir hatten da zwar noch keinen Computer, aber wir haben an den Spielautomaten in der Bar im Dorf auch Shooter gespielt. Ok, das war ab und zu und nicht täglich. Trotzdem denke ich mir manchmal, dass ich manchmal entspannter sein sollte. Nur ein kleines bisschen. Und aus so einer Laune heraus, habe ich es erlaubt.

Es ist wie es ist und wenn ich dann wieder einmal mit Eltern von älteren Kindern rede, denke ich mir: Passt schon. Alles verbieten ist auch nicht der richtige Weg. Also bleibt wieder mal nur drüber reden.

Fortnite war in der Volksschule großes Thema. Das haben wir den Kindern als Grundschüler nicht erlaubt und bis heute spielen sie es nicht. Der Hype hat zum Glück irgendwann nachgelassen und jetzt passt es für sie. Solche Entscheidungen sind ein ständiges Abwägen. Da die Kinder ohnehin am liebsten ein Spiel nach dem anderen Downloaden wollen, gibt es viele Möglichkeiten, da Abmachungen zu treffen.

Genereller Tipp: Nichts überstürzen. Kein Kindergartenkind braucht Spiele wie Fortnite. Es gibt genügend pädagogisch wertvolle Apps und Spiele für Kleinkinder und Grundschüler. Niemals etwas installieren, bevor das Kind nicht explizit danach fragt. So habt ihr viel mehr Luft nach oben!

 

Die Kinder finden Gamen bestimmt noch für lange Zeit toll. Ich hoffe, dass sie nebenher auch ihre anderen Aktivitäten wie ihren Sport und ihre Musik beibehalten, dann kann das ganze mit dem Groß und Stark werden ja gar nicht so schief laufen…

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