Wollten wir nicht alle schon mal ein Buch schreiben?

Wie geht ein Buch schreiben, Interview mit Andrea Erhard

Autorin, Bloggerin, Auswanderin und Olivenbäuerin Andrea Erhard wollte nie ein Buch schreiben. Im Gespräch erzählt sie im Karmakalender, wieso sie jetzt schon ihr zweites Buch veröffentlicht hat. Und wie überhaupt alles gekommen ist, dass sie nun Schriftstellerin ist, in der nähe von Rom in den Marken lebt und glücklich ist.

Wie bist du auf die Idee zum Buch schreiben gekommen?

Ich bin tatsächlich erst 2020 auf die Idee gekommen ein Buch schreiben zu wollen. Ich hatte in meinem Leben zuvor keinen Kontakt zum Schreiben und habe auch erst spät das Lesen für mich entdeckt. Das Schreiben in der Schule und während des Studiums war für mich immer mit Leistungsdruck und nie mit Kreativität verbunden. Zum Schreiben kam ich buchstäblich über Nacht, als ich im Dezember 2019 eines Morgens aufwachte mit dem Gedanken: Ich schreibe einen Blog mit dem Namen „self-made-minimalist“. Noch am selben Tag habe ich begonnen zu schreiben, was mir so eine Freude machte, dass ich im Frühjahr 2020 erstmals daran dachte, ein Buch schreiben zu wollen. Das Thema wusste ich damals noch nicht.

Als mein Buch im November 2021 veröffentlicht wurde, beglückwünschte mich ein Freund dazu mit den Worten, dass wir doch alle schon einmal ein Buch schreiben wollten. Offenbar haben viele Menschen diesen Wunsch. Unsere Autorenkollegin beim Lebensgut Verlag, Martina Stubenschrott, schrieb auch in dem Interview mit dir, dass sie als Kind schon Schriftstellerin werden wollte.

Wie hast du deinen Verlag gefunden?

Als mein Buch fast fertig war, machte ich mich im Frühjahr 2021 auf die Suche nach einem Verlag. Nach den ersten Standardabsagen von Verlagen, bin ich auf Literaturagenturen gestoßen. Auch hier erhielt ich Absagen, bevor ich überhaupt mein Manuskript senden konnte.

Ich hatte das Gefühl, dass es einen anderen Weg für mich geben würde, welchen wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Die Zeit verging und die Absagen mehrten sich. Ich stellte mir die Frage, ob ich mir eine zeitliche Begrenzung setzen sollte, um das Buch dann eventuell im Eigenverlag herauszubringen. In einer Meditation bat ich um Rat. Ich empfing nichts.

Direkt im Anschluss an die Meditation loggte ich mich im Nachbarschaftsportal nebenan.de ein und suchte nach kleinen Verlagen in München. Der Lebensgut Verlag war eines von drei Suchergebnissen. Zwei Wochen später hatte ich die Zusage für die Veröffentlichung meines Buches.

Welchen Support gibt dir dein Verlag?

Da ich mich vor 2020 überhaupt nicht mit dem Thema Buchschreiben beschäftigte, hatte ich keinerlei Ahnung und auch keine Kontakte diesbezüglich. Hätte ich mich selbst um ein professionelles Lektorat, die Graphik und den Buchsatz kümmern müssen, wäre das Buch vermutlich nicht so schnell und in so einer guten Qualität veröffentlicht worden.

Die Veröffentlichung über einen Verlag war für mich wie mein Fallschirm-Tandemsprung damals. Das Element Luft hat mich immer schon fasziniert und alles was mit Höhe zu tun hatte, daher wollte ich mit 18 Jahren schon Fallschirmspringen. Als ich es dann wirklich gemacht habe, war ich fast 30.

Je älter ich wurde, desto größer wurde mein Respekt davor. Bungeespringen war auch eine Option. Allerdings stellte ich mir vor, dass ich den Absprung allein nicht schaffen würde. Bei einem Tandemsprung hat man keine Wahl, da springt der erfahrene Fallschirmspringer ab und man selbst hängt an ihm und springt automatisch mit. So ähnlich ist es bei einem Verlag auch. Man hat jemanden an der Hand, der das nicht zum ersten Mal macht. Beim Eigenverlag muss man selbst „springen“ und auf die Taste “veröffentlichen” klicken. Das hätte den Prozess bei mir vermutlich noch länger hinaus gezögert. Nach der Veröffentlichung war mir die Unterstützung beim Buchmarketing durch den Verlag und durch meine Autorenkolleginnen sehr wichtig.

Hast du auch Erfahrungen mit Selfpublishing?

Mein zweites Herzensprojekt ist ein Gemeinschaftsbuch, das ich mit 11 weiteren Autoren geschrieben habe. Das „So geht Freiheit“ – Mutmachbuch wurde im November über tredition im Selfpublishing veröffentlicht. Sowohl die Autoren und Autorinnen, als auch die Lektorin und alle anderen Beteiligten verzichteten auf ihr Honorar zu Gunsten des gemeinnützigen Vereins “Gesunde Autonomieentwicklung für emotionale Freiheit”. Neben meiner Geschichte unterstützte ich das Projekt durch Übersetzungen vom Spanischen ins Deutsche und der Transkription von Interviews. Darüber hinaus hatte ich mit dem Prozess des Eigenverlags nichts zu tun. Da hat sich der Herausgeber des Buches um die Veröffentlichung gekümmert.

Was rätst du Menschen, die ein Buch schreiben und das gerne veröffentlichen würden?

Geld ist nie ein Hindernis. Es sind immer irgendwelche Ängste und Blockaden, die dich davon abhalten, etwas zu tun. Hast du diese überwunden und bist bereit, das Buch zu veröffentlichen? Dann frag dich, ob du es gerne über einen Verlag oder im Eigenverlag veröffentlichen möchtest. Beides hat Vor- und Nachteile, wie alles im Leben.

Falls du dich für die Veröffentlichung über einen Verlag entscheidest, steht zunächst die Recherche an. Welche Verlage und Literaturagenten beschäftigen sich überhaupt mit deinem Genre? Das sind sicherlich sehr viele. Anstatt unzählige Verlage und Agenturen mit einem Standardanschreiben und Exposé zu kontaktieren, schau dir die Webseiten an. Kontaktiere gezielt nur Verleger und Literaturagenten, die dich ansprechen. Bei welchen hast du das Gefühl, dass sie zu dir passen? Das spart sehr viel Zeit, Energie und Enttäuschungen!

Was liegt dir außerdem am Herzen, um ein Buch schreiben zu können?

Die Geschichte, wie ich zur Autorin wurde, ist ein Beispiel dafür, dass du alles verwirklichen kannst, was du dir heute vornimmst. Ganz egal, was du in deinem bisherigen Leben gemacht hast und welche Voraussetzungen du dafür hast.

Eine wesentliche Botschaft meines Buches “Rote Wirecard vom Universum” ist, dass wir jegliches Potential in uns tragen. Was uns abhält Träume zu verwirklichen, sind Ängste, Glaubenssätze und gesellschaftliche Normen.

Mein Buch “Rote Wirecard vom Universum – wie ich für 75.000 EUR mein Bewusstsein erweiterte”

Ebenso wie viele im Hinterkopf haben ein Buch zu schreiben, so träumt manch einer davon, irgendwann einmal, spätestens im Rentenalter in den Süden auszuwandern. Auch hier halten uns finanzielle Ängste, Blockaden und Glaubenssätze meist davon ab.

In meinem Buch beschreibe ich, wie es zur Auswanderung kam und warum ich ohne den Verlust von 75.000 € vermutlich nie zu dem Landhaus gekommen wäre, in dem ich heute wohne.

Die Auswanderung nach Italien, viel Zeit für mich und vor allem der finanzielle Verlust führten dazu, dass ich mich erstmals wirklich mit mir beschäftigte, mit meinen Ängsten und Glaubenssätzen, was mein Leben in jeglicher Hinsicht bereicherte und mein Bewusstsein, den Blick auf die Welt, meine Vergangenheit und den Sinn des Lebens komplett veränderte. Diese bewusstseinserweiterte Erfahrung brachte ein völlig neues Lebensgefühl mit sich, das viele nach jahrelanger Meditationspraxis nicht erreichen. Schon bald danach konnte ich den Verlust als große Gnade betrachten. Darüber bin ich sehr dankbar und möchte das gerne mit vielen Menschen teilen.

Gewinnspiel: Gewinne 1 x Rote Wirecard vom Universum

Bei unserem Gewinnspiel kannst du ein Exemplar des Buchs „Rote Wirecard vom Universum“ gewinnen. Alle weiteren Infos findest du auf meinem Instagram-Kanal @mamirockt oder auf der Mamirocks-Facebookseite. Wenn du hier einen Kommentar hinterlässt, bekommst du ein Extralos.


Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung mit Meta (Facebook oder Instagram). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahme ab 18 Jahren. Einsendeschluss ist der 18.12.22 um Mitternacht.

Ich wünsche Dir viel Glück und freue mich über Deine Kommentare: Willst du auch ein Buch schreiben? Oder hast du schon ein fertiges Manuskript in der Schublade liegen, das du gerne veröffentlichen würdest? Ich freue mich auf den Austausch. In meiner Schublade liegt tatsächlich auch ein fertiges Kinderbuch-Manuskript!

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