Klimabücher: Sachbücher zur Klimakrise – Fridays for Future, Praxistipps

Klimabücher - Sachbücher zur Klimakrise mit konkreten nachhaltigen Praxis-Tipps
Demo-Kohlestrom - Illustration von Leonard Lessander

Gerade erscheinen auf dem Buchmarkt bei allen Verlagen Klimabücher, also Sachbücher zur Klimakrise. Sie helfen uns mit praktischen Tipps unser Leben nachhaltig zu gestalten. Außerdem klären sie auf über versteckte Zusammenhänge, Schieflagen und Missstände. Sie informieren über die Fridays for Future Bewegung und darüber, welche Arten gerade aussterben und wie wir der Natur und ihren Bewohnern helfen können, die Klimakatastrophe zu überleben.

 

Konkret handeln: Was hilft wirklich dem Klima aus der Krise?

Der Konsumkompass von Katharina Schickling ist eines der Klimabücher, die mir wirklich helfen, meinen Alltag nachhaltiger und grüner zu gestalten. Wie viel »Öko« steckt im Bio-Apfel aus Neuseeland im Vergleich zum konventionellen Apfel vom Bodensee? Welche Kaffeepads kann man guten Gewissens kaufen? Sind waschbare Windeln mit Abhol- und Bringservice nachhaltiger als Öko-Wegwerfwindeln? Und wie viele Reisen mit dem Flieger kann sich unser Planet noch leisten? Jeden Tag stehen wir vor Konsum-Fragen wie diesen und finden statt klaren Antworten nur ein schlechtes Gewissen.

Politikern beim Streiten zuhören, Studien wälzen, Recyclinghöfe besuchen – das alles können (und wollen) wir als Konsumenten gar nicht leisten und überblicken. Nun gibt es endlich Orientierung im alltäglichen Konsumdschungel. Wohnen, Körperpflege, Kleidung, Essen, Verkehr und Reisen – Katarina Schickling ist  Expertin auf dem Gebiet ökologischer Ressourcennutzung, hat wichtige Informationen für ein umweltbewusstes Leben ausgewertet und einen praktischen Leitfaden formuliert – fundiert und nachvollziehbar. Das Buch hilft allen, die wissen wollen, was nachhaltiger Konsum ist. Nachmachen unbedingt erwünscht!

Bei der Produktion dieses Buchs verzichtet der Mosaik Verlag auf Schutzfolie und nutzt für den Umschlag Recyclingpapier, das zu 60 % aus Einweg-Kaffeebechern hergestellt wurde. Alle dennoch anfallenden Emissionen werden über ein Aufforstungsprojekt der Verlagsgruppe Random House in Brasilien ausgeglichen. Könnte das bitte Standard werden liebes Random House?

Ebenso ist eines der Klimabücher mit Praxisnähe und vielen umsetzbaren Praxis-Tipps das im Heyne Verlag erschienene Sachbuch von Claus-Peter Hutter: “Die Klimakrise – Die Erde rechnet ab”. Es bietet 200 konkrete Tipps wo wir handeln müssen und was wir tun können, um unsere Zukunft zu retten. Es geht um Spülmaschine und Waschmaschine, Haushaltsgeräte und Stromverbrauch ebenso wie um Mobilität, Politik und Städteplanung. Der Autor bringt zahlreiche interessante Beispiele von grünem Unternehmertum und Anregungen, unter denen jeder viel findet, um Umweltbewusstsein zu beginnen oder sein nachhaltiges Leben noch nachhaltiger zu gestalten.

Denn oft ist das Unwissen ein Hemmfaktor für ein grünes Familienleben. Erst wenn ich mir Fehlentwicklungen und schlechte Angewohnheiten, die der Umwelt schaden, bewusst mache, kann ich sie verändern. Und mal ganz ehrlich: Wer blickt da schon überall durch in diesem Dschungel aus Anbietern, Siegeln, Greenwashing, Verordnungen, Lobby-Arbeit und mehr teil absichtlich gestruete falsche Fährten, was nun wirklich gut fürs Klima ist.

 

Fridays for Future und mögliche Wege aus der Klimakrise

»Wir sind die Ersten, die die Klimakrise zu spüren bekommen und die Letzten, die noch etwas ändern können.« sagt die deutsche Fridays for

Sachbücher zur Klimakrise

Future Aktivistin und angehende Geographin Luisa Neubauer.

Wie sieht die Zukunft aus? Wird uns die Klimakatastrophe überwältigen? Oder legen wir rechtzeitig los und gestalten den großen Wandel? Wir sind am Scheideweg. Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, alle müssen aktiv werden. Aber wie? Diese Fragen ist sie in ihrem Ende 2019 beim Tropen Verlag erschienenen Buch “Vom Ende der Klimakrise” nachgegangen. Die Umwelt-Aktivistin hat darin gemeinsam mit dem Politökonom Alexander Repenning Theorie und Praxis zusammen gebracht und einen Weg in die Zukunft entworfen. Denn es gibt eine Chance auf ein Ende der Klimakrise. Wenn wir sie jetzt ergreifen. Und zwar alle Generationen gemeinsam. Dass sie meine Generation – was ist das überhaupt für eine Generation, die in den Neunziger Jahren groß geworden ist? Für mich ist das grenzenlose Freiheit, Mopeds, Wutang Clan, Sprayen, Karohemden, Abhängen, Konzerte und Kurt Cobain.

Aber egal, sei wirft uns vorher nichts unternommen zu haben. Daran habe ich zu beißen und ich habe das Buch – muss ich hier ehrlicherweise zugeben, dann auch weg gelegt und nicht fertig gelesen, obwohl es gut ist. Mir gefällt die Aufforderung statt von Klimawandel von Klimakatastrophe und Klimakrise zu sprechen und der Hinweis, dass es Wege gibt, die umweltkatastrophen, die uns heute extrem bedrohen, zu überwinden. Mir gefällt die radikale Art und die unbedingte Haltung, das es funktionieren wird und muss. Dennoch hat mich leider an mancher Stelle das Gefühl des moralischen Zeigefingers beschlichen. Ihr habt ja recht, es ist vieles Gute eingeschlafen seid den Achtzigern und viele Menschen der Euch vorangehenden Generationen haben sich Jahrzehnte lang nicht mit Umweltschutz beschäftigt! Deshalb ist diese Anklage an die “Alten” – Hilfe, ich bin doch erst 41, gehöre ich jetzt zu den Alten? – auch sinnvoll! Es rüttelt auf, ist unbequem, lässt nachdenken!

Ich wünsche mir wirklich, dass alle Generationen zusammen arbeiten und wir gemeinsam unsere Erde retten! Die Alten – und von denen sind viele seit Jahren engagiert und die Jungen, die der Umwelt-Bewegung mit der bisher fehlenden Schlagkraft zum Durchbruch verhelfen!

 

Umweltschutz als fester Bestanteil einer Kindheit in den 1980ern

Es ist nicht der Fall, dass in meiner Kindheit Umweltschutz kein Thema war. Wir haben das Waldsterben und Tschernobyl als Kinder erlebt und Angst bekommen. Wir waren auf Anti-Atomkraft-Demos in den 1980ern und haben gegen den Golfkrieg und Atommüll-Transporte demonstriert. Milch bekamen wir im Supermarkt an der “Gläsernen Kuh” – die gibt es gar nicht mehr. Regional und beim Bauern einzukaufen war normal (!!!) und Jutesäckchen auch. Unsere Umwelthefte ließen die Tinte schmierig verlaufen, aber wir hatten sie trotzdem.

Doch was ist dann passiert? Betrachtet man die vergangenen Jahrzehnte von der drohenden Umweltkrise 2020  war das alles nicht genug, ich weiß. Trotz all dieser Erinnerungen an aktiven Umweltschutz der 1980er und 1990er Jahre: Wir sitzen jetzt richtig im Schlamassel der Klimakrise – mehr denn je. Irgendwie hat die Industrie die Verbraucher verarscht – oder die Verbraucher nicht aufgepasst, ihre Stimmen nicht laut genug erhoben. Die breite Masse wurde eingelullt mit Konsum und Geiz ist Geil, immer neuen Hightechprodukten und einem Status Quo mit fetten Autos und jede Menge unnützem Luxus-Schnickschnack. In den 1990er Jahren begann der Siegeszug der multinationalen Konzerne  mit Fusionen und Unternehmensübernahmen, gefährlichen Monopole. Die Globalisierung überrannte uns alle. Irgendwann war ich nur noch geplättet von dieser gigantischen Übermacht. Das Gefühl keine Stimme mehr zu haben, machtlos zu sein, hat mich überwältigt. Deshalb finde ich Fridays for Futre so richtig und wichtig, so hilfreich und erfrischend.

Plötzlich sind wir viele und viele haben eine Stimme. Die Fridays for Future Stimme ist laut und lässt sich auch durch Corona nicht unterkriegen.

 

Klimabücher für ErwachseneGeneration Greta: Was sie denkt, wie sie fühlt und warum das Klima erst der Anfang ist

Das bei Beltz erschienen Sachbuch “Generation Greta” hat der bekannte Jugendforscher Klaus Hurrelmann zusammen mit dem Journalisten Erik Albrecht geschrieben. Eigentlich passt es nicht ganz in die Reihe der hier vorgestellen Klimabücher. Es schildert die Gedanken- und Gefühlswelt der Generation Greta anhand von Studien, Porträts und zahlreichen Gesprächen, die die Autoren selbst mit jungen Menschen geführt haben. Dennoch stelle ich es hier unter die Klimabücher, denn es hat mir persönlilch sehr spannende Erkenntnisse vermittelt, wie die junge Generation tickt. In den Interviews erklären die Jugendlichen, bei welchen Angelegenheiten sie unsere Unterstützung brauchen, weil sonst Stillstand droht.

Das Buch ist sehr spannend für Eltern, des es vermittelt einen Eindruck vom Schulalltag junger Menschen ebenso wie über die Meinung, Prioritäten und Interessen von Jugendlichen. Es geht ebenso über Medienkonsum, Haltung zur Politik und eben Demonstrationen und Bewegungen wie Fridays for Future.

Mit der Klimabewegung hat der Ausdruck dieser neuen Generation angefangen, aber die Autoren belegen anschaulich: Dies ist erst der Anfang. Die Generation Greta nimmt die Gestaltung der Zukunft selbst in die Hand.

Die nach der Jahrtausendwende geborenen jungen Menschen wollen dabei keinen Generationenkonflikt, sondern gemeinsam mit der Generation ihrer Eltern dringend notwendige Veränderungen anstoßen.

Was bewegt Hunderttausende Jugendlicher, auf die Straße zu gehen? Welche Werte, Ziele und Vorstellungen haben sie für ihr Leben und die Zukunft unserer Gesellschaft? Wie denkt die Generation Greta über Einwanderung, Heimat, Europa, soziale Gerechtigkeit, Bildung und Ausbildung, Partnerschaft und sexuelle Identität?

Food for Future: Nachhaltig kochen Klimabücher - Sachbücher zur Klimakrise mit konkreten nachhaltigen Praxis-Tipps

Passend zu Fridays for Future gibt es vom südwest Verlag das Kochbuch Food for Future vom Landschaftsökologen Martin Kintrup. Hier finden sich 100 klimafreundliche Rezepte versammelt, die meisten vegan oder vegetarisch sind. In erster Linie sind sie aber so lecker, dass der Umstieg zum Grüner kochen niemanden schwerfällt. Und wenn doch: Auch Fleischfresser finden hier Tipps zu Zero Waste, zum Reste verwerten von Essensresten vom Vortag, für die Verwertung aller Pflanzenteile und zum nachhaltigeren Einkauf ohne Berge an Verpackungsmüll. Dazu gibt es Tipps zum Energieffizienten Kochen, zum Eigenanbau von Obst, Gemüse und Kräutern sowie zum Selbermachen. So sind viele Fertiggerichte wie Saucen, Dips, Snacks oder Teebeutel in Zukunft entbehrlich.

Die Küche und der Speiseplan, Jahreszeiten und Saisonalität sind so wichtige Bereiche. Beim Einkaufen und Kochen können sehr viele Ressourcen eingespart werden, wenn man mal bedenkt, wie weit unsere Lebensmittel in der Weltgeschichte herum gekarrt oder gar geflogen werden. Wer hier sein Konsumverhalten auf saisonal und aus der Region ändert, schafft es viel besser sich dem Eine-Welt-Verbrauch anzunähern.

 

Wir verbrauchen mehr Ressourcen, als die Erde uns geben kann

Der weltweite »Earth Overshoot Day« war 2020 bereits am 3. Mai. Das ist alarmierend! Um gegenüber nachfolgenden Generationen verantwortungsvoll zu leben, müssen wir umweltfreundlicher leben, weniger konsumieren und weniger CO2 verbrauchen. Auf der Grafik seht ihr, welches Land durchschnittlich wieviele Ressourcen zuviel verbraucht. Wenn der Earth Overshoot Day am 30. Juni ist, dann hat jeder Mensch doppelt so viele Ressourcen, als die Erde uns zur Verfügung stellen kann, verbraucht.

Doch trotz allem Alarm leben viele von uns wie gewohnt weiter. Um den Bedarf an Ressourcen zu befriedigen, den unser konsumorientierter Lebensstil mit sich bringt, bräuchten wir jährlich fast 1,8 Planeten.

 

Klimabücher - Sachbücher zur Klimakrise mit konkreten nachhaltigen Praxis-TippsKlimabücher - Sachbücher zur Klimakrise mit konkreten nachhaltigen Praxis-Tipps

Claus-Andreas Lessander ist Förster, Umweltschützer und Vater: Er kümmert sich in vielen Rollen um eine nachhaltige Zukunft. Studiert hat er in Göttingen, Zürich und Corvallis (USA) studiert und lebt mit seiner Familie in Bad Kreuznach. Mit seinen Kindern Helena (9) und Leonard (12) macht er gerne die Wälder an der Nahe und im Hunsrück unsicher. Im oekom verlag ist im März sein zweites Buch erschienen: “Eine-Welt-Verbrauch? Wir machen’s einfach! – Eine Familie auf dem WEg zu einem nachhaltigen Leben” ist für mich genial, witzig geschrieben und ich habe es in einem Rutsch durch gelesen. Ebenso wie neulich das hier schon vorgestellte Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam der Journalistin Christiane Habermalz.

Hier bei Mein Fußabdruck (Österreich) haben wir unseren Erdverbrauch nachgerechnet. Hier kann man sich seinen persönlichen Overshoot Day ausrechnen. Auch beim deutschen Umwelt Bundesamt gibt es einen CO2 Profil Rechner.

Bei Lessander werden weitere Rechenmaschinen genannt und auch viele nützliche Links und z.B. Informationen über Öko-Stromanbieter.

Klimabücher zum nachhaltigen Familienleben

 

Als die siebenjährige Helena zum ersten Mal vom Erdüberlastungstag hört, fragt sie: »Und wieso macht da keiner was?!« Gute Frage. Ob Plastikmüll, Insektensterben oder Klimawandel – die Probleme springen einen förmlich an. Doch wie geht man damit um? Die Familie macht’s vor: Sie lebt den »Eine-Welt-Verbrauch« – und zwar total unaufgeregt, uneingebildet und auch nicht perfekt.

Gerade diese unaufgergete Herangehensweise hat mir gefallen. Der Leser wird nicht unter Druck gesetzt und der Papa fährt ebenfalls Auto. Die Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit werden langsam enger gedreht und jeder setzt da an, wo es ihm leicht fällt. Nur so kann das nachhaltige Familienleben funktionieren!

Claus-Andres Lessander schildert auf kurzweilige Art die Fortschritte, Herausforderungen und Aha-Momente der Familie. Nach nur einem Jahr wird deutlich: Die Lessanders schaffen mehr, als sie anfangs geglaubt haben. Und es macht Spaß! Mit ihrem Buch wollen sie möglichst viele Menschen ermutigen, es ihnen gleichzutun. Dazu gibt es im Buch auch diesen tollen Aufkleber – ich freue mich sehr übers Weiterpinnen.

Die Illustrationen hat übrigens Sohn Leonard Lessander gezeichnet. Als Titelbild oben seht ihr eine davon. Sie sind wirklich witzig und machen das Buch zu einem der ganz besonderen Klimabücher! Meine besondere Leseempfehlung. Unser Kinder haben sofort mitgemacht, interessieren sich nun für unseren Eine-Welt-Verbrauch. So fällt es ihnne auch leichter, der Erde zu liebe zu leben.

 

 

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