Zitronenthymian und Quendel, wilder Thymian

Quendel - wilder Thymian

#Kräutermamas

Heute stelle ich Euch in der Reihe #Kräutermamas eines meiner absoluten Lieblingskräuter vor. Nach dem Löwenzahn letzte Woche von Einfach Grünlich also weiter zur Thymianfamilie. Ob Zitronenthymian, Quendel oder stinknormaler Thymian – ihr seid einsame Spitze. Am meisten liebe ich den Quendel (wilder Thymian) wegen seiner Heilkraft. Ich pflücke seine aromatischen, zart lila Blüten seit Jahren beim Spazierengehen am Wegesrand. Natürlich nur in der Natur oder an sehr wenig befahrenen Wegen. Er wächst nun mal gern an Wegrändern, aber auch auf Bergkuppen und Hügeln mit niedrigem Bewuchs.

 

Quendel wächst überall

Ich trinke ihn als Tee, denn er schmeckt einfach wunderbar. Fein gezupft passt er auch aufs Butterbrot oder in den Salat. Eigentlich gehört er in jedes Kräutersalz und ins Kräuterregal als Gewürz für jeden Tag. Wer sich selber keinen pflücken kann, wird bei Hildegard von Bingen fündig. Schon für die Kräuterkundige aus dem Mittelalter war der Quendel ein wichtiges Gewürz. Er hilft bei zahlreichen Hautproblemen. Ich habe mir vor kurzem eine Quendel-Creme nach Hildegard von Bingen gekauft. Ich habe eine sehr empfindliche und zu entzündlichen Hautirritationen neigende Haut. Bevor ich herausgefunden habe, dass ich Laktose und Kuhmilcheiweiß nicht vertrage, hatte ich schlimme und sehr stark entzündliche Akne. Darunter habe ich sehr gelitten. Aber auch seitdem ich Kuhmilch fast zur Gänze weglasse, reagiert meine Haut bei Stress. Da wirkt die Quendelcreme punktuell aufgetragen wahre Wunder.

 

Heilkraft der Thymianfamilie

Quendel hat aber noch mehr tolle Eigenschaften. Wie seine Brüder Thymian und Zitronenthymian, die problemlos im Garten wachsen und auch Temperaturen weit unter Null Grad gut durchhalten, hilft er bei Husten und Erkältung. Ich mische das schleimlösende Kraut in jeden Krankheitstee. Was wenige wissen: Die Thymianfamilie ist auch unschlagbar bei Durchfall und Darminfekten. Dazu muss ein Tee aus diesen Heilkräutern extra lange ziehen. Dann setzt der Thymian Stoffe frei, die den Stuhlgang regulieren helfen. Außerdem ist er im Allgemeinen verdauungsfördernd und wirkt desinfizierend und blutstillend. Wer öfter Nasenbluten hat wie mein Sohn immer mal wieder einfach so, wo der Kinderarzt nur mit den Schultern zuckt, probiert es mal mit Thymian. Einfach vor die Nase halten und daran schnuppern. Wegen seiner antibiotischen Wirkung wurde Thymianöl in der ‚Vergangenheit oft in Feldapotheken und zur Seuchenbekämpfung eingesetzt.

Quendel und Thymian, die laut der Kräuterkundigen Maria Treben, auf die ich große Stücke halte, übrigens in ihrer Wirkungsweise vergleichbar sind, hilft auch bei Krämpfen aller Art. Zur äußerlichen Anwendung eignet sich ein Kräuterkissen. Vor dem Schlafengehen dazu einen kleinen Kissenbezug mit getrockneten Blüten und Stengeln füllen und auf die kranke Stelle legen. Auch für Bäder eignet sich die Heilpflanze. Frische oder getrocknete Kräuter werden über Nacht in 6-8 Liter kaltem Wasser eingeweicht. Vor dem Bad erwärmen und dem klaren Badewasser zugeben. So ein Bad soll nicht länger als 20 Minuten dauern. Das Herz des Badenden soll außerhalb des Wassers sein – sagt Maria Treben.

Zum Einreiben eignet sich Thymianöl oder Thymian-Essenz. Für beide sammelt man die frischen Blüten in der Mittagssonne in den Monaten Juni bis August. In eine Flasche füllen und mit einem guten Öl (für den Ölauszug) oder einem Kornbranntwein (38-40 vol. %) für den Alkoholauszug übergießen. Der Ölauszug muss drei Wochen in der Wärme stehen. Für die Essenz genügen mindestens zwei Wochen. Dann kann das Kraut ausgefiltert werden.

 

Zitronenthymian

Zitronenthymian, auch kanadischer Quendel genannt, ist mein Geschmacksfavorit. Ein Tee schmeckt fein zitronig und sehr erfrischend. Maria Treben empfiehlt statt Kaffee morgens eine Tasse Thymiantee zu trinken. Resultat: „Geistesfrische, gutes Gefühl im Magen, kein Morgenhusten und allgemeines Wohlgefühl.“ Toll, oder? Ein neues Sommer-Projekt. Na, ich warte noch bis mein Thymian blüht und ich viele schöne Spitzen ernten kann. (Das auf dem Foto ist nämlich der Thymian im Garten meiner Mutter, der da schon so üppig blüht). Ich liebe es, morgens noch im Schlafanzug auf die Terrasse zu treten und ein paar Kräuter für meinen Gute-Laune-Tee zu pflücken.

Auch als Gewürze sind Zitronenthymian, Quendel und gewöhnlicher Thymian unverzichtbar. Ersterer schmeckt ausgezeichnet zu Fisch und Geflügel.

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