Aus Hopfen wird nicht nur Bier gebraut. Richtig gehört! Die eine oder andere stillende Mama kennt vielleicht die Stilltees, die Hopfen enthalten (mein Rezept vom Kräuter für die Mama-Stilltee siehe unter dem letzten Foto). Denn wie der Lavendel oder die Melisse ist Hopfen ein sehr beruhigendes Kraut. Sind Biertrinker eigentlich deshalb immer so gechillt? Wer keine Lust hat Bier zu trinken, gönnt sich einen Hopfentee. Der Hopfen wächst unproblematisch und braucht bloß ein paar Rankhilfen. Er ist auf jeden Fall eines der wichtigsten Kräuter für die Mama. Beruhigend, schlaffördernd, antibakteriell wie er ist. Noch mehr Eigenschaften findet ihr weiter unten, denn erst möchte ich euch etwas über meine persönliche Begegnung mit der Pflanze erzählen.
Was in Deinem Garten wächst, ist gut für Dich
Da ich den Geschmack von Bier nicht so gerne mag, habe ich mich sehr gefreut, als ich den Hopfen in unserem Garten entdeckt habe. Zuerst wussten wir nicht, was da wächst. Schon im ersten Frühjahr begannen diese Ranken zu sprießen. Dieses Jahr waren wir schon vorgewarnt und haben beizeiten große Stecken mit Schnüren verbunden. Damit der Hopfen nur in die Richtung wächst, die wir wollen. Sonst hätte er gleich wieder die Himbeerstauden umarmt. Wenn man ihn ein wenig in seine Bahnen lenkt, ist der Hopfen eine tolle Pflanze.
Für uns zumindest. Da wir einfach keine Zeit hatten, um ein Tipi aus Bohnenstauden anzulegen, haben wir uns mit dem Hopfen beholfen. Der ist ja eh schon da. Ich habe übrigens einmal gehört, dass für jeden die Pflanzen gut sind, die um das Haus desjenigen herum wachsen. Bei uns wuchern z.B. Brennesseln, Taubnesseln und eben der Hopfen ganz von alleine. Daher trinke ich jetzt fleißig Tee aus diesen Kräutern. Damit der Tee nicht so scheußlich schmeckt, mische ich immer auch noch Minze und Melisse, Thymian und Salbei dazu. Bitte denkt daran, holt die Hopfendolden nach einigen Minuten wieder aus der Tasse, denn der Tee wird sonst sehr bitter, ähnlich wie mit dem Salbei. Gerade trinke ich übrigens Tee mit Salbei, Zitronensaft und antibakteriellem Hopfen, da mich eine Sommergrippe erwischt hat.
Indianer-Tipi im Garten
Jedenfalls haben wir unser Indianerzelt kurzerhand neben dem Hopfenbusch platziert. Dazu haben wir Bambusstecken aus dem Baumarkt im Kreis herum in die Erde gesteckt. Es müssen so 6 bis 8 Stück sein. Dickere Stöcke gehen auch. Diese müssen aber mit einem stumpfen Hammer eingeschlagen werden, wohingegen die dünnen Bambus ganz leicht in die Erde gedrückt werden können. Es ist eine schöne Aufgabe für die Kinder mit Wolle von einem zum anderen Stock zu “weben”. Der Hopfen tut sein übriges. Wenn er wieder gewachsen ist und er seine zahlreichen Triebe wie Antennen in die Luft streckt, nehme ich sie und webe damit das Dach und die Seitenwände unserer Höhle dichter. Er eignet sich auch gut, um ein Tor herum zu wachsen. Unser ca. 1 m hoher Eingang ist jetzt das Tor in die Indianerwelt. Ob die Indianer wohl den Hopfen kannten, wer weiß?
Vorsicht bissig
Die Hopfenpflanze hat viele feine Widerhaken an Blättern und Trieben. Sie ist also ziemlich bissig und hinterlässt auf der Haut rote Striemen und Kratzer. Vorsicht also mit kleinen Kindern und empfindlicher Kinderhaut. Letztes Jahr halfen mir die Kinder im September und Oktober beim Ernten der kleinen grünen bis goldgelben Dolden. Zuerst dachten wir unser fleißigster Helfer habe eine Allergie. Er hatte lauter rote Flecken vor allem an den Armen, also da wo er mit der Pflanze in Berührung gekommen ist. Mittlerweile weiß ich aus eigener Erfahrung und von denselben Reaktionen bei andren Kindern, dass die Kinder lieber vom Hopfen wegbleiben sollen. Ich ernte also allein und übernehme es auch die Triebe so einzuflechten, dass die Kinder eine schöne dichte Hecke um ihr Tipi und ihr Indianerland bekommen. Daneben sitzen macht ihnen gar nichts aus.
Kräuter für die Mama
Verwendet werden vom Hopfen nur die Dolden oder Ähren der weiblichen Pflanze. Der Hopfen gehört übrigens zu den Hanfgewächsen. Er schmeckt bitter. Aufgrund seiner Bitterstoffe wirkt er auch antibakteriell,
blutreinigend, entzündungshemmend, schmerzstillend und tonisierend. Neben seiner Verwendung in Beruhigungs- und Schlaftees wird er auch in Fiebertees, bei Magen- und Darmkrämpfen sowie Verstopfung eingesetzt. Er ist auch hilfreich bei nervöser und ängstlicher Unruhe sowie Panikattacken und Herzklopfen.
Ferne wird er in Kräuterbüchern erwähnt als Medizintee bei Blasensteinen und Blasenentzündung, Wechseljahresbeschwerden und Menstruationsstörungen. Seine milchfördernde Wirkung habe ich ja oben schon erwähnt. Es gibt auch Shampoos mit Hopfen gegen Haarausfall und dünner werdende Haare.
Hier findet ihr weiter wichtige Kräuter für Mütter, zum Beispiel die Schafgarbe, Frauenmantel oder das Veilchen. Auch Tipps bei wiederkehrender Blasenentzündung findet ihr hier in Form von Kräuterhelfern.
Mehr tolle Posts zu Kräutern und grüner Inspiration findet ihr unter dem Hashtag #Kräutermamas und jeden Freitag beim Grünzeug der Naturkinder.
Die anderen Kräutermamas sind: Anja von Gänseblümchen & Sonnenschein, Ann-Kathrin von Einfach grünlich und Birgit von Fräulein im Glück.
Vielen Dank, das freut mich. P.S. Schmecken tut der Hopfen im Tee mir auch nicht, deshalb mische ich immer mit anderen Kräutern.
Hallo 🙂
Ich trinke während meiner Schwangerschaft auch regelmäßig Hopfentee. Er schmeckt mir persönlich zwar nicht so gut, aber ich merke, dass er mir gut tut und zu meiner Gelassenheit beiträgt. Deinen Artikel finde ich toll. Er beschreibt die Verwendung von Hopfen wirklich gut.