Yoga als Lebenseinstellung: Der Schatz der Yoga-Lehrerin

Ja, ich sehe Yoga als Lebenseinstellnug. Heute freue ich mich Sabine Rueland von Yogastadl aus dem Südburgenland im Interview der Reihe “Der Schatz der Yoga-Lehrerin” begrüßen zu dürfen. Darin verrät sie zahlreiche Tipps, wie Du Yoga zu Deiner Lebenseinstellung machen kannst.

Liebe Sabine, was hat Dich zu der Entscheidung bewogen, eine Ausbildung in Yoga zu absolvieren?

Meine Leidenschaft für Yoga begann in den frühen 90ern. Ich habe über die Jahre mal mehr, mal weniger Yoga praktiziert – aber es war immer da.
Im Jahr 2006 durchlebte ich ein “ordentliches Burn-Out”, das mich rückblickend eine wunderbare Lebensveränderung durchleben ließ. Trotz all der Überforderung damals lernte ich so viel aus diesem Lebenstief. Ich musste lernen, mein Nervensystem aktiv zu entspannen und absolvierte zuerst die Ausbildung zur Entspannungstrainerin. Kurz darauf kam die erste Yogalehrerausbildung.

Was ist Deine persönliche Richtung, Dein Stil im Yoga?

Ich habe noch einige Ausbildungen nach der ersten Yogalehrerausbildung absolviert. Mich begeistern viele Yogastile! Mein Lebensmotto: Yoga ist für JEDEN. So unterrichte ich einen Mix aus Hatha & Vinyasa Yoga,  Aroma Yoga® und regelmäßig Yin Yoga und Restorative Yoga.  Eine besondere Hingabe habe ich für Klang-& Soundhealing Stunden,die ich gemeinsam mit meinem Herzmann & seinen BEK.drums praktiziere.

Mein Yoga-Unterricht basiert auf meiner eigenen Erfahrung im Praktizieren und Unterrichten verschiedener Yogastile. Ich lege viel Wert auf einen lebendigen, modernen und kreativen Unterricht, der allen Spaß macht. Nicht zuletzt, weil ich mich selbst als Schüler sehe. Gelingt es mir, in den Teilnehmern meiner Kurse die Flamme des Yoga zu entfachen, habe ich mein “Ziel” erreicht.

Was bedeutet Yoga als Lebenseinstellung für Dich?

Yoga bedeutet für mich, meinen inneren Frieden zu finden. Es ist mein Weg,  körperliches, geistiges und emotionales Wohlbefinden zu finden, um glücklich zu sein. Es ist auch die Harmonie zwischen meinem Körper und meinem Geist. Und vor allem hat es mir geholfen zu erkennen, wie alles miteinander verbunden ist: unser physischer Körper, unser Geist, unsere Atmung und unsere Emotionen. Du kannst Yoga nicht „machen“. Du bist bereits Yoga. Yoga als Lebenseinstellung zu betrachten, ist für mich von großer Bedeutung.

Es ist viel mehr als eine Reihe von Haltungen oder Übungen. Yoga als Lebenseinstellung ist ein Weg, nach innen zu gehen und zu mir nach Hause zu gehen. Es bedeutet für mich nicht nur auf mein körperliches, sondern auch auf mein seelisches Wohlbefinden zu achten. Yoga hat mir geholfen, als nichts anderes helfen konnte. Es hält mich geerdet und im gegenwärtigen Moment. Das habe ich nie geschafft, bevor ich diese schöne Praxis begann.

Wer waren Deine Lehrer/innen?

Viele 🙂 Ich sehe nicht nur die als Lehrer/innen an, die mich zur Yogalehrerin ausgebildet haben. Auch von meinen Schüler Innen kann ich täglich so viel lernen. Ich durfte auch viele wundervolle Yoginis und Yogis auf Workshops, Weiterbildungen, Messen usw. kennen lernen. Sie alle sind meine LehrerInnen und werden es immer sein. Ich bin ihnen sehr dankbar.

Was haben sie dir mit auf den Weg gegeben?

Es gibt sehr viel, was ich hier nennen könnte! Was ich sehr wertvoll empfinde: als Yogalehrer wissen wir nie, wie viele Schüler zur Yogastunde erscheinen. Sind es wenige oder sind wir bis zum Bersten voll mit TeilnehmerInnen. Die Geschichten dahinter, warum der Raum leer oder voll ist, sind nur Geschichten. Wir werden vielleicht nie wissen, warum eine Person nicht zum Unterricht gekommen ist. Auch nicht, warum eine andere nie wieder zu unserer Stunde kam.

Ob wir ein Leben oder fünfzig an einem Tag berühren, das Lehren ist ein unglaubliches Geschenk! An einigen meiner erstaunlichsten Kurse erschienen nur zwei oder drei Personen. Dies ermöglichte uns, tiefer einzusteigen (physisch, energetisch, emotional oder spirituell). Ich konnte die Stunde auf die Anwesenden zuschneiden.

Während eine kleine Klasse Intimität und individuellen Fokus bietet, schaffen große Klassen reichlich Energie. Diese nähren eine große Gemeinschaft, die gemeinsam praktiziert. Ich werde nie vergessen, wie es sich anfühlt “nur 3” Personen zu unterrichten. Ich bekomme immer noch Herzklopfen, wenn ich an Herbst 2020 zurückdenke, als ich über 200 Menschen in Aroma Yoga unterrichtet habe. Im Lauf der Jahre habe ich erst verstanden, was meine YogalehrerInnen in den Ausbildungen meinten, als sie sagten: “Es ist total egal, wie viele Schüler in dein Yogastunde kommen”.
Zu Beginn meines nächsten Lehrjahrzehnts freue ich mich auf die Lektionen, die ich weiterhin lernen und fördern werde.

Teilst Du mit uns hier drei kleine Yoga-Übungen?

  1. Stellung des Kindes / Balasana
    Das Kind streckt Wirbelsäule, Oberschenkel und Knöchel. Wirkt Müdigkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen entgegen und lockert den Unterbauch bei Menstruationsbeschwerden. In dieser Übung kehrt deine Wirbelsäule in ihre ursprüngliche Krümmung zurück wie beim Neugeborenen. Es entsteht eine stark beruhigende Wirkung auf das gesamte Nervensystem. Du kannst sie jederzeit und so oft ausführen, wie du möchtest. Beginne im Vierfüßlerstand und setze dich auf die Fersen. Die großen Zehen berühren sich.
    Lege deinen Oberkörper nach vorne auf die Matte ab. Dein Bauch liegt auf den Oberschenkeln, die Stirn berührt den Boden. (Spüre was sich besser anfühlt: Arme gestreckt nach vorne mit Handflächen auf der Matte, oder die Arme nach hinten legen neben deinen Körper und Handflächen Richtung Himmel.)
    Wenn dein Gesäß keinen Kontakt zu deinen Fersen findet, lege ein Kissen zwischen Waden und Gesäß.
    Schmerzt in der Position dein Fußrist, lege eine gerollte Decke zwischen Matte und Rist.
    Mindestens 30 Sekunden halten, oder so lange es sich gut anfühlt.
  2. Katze/Kuh
    Ein Klassiker der deine Rückenmuskulatur entlang der Wirbelsäule aufwärmt und Hüfte, Rücken, Bauchmuskulatur, Schultern und Nacken dehnt. Beginne im Vierfüßler-Stand und setze deine Knie unter deinen Hüften, Handgelenke unter die Schultern. Ziehe den Bauchnabel sanft nach innen, drücke deinen Rücken durch und weite deinen Brustkorb.
    Für die Katze machst du als Gegenbewegung einen Katzenbucke. Senke deinen Kopf ab, hebe deinen Bauchnabel Richtung Zimmerdecke, so dass du deine Oberschenkel anschaust.
  3. Beine an der Wand / Viparita Karani
    Die “Halbe Kerze” ist DIE Yoga-Übung, wenn es um Stress-Abbau geht. Sie wirkt (hormonell) ausgleichend bei Schlafproblemen, Depressionen sowie Kopfschmerzen. Sie entspannt müde Beine und entlastet den Rücken, ist mega-einfach und überall ausführbar. Ich mache sie gerne vor dem Einschlafen im Bett.
    Lege dich vor der Wand auf den Rücken und bewege deinen Po so nahe wie möglich heran. Schwing deine Beine hoch gegen die Wand. Bleibe so mindestens 10 Atemzüge lang. Als Unterstützung der Wirbelsäule kannst du bei Bedarf ein Kissen oder eine gefaltete Decke unter deinem Becken platzieren. 

Welche Übungen sind für dich am wichtigsten im Yoga?

Hüftöffner und Drehungen, aber das ist nur für meinen Körper “das wichtigste”. Lies morgen im Karmakalender, warum Handstand Sabines Lieblings-Asana ist und wie sie sich den Weg zu dieser Umkehrhaltung erarbeitet hat.

Hast Du einen Tipp, um Yoga als Lebenseinstellung in den Alltag zu integrieren?

Mein Tipp ist, lerne den Sonnengruß. Praktiziere ihn einmal am Tag. Dafür ist immer Zeit, zumindest für 2-3 “Runden”. 

Warum ist für dich Yoga auch im Winter – bei Schnee und Eis – wichtig?

Ich bin ein absoluter Yoga OUTDOOR Fan! Zu jeder Jahreszeit praktiziere ich in meinem Garten, ich brauche die Verbindung mit der Natur so sehr. Und es gibt mir einfach viel mehr Energie als in meinem Yogastudio. Erdung pur, frische Luft, und die schönste Musik – die der Vögel und des Windes. Yoga im Winter draußen lässt jeden Atemzug zu einer Atemübung werden. Wer sich durchringt es barfuß zu tun, hat das gesunden Kneippen gleich inklusive, 2 in 1 quasi 🙂

  YOGAstadl – Sabine Rueland

Web: Yogastadl  /  aromayoga.at / BEK.drums / Onlinekurse

Aroma Yoga Onlinekurs für YogalehrerInnen

Entdecke Yoga als Lebenseinstellung

Der Schatz der Yogalehrerin ist eine Serie über Yoga als Lebenseinstellung aus den Anfängen von mamirocks. Hier findet ihr alle Beiträge von Freundinnen und Yogalhererinnen, denen ich virtuell und analog begegnet bin.

Meine liebe Freundin Maria: Yoga ist Meditation (1998 until now)

Yoga für den Beckenboden von Yogarette mit Finde Dein Herzens-Yoga

Brigitte Fink, meine Yoga-Lehrerin , Unterland (2017/18)

Meine Yoga-Lehrerin Moni Egger, Kufstein (2016/17)

Heike Léon, meine Yoga-Lehrerin  Chiemgau und Kufstein (2012/13)

Bianca Gianroop Kaur Seemann, meine Kundalini-Yogalehrerin  Chiemgau (2010)

Liebe Freundin Ulli, die mamirocks auf ihrer Yoga-Ausbildung begleiten durfte und die heute Yoga in Kirchbichl und Angerberg lehrt

Meine liebe Freundin Sabine schreibt üer das Hatha Yoga Studio in Kramsach

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.