Die Erdbeere als Heilpflanze

Erdbeere als Heilpflanze
#Kräutermamas Erdbeeren pflücken auf dem Feld geht schnell und macht Spaß - doch wer die Erdbeere als Heilpflanze nutzen möchte, macht sich besser auf die etwas mühsame Suche nach Walderdbeeren.

 

Erdbeeren sind nicht nur schön und rot anzusehen, sondern auch sehr gesund. Eine 250-g-Schale der im Juni reifen Früchte hat noch nicht einmal 100 Kalorien. Schon in der Steinzeit sammelten die Menschen Erdbeeren. Sie ist eigentlich gar keine Beere, sondern eine Sammelnuss- oder Scheinfrucht. Die Walderdbeere ist die Urmutter aller Sorten. Kulturerdbeeren wie wir sie heute kennen, entstanden aus vielerlei Kreuzungen der wilden Formen. Wer sich also für die Erdbeere als Heilpflanze interessiert, sollte sich an die Walderdbeere halten. Alle anderen sind in der Pflanzenheilkunde nicht von Bedeutung. Ihre Eigenschaften sind beruhigend und blutdrucksenkend, aber auch stopfend – also gegen Durchfall – sowie blutreinigend und gut für die Funktion von Leber und Galle.

 

 

Erdbeere als Heilpflanze

Gesunde Früchtchen

Während auch Wurzeln und Blätter der Erdbeere als Heilpflanze zum Einsatz kommen, sind die F

rüchte – auch die Zuchtformen – selbst sehr gesund, reich an Vitamin C, Folsäure, Mineralstoffen und Salicylsäure. Letztere hilft bei Hautkrankheiten wie Akne und fettiger, unreiner Problemhaut, aber auch bei Schuppenflechte oder Rosacea. Mehr zum Einsatz der Erdbeere als Heilpflanze für die Haut gibt es hier zu lesen. Bei Blutarmut und Störungen des Stoffwechsels können Erdbeeren sehr hilfreich und unterstützend für die Genesung sein. Durch den gesteigerten Folsäurebedarf während einer Schwangerschaft ist die Erdbeere als Heilpflanze ideal zur Vorbeugung.

Überhaupt ist die zum Großteil aus Wasser bestehende Erdbeere lecker und gesund: 250 g haben noch nicht einmal 100 Kalorien und ganz ehrlich: Reife Früchte sind so süß, dass ich sicher keinen Zucker mehr darüber kippen muss, wie Omas das gern so machen. Meine Kinder lieben püriertes Erdbeermus. Dieses gibt es bei uns als Shake mit Kuhmilch oder einer pflanzlichen Alternative, und der Dauerbrenner ist das Erdbeereis. Dazu füllen wir das Mus einfach in kleine Schälchen, Eisformen und Becher und gefrieren das Ganze. Mein Sohn nennt das: „Das gesündeste Eis der Welt!“ und freut sich, dass er davon kiloweise essen darf. Wenn man die Schälchen – meist nehme ich kleinere Brotzeitboxen, da kippt nichts um – etwas antauen lässt, ergibt das Mus ein klasse Sorbet ganz ohne Süßungsmittel. Dieses Jahr habe ich von den neun Kilo, die wir auf der Erdbeerplantage gepflückt haben auch eine Erdbeergrütze gemacht. Dazu habe ich einfach Zitronensaft und Maisstärke unter das Mus gerührt.

 

Erdbeere als Heilpflanze

 

(Wald)erdbeere als Heilpflanze

Walderdbeeren haben wir sehr, sehr viele im Garten. Sie wachsen von alleine und breiten sich von Jahr zu Jahr mehr aus. Damit sie schön wachsen und dicke Früchte bekommen, hilft es alles Gras und was sonst noch so dazwischen wächst, zu entfernen. Die seit dem Mittelalter in allen Kräuterbüchern der Volksmedizin als Heilmittel vorkommende Walderdbeere wird dort als hilfreich beschrieben bei Nervenschwäche und hohem Blutdruck, zur Beruhigung und zur Blutreinigung sowie bei Leber- und Gallenleiden. Diese Wirkung wurde wissenschaftlich nachgewiesen. Weiter werden als Anwendungsgebiete Herzbeschwerden, Hautprobleme, Blutarmut und zu dickes Blut, Fieber, Schlappheit und Schwäche, Gicht und Rheuma genannt. Sehr bekannt bis heute ist die Erdbeere als Heilpflanze bei Durchfall und chronischer Verstopfung. Außerdem sollen die Früchte gegen Würmer wirken – so manche Waldtiere spüren wohl intuitiv diese Wirkung, denn viele fressen an den Beeren.

 

Heilmittel Erdbeerblätter und Erdbeerwurzeln

Wurzeln und Blätter haben ebenfalls einen hohen Gehalt an Vitamin C und sind reich an Gerbstoffen und ätherischen Ölen. Ein Tee aus Erdbeerblättern hilft bei Durchfällen. Außerdem vermag er Entzündungen der Mundschleimhaut zu lindern. Die Blätter werden mit Stiel kurz vor oder zu Beginn der Blütezeit gepflückt. Wie immer an einem schattigen, luftigen Ort zum Trocknen ausbreiten. Wenn mir ein Kraut nicht sonderlich schmeckt, mische ich es mit anderen Kräutern, die mir besser schmecken. Wichtig bei der Zubereitung von Kräutertee ist es, die Tasse zum Ziehen abzudecken, damit nicht gleich ein großer Teil der Wirkstoffe verdampft.

Die langen, dünnen Wurzeln der Walderdbeere werden ausgegraben, gesäubert und auf die gleiche Art und Weise getrocknet. In ihnen sind am meisten Gerbstoffe enthalten. Aufgrund dieser wirkt die Droge zusammenziehend. Die Wurzeln können abgekocht werden und der wieder erkaltete Sud dann zum Spülen bei Entzündungen im Mundraum, aber auch gemeinsam mit den Blättern in Tees bei Magen- und Darmstörungen zum Einsatz kommen.

 

Erdbeere als Heilpflanze

Selber pflücken auf der Erdbeerfarm hat viele Vorteile: neben den frischen Früchten nimmt man eine große Portion gute Laune mit nach Hause: Das stete Bücken beim Sammeln ist gesund und hält fit.

 

Dieser Beitrag ist in der Reihe #Kräutermamas entstanden. Der letzte Beitrag über Gänseblümchen findet ihr – wo sonst? – bei Gänseblümchen&Sonnenschein.

Tolle Posts zu Kräutern und was man noch so in der Natur finden und erleben kann, gibt es übrigens jeden Freitag in der Rubrik Grünzeug bei Naturkinder.

Landidylle im Garten #Kraeutermamas

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