Digital Detox – effektive Tipps zur digitalen Entgiftung

Schmeiß Dein Smartphone weg - Smartphone ade - digitale Auszeit

Was bedeutet Digital Detox und digitales Fasten? Viele Menschen – Erwachsene genauso wie Kinder und Jugendliche – sind süchtig nach dem Smartphone. Die sucht, ständig erreichbar und ständig online zu sein, verursacht Stress und macht krank.

Anregung für die Feiertage: Dieser Beitrag macht nachdenklich und hinterfragt den digitalen Smartphone Wahnsinn und überhaupt. Vielleicht ist zu Weihnachten und zwischen den Jahren eine gute Zeit, um dieses Gerät einfach mal im Kasten verschwinden zu lassen. Ich habe mich sofort gefreut über diesen tollen Themenvorschlag von der wunderbaren Alex, die mit livelifegreen einen für mich sehr inspierenden Nachhaltigkeits- und grünen Familienblog schreibt. Und des aus Minga!

Also worauf wartest du, smash dein Smartphone!

Als mich Verena vor ein paar Wochen gefragt hat, ob ich Lust hätte einen Gastbeitrag für ihren tollen Karmakalender zu schreiben, hab ich sofort zugesagt. Toller Blog, schöne Aktion und ein großartiger Name! Karmakalender! Das klingt schon mal so, als hätte sich den Namen eine hochpreisige Marketingagentur ausgedacht… So, und jetzt bin ich also dabei und freue mich sehr, dass ich auf Mami rocks gastbeitragen darf.

Der nächste Schritt war dann ein bisschen schwieriger, denn jetzt musste ich mir natürlich etwas überlegen, dass für die Idee eines nachhaltigen und achtsamen Adventskalenders passt. Und das dem coolen Titel überhaupt würdig ist ;-). Gar nicht so einfach, aber dann hatte ich die zündende Idee. Digital Detox!

Digitale Entgiftung ist etwas, dass tatsächlich für fast alle von uns passt. Es ist leicht umzusetzen, kostet kein Geld, und ist trotz allem von unschätzbarem Wert. Na? Seid ihr schon ganz neugierig geworden? Dann will ich euch mal nicht länger auf die Folter spannen. Bei mir soll es nämlich heute um digitales Fasten gehen. Zu neudeutsch Digital Detox oder noch einfacher: Smartphone Ade. Klingt cool, oder? Tatsächlich ist die Idee dahinter aber noch viel besser, denn

uns allen klauen unsere Smartphones, Tablets und Co. jede Menge Lebenszeit. Unwiederbringlich!

Wäre es nicht schön, wenn wir uns darüber bewusst werden und gegensteuern würden? Manche von euch werden jetzt vielleicht denken, dass das ein bisschen übertrieben ist. Schließlich sollte es doch das leichteste auf der Welt sein unsere technischen Hilfsmittel einfach auszuschalten, oder? Aber mal ehrlich: Macht ihr das wirklich? Und wenn ja, wie oft?

digital detox Kiosk im Netz: Zeitschriften digital entdecken mit readly - Lesefutter für die ganze Familie
(c) readly

Mittlerweile sind wir eigentlich immer und überall online. Es gibt Ampeln, die in den Boden integriert sind. damit kein ins Handy-starrender Passant das Rotlicht übersieht. Sogar in der Sauna weisen Hinweisschilder darauf hin, dass Handys hier nicht erlaubt sind. Ist schon komisch, oder?

Eine wunderbares und wahnsinnig praktisches Werkzeug verwandelt viele von uns ganz unbemerkt und schleichend in Smombies (Smartphone+Zombie).

Und jetzt kommt die alles entscheidende Frage: Wollen wir wirklich so viel Zeit am Smartphone hängen?

Und will ICH das?

Ich hatte meinen persönlichen Aha-Moment vor einiger Zeit mit den Kindern im Park. Alle hatten einen Riesen-Spaß und ich spielte mit meinem Telefon. Eigentlich war ich gar nicht anwesend. Körperlich da, aber geistig weg. Wie so oft. Als ich dann am Abend auf meinem Handy-Display die Fotos anschaute und in die lachenden Gesichter meiner Kinder blickte, wurde ich traurig. Seit diesem Tag versuche ich, es anders zu machen. Für mich und für meine Familie. Und weil das manchmal schwieriger ist als man denkt, hab ich hier ein paar Ideen für euch.

Einfach mal auf das Smartphone verzichten

  • Digital Detox einem festen Tag in der Woche

Klare Regeln können den Einstieg in einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien leichter machen. Die erste Möglichkeit wäre an einem festen Tag die Woche offline zu bleiben. Bei uns ist Digital Detox zum Beispiel an unserem Familientag, dem Sonntag, angesagt.

  • an einem festen Ort auf das Smartphone verzichten

Die zweite Möglichkeit ist sich einen festen Ort zu suchen, an dem Smartphone und Co. keinen Zutritt haben. Unser Familien-Beispiel hierfür wäre der Esstisch. Am Tisch herrscht nämlich bei uns Smartphone-Verbot.

  • Digital Detox während einer festen Zeitspanne

Das könnte zum Beispiel während des Urlaubs sein, oder während Ausflügen. Auch eine digitale Fastenzeit für eine Woche oder mehr ist möglich.

Wenn dir dies für den Anfang zu hart oder geradezu unmöglich erscheint, kannst du auch Apps zur Stressvermeidung durch weniger Handy-Zeit, gezielt für Digital Detox, benutzen. In diesem Artikel werden die besten Apps zum Abschalten wie SPACE – Break phone addiction, Moment – Screen Time Tracker, Forest – Stay focused, OFFTIME, Quality Time – Die digitale Diät ShutApp – Digital Detox, AppDetox oder Focus vorgestellt.
Sie helfen dabei, das Handy öfter mal wegzulegen – zum Teil auf spielerische Art und Weise. Allerdings dreht sich auch hier doch wieder alles ums Digitale Spielen. Gut funktioniert es, einzelne Social Media und Chat-Kanäle wie Whats App, die besonders schlimme Zeitfresser sind, zeitlich zu begrenzen.
Wer etwa merkt, dass ein bestimmter Kanal, bei mir etwa Instagram, Suchtpotential hat, dann kann am Smartphone gezielt eine tägliche Nutzungsdauer dafür eingestellt werden.

Lesespaß in den Ferien - weg vom Smartphone
(c) Zoran Zonde Stojanovski (Unsplash)

Digital Detox für Kinder: Auch Kinder leiden unter Smartphone-Sucht

Für die Kinder, die ja auch sehr stark unter dem Suchtpotential der digitalen Geräte leiden, gibt es auf Samsung Geräten, die Family App. Auch damit kann eingestellt werden, wie viel Zeit pro Spiel, Chat etc. und wieviel Gesamtzeit täglich online verbracht werden kann. Es ist etwas nervig das einzustellen, aber die Kinder verbringen wirklich deutlich weniger Zeit an den Geräten, wenn diese nach 1 h oder 1,5 h einfach ausgehen. Dann legen sie die Dinger weg und gut ist.

Da auch Schulen zunehmend auf digitalen Unterricht setzen, wird die vor digitalen Medien verbrachte Zeit bei Kindern und Jugendlichen immer länger. Viele Lehrer*innen geben digitale Hausaufgaben auf und alles läuft mittlerweile über Teams und Co. Das heißt, die Kinder müssen immer alles digital nachschauen. Entschuldigungen, Hausaufgabenhefte, Übungsblätter, Referate vorbereiten, Power Point Presentationen, Buchtagebücher, Vokabeln lernen – das meiste läuft digital und es gibt für alles die richtige Lern-App.

Die Kinder wollen aber natürlich auch noch am Smartpgone, Pc oder Tablet spielen. Seit sie Laptops von der Schule bekommen haben und zwei Stunden in der Woche – statt Mathe – digitale Grundbildung machen, ist die Medienzeit der Kinder stark gestiegen.

Für Eltern ist es auch nicht mehr ganz einfach den Überblick zu behalten, ob jetzt gerade gelernt oder gespielt wird. Viele Kinder und Jugendliche verbringen den ganzen Nachmittag mit dem Smartphone und am Bildschirm.

Umso wichtiger sind klare Regeln zum Handygebrauch in der Familie

  • Nach 20 Uhr werden die Handys eingesammelt
  • Laptops und Tablets raus aus den Kinderzimmern
  • gemeinsames Gute-Nacht-Ritual ohne digitale Medien
  • gemeinsame medienfreie Zeit
  • keine Geräte am Esstisch
  • Family-App benutzen (geht nur bei Android)

Viele Augenärzt*innen schlagen schon Alarm, denn die Zahlen derer, die Brillen brauchen, steigen seit dem vielen Homeschooling in der Pandemie explosionsartig an.

Wer mer zu dem Thema Digitale Medien in der Familie wissen möchte, dem empfehle ich das Buch Screen Teens von Jessica Wawrzyniak. Die Erziehungs- und Medienwissenschaftlerin hat im Karmakalender 2019 einen Gastbeitrag zum Thema “digitale Spielzeuge und wie sie Kinderrechte untergraben” geschrieben.

Es geht in dem Buch Screen Teens nicht nur um Digital Detox, sondern vor allem darum Kinder und Jugendliche in die digtale Verantwortung zu begleiten. Denn heute ist eine Welt ohne Internet und Smartphone nicht mehr vorstellbar. Im Buch, das im Kösel Verlag erschienen ist, geht es um die Faszination von Youtube-Stars ebenso wie um Chancen und Risiken der Mediennutzung. Nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern gerade auch eltern, die nicht als digital natives geboren wurden, bekommen praktische Tipps für Medienkompetenz. Es werden Fachbegriffe erklärt aus der Welt von Social Media und Gaming. Eltern bekommen Anleitung, wie sie mit ihren Teenagern den Kontakt anknüpfen und sich mit ihnen über digitale Welten unterhalten können. Auch die Teenies selbst bekommen tiefere Einblicke in Algorhythmen und Apps und werden sich Suchtverhalten bewusster – ganz nach dem Motto “Begleiten statt verbieten”.

Adria an Ostern: Digital Detox
Digital Detox in der Natur

EInen Urlaub ohne Internet verbringen

Wahrscheinlich ist diese Ansatz von Digtal Detox der schwierigste, jedoch effektivste. Ein Urlaub als digitale Auszeit führt uns schnell und deutlich vor Augen, wie abhängig wir (vielleicht) von unseren technischen Geräten geworden sind. Das kann schmerzen, aber auch heilen. Gerade ein Urlaub in der Natur – in den Bergen oder am Meer – helfen dir, von deinem Smartphone loszukommen. Und Digital Detox ist der erste Schritt zu einer Veränderung (und Verbesserung) unseres Lebens.

Mittlerweile gibt es auch in vielen Hotels Möglichkeiten für Digital Detox. Du kannst häufig dein Smartphone an der Rezeption abgeben. Natürlich erhältst du es wieder, sobald du danach frägst. Oder du machst eine feste Uhrzeit aus, wann dir das Handy wieder aufs Zimmer gebracht wird. Auch die Abgabe über Nacht ist möglich.

Da sich immer mehr Menschen bewusster werden, wie sehr sie ihr Smartphone süchtig gemacht, gibt es mittlerweile zahlreiche Angebote für digitale Auszeiten, siehe Links unten.

In diesem Sinne: Geht doch öfter mal offline.

Ganz egal wie, aber Digital Detox lohnt sich!


Schmeiß Dein Smartphone weg - Smartphone ade - digitale Auszeit
Wenn Dir der Artikel über Digital Detox und der #karmakalender gefällt, dann pin uns doch auf Pinterest!

Digital Detox Tipps zum Weiterlesen:

Das Kreativ- und Mitmachbuch für mehr analoge Familienzeit gemeinsam in der Natur findest du hier: Du kannst es per mail an contact@mamirocks.com oder direkt beim LebensGut Verlag bestellen.
Hier findest du eine Leseprobe zu den im Buch enthaltenen Vorlesegeschichten für Kinder ab 4 Jahren.

Familienbande im Jahreskreis, Lebensgut-Verlag

Merken

Merken

Merken

3 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert